Haftung von SEO-Agenturen - Abgestraft und abgemahnt!

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Gastartikel: Haftung von SEO-Agenturen – Abgestraft und abgemahnt

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Gastartikel: Haftung von SEO-Agenturen – Abgestraft und abgemahnt
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SEOs sollten sich heutzutage nicht nur mit den Google-Richtlinien auskennen, sondern mindestens genauso gut wissen, wo die rechtlichen Grenzen ihrer Arbeit liegen. In einer neuen Infobroschüre von finanzen.de zeigen Karl Kratz, Torsten Tromm, Maik Metzen und Dr. Martin Schirmbacher, welche typischen Risiken SEOs unbedingt bedenken müssen.

Bei SEOs, die heute einfach tun und lassen, was sie wollen, ist der Ärger ja praktisch schon vorprogrammiert. Nicht nur Google gibt denjenigen, die sich nicht an ein paar grundlegende Regeln halten wollen, in letzter Zeit auch mal ordentlich auf die Finger. Auch Wettbewerber und Abmahnanwälte warten quasi nur darauf, einen Fehler zu entdecken und den Bösewicht zur Kasse zu bitten. Für einen SEO kann das dann nicht nur sehr ärgerlich, sondern vor allem auch ziemlich teuer und zeitaufwendig werden.

Faust mit Google und Paragraph puncht SEO

Gesetz und Google vs. SEO

Gerade dann, wenn Suchmaschinenoptimierung für einen Kunden betrieben wird, ist es ratsam, die typischen SEO-Risiken zu kennen und möglichst von Anfang an alles dafür zu tun, um diese zu vermeiden. Wie ihr Ärger mit Google, mit dem geltenden Recht und mit euren Kunden vermeiden könnt, steht in der neuen Infobroschüre „Abgestraft und Abgemahnt – So riskant leben SEOs„, die diese Woche veröffentlicht wurde. Auf über 30 Seiten findet ihr wichtige Tipps, wie ihr den oftmals sehr kostspieligen Streitigkeiten aus dem Weg gehen könnt.

Experten mit wertvollen Tipps

Um das Thema von möglichst vielen verschiedenen Seiten zu beleuchten, hat finanzen.de für die Infobroschüre gleich mehrere bekannte Gesichter aus der SEO-Szene um ihre Meinungen und Ratschläge gebeten. Neben Karl Kratz, der im Vorwort aufschlüsselt, was ein Suchmaschinenoptimierer heutzutage so alles können muss, wird die Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet:

  • aus Sicht einer SEO-Agentur
  • aus Sicht des Kundens
  • aus Sicht eines Rechtsanwalts

Agentur-Sicht

Aus Sicht einer SEO-Agentur berichtet Maik Metzen von AKM3, unter welchen Umständen ein Auftraggeber seinen SEO für Umsatzeinbußen verantwortlich machen kann und warum solche Dienstleister, die ihren Kunden das Blaue vom Himmel versprechen, nicht nur sich selbst, sondern gleich der ganzen Szene schaden.

„Speziell nach den letzten Panda-Updates und Penguin-Updates merken wir schon, dass sich bei der Wahrnehmung der Risiken etwas geändert hat“, SEO mit Gedankenblase mit Panda und Pinguinsagt Maik im Interview. Dennoch befürchtet er, dass es immer wieder Agenturen geben wird, „die nicht dazulernen (wollen) und mit ihren Dienstleistungen die Kunden gefährden.“

Wenn Google einen Agenturkunden zum Beispiel abstraft, weil die zuständige SEO-Agentur mit Spam-Methoden gearbeitet hat, dann sollte die Agentur in seinen Augen auch für den entstandenen Schaden haften.

Kunden-Sicht

Welche konkreten Erwartungen ein Agenturkunde an seinen SEO-Dienstleister hat, weiß Torsten Tromm zu berichten. Als Inhouse-SEO bei chefkoch.de hat er schon öfter mit externen SEOs zusammengearbeitet und weiß daher genau, auf welche Absprachen und Vertragsdetails es bei einer Kooperation ankommt.

GeschäftsmeetingIm Interview erklärt Torsten, nach welchen Kriterien er sich für eine Agentur entscheidet und wieso er ein Thema niemals vollkommen aus der Hand gibt, wenn er einen Dienstleister beauftragt.

Sein Tipp: „Gerade, wenn man zum ersten Mal mit einem Dienstleister arbeitet, betrachte ich es als essentiell, dass man sich im Rahmen von Kickoff-Meetings zusammensetzt und en detail plant, welche Arbeiten wann, von wem, wie und mit welchem Ziel ausgeführt werden sollen.“ Seiner Erfahrung nach nehmen viele Unternehmen auch die Verträge mit einer Agentur noch viel zu sehr auf die leichte Schulter.

Das sagt der Rechtsanwalt

Dabei ist gerade die Vertragsgestaltung zwischen einem SEO und seinem Auftraggeber enorm wichtig, erklärt der IT-Rechtsexperte Dr. Martin Schirmbacher in der Infobroschüre. Er hat ein paar wesentliche Tipps parat, die SEOs und deren Kunden möglichst schon vor dem Start einer Zusammenarbeit beachten sollten.Vertrag, Hände schütteln

Zum Beispiel empfiehlt er den Dienstleistern, bereits im Vertrag klar zu regeln, was passiert, wenn der Auftraggeber tatsächlich von Google abgestraft wird. Warum? Weil auf diese Weise beide Vertragsparteien indirekt bestätigen, dass sie das Risiko einer Abstrafung kennen. Falls der Auftraggeber später wirklich einen schmerzhaften Rankingverlust erleidet, kann er dann nicht behaupten, er hätte von der Gefahr nichts gewusst.

Auch für die Kunden hat der Rechtsanwalt einige Ratschläge. Sie sollten etwa Mindestvertragslaufzeiten vermeiden, damit sie aus einem Vertrag schnell wieder herauskommen, falls sie mit den Dienstleistungen einer SEO-Agentur unzufrieden sind.

Wie als SEO auf Abmahnungen reagieren?

Ein Streit zwischen einer Agentur und dem Auftraggeber kann langwierig und teuer werden, ist aber bei Weitem nicht das einzige Risiko, das SEOs bei ihrer Arbeit bedenken müssen. Wer SEO-Leistungen anbietet, der sollte sich auch halbwegs mit einigen wesentlichen gesetzlichen Regelungen wie dem Urheberrecht, dem Markenrecht und dem Wettbewerbsrecht auskennen. Und er sollte zum Beispiel auch wissen, wie man richtig auf eine Abmahnung von Wettbewerbern oder Verbänden reagiert.Mensch mit Paragraph

Auch dazu findet ihr in der Infobroschüre viele wichtige Tipps. Beachten müsst ihr unter anderem, dass ihr oder euer Kunde fristgerecht auf eine Abmahnung reagiert. Die vorformulierte Unterlassungserklärung, die der Abmahnung beiliegt, solltet ihr aber nicht ohne Weiteres unterschreiben. In der Praxis ist es üblich, dass der Abgemahnte und der Abmahnende über die konkrete Formulierung der Unterlassungserklärung verhandeln.

Wer hiermit nur wenige oder bisher vielleicht auch noch gar keine Erfahrungen gesammelt hat, ist gut beraten, einen Anwalt zu beauftragen. Der hilft bei der Formulierung, sodass ihr am Ende keinen teuren Verstoß gegen die Erklärung riskiert. Denn: Schon ein einmaliger Verstoß kann schnell eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.000 Euro zur Folge haben. Was mehrere Verstöße kosten würden, könnt ihr euch ausrechnen …

Ein guter AnSparschweinsatz, die beschriebenen und viele weitere SEO-Risiken zumindest zu reduzieren, ist, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was alles passieren könnte und wie ihr den Gefahren rechtzeitig entgegenwirken könnt. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, ist es in jedem Fall sinnvoll, einen guten Rechtsanwalt in der Nähe zu wissen.

Daneben solltet ihr auch finanziell vorsorgen, denn Ärger mit Google, mit dem Gesetz oder mit einem Kunden kann wirklich sehr viel Geld kosten. Ein paar Rücklagen und ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz entlasten im Ernstfall außerdem euren Geldbeutel. Noch besser ist es aber natürlich, die typischen Fehler gar nicht erst zu begehen. Das wirkt übrigens auch im Kundenverhältnis wesentlich professioneller.

Über den Autor

gregor zmudaGregor Zmuda leitet seit drei Jahren das SEO-Team der finanzen.de AG und entwickelt zukünftige Strategien für die verschiedenen Portale des Berliner Unternehmens. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften entdeckte er schnell seine Leidenschaft für die Suchmaschinenoptimierung und das Online Marketing.

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Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 22. Juli 2014 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
6 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • andre sagt:

    Ein guter Rechtsanwalt ist unentbehrlich. Egal ob Online, Print oder Full-Service-Agentur. Ich bin der Meinung, dass jede Agentur einen Rechtsanwalt und einen Steuerberater braucht. Ohne diese Kompetenzen kann es sehr schnell zu erheblichen Schwierigkeiten kommen. Weiterhin sollte man getreu dem Motto „Präventieren statt Reagieren“ alle Eventualitäten durchspielen und sich eine entsprechende Strategie zurechtlegen.Natürlich kann man nicht alles und jeden Fall durchspielen, alleine aus Kostengründen schon, aber man sollte die wichtigsten Dinge schon durchsprechen. Eine kleine Recherche in Foren und auf entsprechenden Start-Up Seiten ist sicherlich auch nicht verkehrt. Zudem sollte man immer auf dem Laufenden bleiben, was Urteile und Verordnungen angeht.

  • Mike Lucas sagt:

    Dr Schirmabcher hat da im grund recht jedoch bin ich der Meinung dass sich SEO immer schneller etwickelt um es so eng zu sehn.

  • Alexander sagt:

    Fehlt jetzt nur noch der Hinweis, das beim Markenrecht, keine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt. Daran sollte man denken, wenn man Texte von einem SEO bekommt, oder als SEO einem Kunden auf die Seite spielt. Falls einer jetzt grübelt, warum keine Versicherung die Kosten im Markenrecht übernimmt, dem sei gesagt, weil es zu teuer ist.

  • Gregor sagt:

    Hi Alexander,
    da hast Du natürlich Recht. Habe das Thema am Freitag nochmals mit unserem Inhouse Versicherungsexperten gehabt und auch da wurde mir bestätigt, dass der Preis für eine solche Absicherung so hoch wäre, dass keiner sich diese Rechtsschutzversicherung leisten könnte. Die Versicherer können das Risiko einfach nicht gut kalkulieren! Bevor es heikel wird, sollte man am besten mit einem Fachanwalt sprechen, um später böse Überraschungen zu vermeiden.

    Grüße
    Gregor

  • […] SEO Agenturen – Abgestraft und abgemahnt – SEOs sollten sich heutzutage nicht nur mit den Google-Richtlinien auskennen. In einer Infobroschüre zeigen Online Marketer, welche typischen Risiken SEOs unbedingt bedenken müssen. Weiter… […]

  • Alexander Fuchs sagt:

    Natürlich ist jeder für das was er macht verantwortlich, ist doch eigentlich ganz normal.

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