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SEO-Monatsrückblick Juni 2023

Wie schon im letzten Monatsrückblick angekündigt hat Google am 10. Mai 2023 einen großen Beta Test für die neuen AI-basierten Suchergebnisse gestartet. Diesen Monat schauen wir uns die ersten Reaktionen und Spekulationen zum Thema SGE an. Außerdem in den News: Looker Studio Update für GA4-Daten, verbesserter GSC-Bericht zur Videoindexierung und wie ihr TikTok zur Keyword-Recherche nutzen könnt. Viel Spaß beim Lesen!

Googles SGE – Die Search Generative Experience

Nachdem Google letzten Monat auf der I/O Developer Conference sein neues AI Feature vorgestellt hat, haben erste SEOs es sich zur Aufgabe gemacht, die neue Funktion zu erforschen. Nach dem ersten Monat des Testens wurden schon einige Beobachtungen geteilt, die wir gerne vorstellen möchten.

#1 SGE auf dem SERP

Zunächst ist es wichtig zu sagen, dass die organische Suche nicht von dem AI-generierten Feature verdrängt wird. Ähnlich wie bei den Featured Snippets werden sie ganz oben in den SERPs angezeigt. Jedoch scheint es je nach Search Query und User Intent Unterschiede zu geben. In der Regel scheinen die AI-Features über den GoogleAds platziert zu werden. Bei bestimmten Suchanfragen, die hauptsächlich den Kauf von Produkten betreffen, wurden Produktkarussells über dem AI-Feature angezeigt.

Das neue AI Feature im SERP
Abbildung 1: SERP mit Produkt-Karussell und AI Feature Quelle: Seoclarity

Zudem fällt auf, dass AI-generierte Features häufiger auftreten als vermutet. Laut Mark Traphagen werden sie bei fast 90 % der Suchanfragen angezeigt. Selbst bei sensiblen YMYL (Your Money, Your Life) Abfragen sind sie präsent.

Es bleibt unklar, nach welchen Kriterien die KI die ausgewählten Textabschnitte bestimmt. Oftmals sind Inhalte von hochrangigen Seiten im AI-generierten Feature zu finden. Gelegentlich tauchen auch Informationen von Seiten mit niedrigerem Ranking auf. Daher ist zu vermuten, dass die KI ihrem eigenen Algorithmus folgt, der sich vom regulären Google-Ranking-System unterscheidet.

Google scheint allerdings aktiv an dem AI-Feature zu arbeiten. Denn wie es aussieht, wo es ausgespielt wird und wie sein Inhalt aufgebaut ist, ändert sich beinahe täglich. Daher sind konkrete Aussagen unmöglich.

#2 Reaktion der SEO-Community eher lauwarm

Im aktuellen Beta-Test wurden offenbar einige Funktionen entdeckt, die noch nicht optimal laufen. Als Quelle zeigt das AI-Feature nur seine Top 3 Seiten. Dabei stammen die Informationen  von dutzenden Seiten. Woher diese stammen, wird Nutzer*innen nicht kenntlich gemacht.
Darüber hinaus werden die dargestellten Informationen von Nutzer*innen als eher oberflächlich und frustrierend empfunden. Die KI hat Schwierigkeiten, den User Intent zu erkennen und zeigt lediglich etwas an, das grob passen könnte.
Zudem hat sich herausgestellt, dass Verlinkungen im AI Feature nicht klickbar sind und somit für eine schlechte UX sorgen.
Immerhin ist es wichtig zu wissen, dass es sich hierbei um einen Test handelt. Google hat die Intention, mit der SGE verlässliche und informative Beiträge mit einer besonderen Sensibilität für YMYL-Content zu präsentieren.

User Intent und AI Feature passen nicht zusammen
Abbildung 2: Anstelle von dem gesuchten Training werden lokale Geschäfte vorgestellt Quelle: Twitter Lily Ray

#3 SGE – nur eine Plagiatsmaschine?

Da KI auf Datenverarbeitung basiert, ist auch die SGE nicht davon befreit, ihre Antworten auf Basis von bereits erstelltem Content zu generieren. Wie bereits angesprochen, generiert die KI 3 Referenzseiten in ihrem Feature. Jedoch wurde schon öfter beobachtet, dass ganze Textabschnitte von anderen Seiten wiedergegeben wurden, ohne dass die kopierte Seite angegeben wurde. Dadurch, dass die KI dazu neigt, ganze Textabschnitte zusammenzuwerfen, entstehen skurrile, verwirrende und unbefriedigende Antworten.

AI Feature mit seinen echten Quellen
Abbildung 3: KI-Antwort mit Ausschnitten aus ihren echten Quellen Quelle: Toms Hardware

In seinem Artikel stellt Avram Piltch die Vermutung auf, dass das direkte Kopieren ganzer Textabschnitte demotivierend sein könnte. Content zu erstellen, hätte keinen Mehrwert mehr für die Leute, die ihn hervorbringen.

Besonders Herausgeber*innen von qualitativ hochwertigem Content könnten auf Webpublikationen verzichten, woraufhin es einen starken Qualitätsabfall gäbe. Erstellter sowie generierter Content wären so schlecht, dass User sich nach neuen Informationsquellen umschauen. Das ganze Informationsökosystem von Google wäre daraufhin beschädigt.

#4 Urlaubsplanung mit SGE

Zum Schluss noch eine etwas positivere Aussicht. In ihrem Artikel stellt Rany Ng vor, wie die SGE dafür verwendet werden kann, die Freizeit besser zu planen. Insbesondere präsentiert sie drei Anwendungsfälle: Planung, Reisen und Shopping.

Durch die schnelle Zugriffsmöglichkeit des AI-Features auf eine Vielzahl von Informationen können tiefere Einblicke aus verschiedenen Perspektiven gewonnen werden. Die Informationen werden gebündelt dargestellt, wodurch weniger Zeit für die Recherche von Produkten oder Reisezielen benötigt wird. Die von der KI generierten Features können als Tabellen gespeichert und bei Bedarf geteilt werden.

Google News

#1 Looker Studio Update für GA4

Mit Looker Studio könnt ihr die GA4-Daten visualisieren. Was ist neu? Sobald ihr eure GA4-Datenquellen aktualisiert habt, könnt ihr nun detailliertere Berichte mit 170 neuen Reporting-Feldern in Looker Studio erstellen. Diese neuen Felder werden jetzt u. a. abgedeckt:

  • Klicks und Kosten von Ads
  • durchschnittliche Sitzungsdauer
  • Sitzungs- und Nutzer:innen-Conversion-Rate
  • Landingpage
  • zeitliche Dimensionen wie Stunden oder Wochen

Um zu starten, müsst ihr nur euer Looker Studio mit GA4 verknüpfen. In diesem Artikel erklärt euch Google, wie das funktioniert.

#2 Eingerückte Suchergebnisse konsolidieren

In einer aktuellen Folge der Videoreihe SEO office-hours gab Gary Illyes von Google zu bedenken, Webseiten zu konsolidieren, die in den Google-Suchergebnissen in einer Host-Gruppe (= 2 Ergebnisse derselben Domain; eines eingerückt unter dem anderen) landen. Denn das kann bedeuten, dass ihr mehr als eine Seite habt, die für eine bestimmte Suchanfrage rankt.

Beispiel für eine Host-Gruppe in den Google-Suchergebnissen.
Abbildung 4: Beispiel für eine Host-Gruppe in den Google-Suchergebnissen. Quelle: eigener Screenshot

#3 Lieber keine benutzerdefinierten Elemente im Dokumentenkopf

John Müller warnt davor, dass benutzerdefinierte HTML-Tags in Dokumentenköpfen das Rendering von Google stören können. Das kann die Suchmaschinenoptimierung beeinträchtigen. Eine flexible Alternative bietet JSON-LD.

#4 Verbesserter GSC-Bericht zur Videoindexierung

Ihr habt ein Video auf eurer Webseite, aber es wird einfach nicht indexiert? Google macht es euch in der GSC nun leichter herauszufinden, woran das liegen könnte. So gibt es nun 3 spezifischere Gründe, warum Google kein erkennbares Video auf eurer Seite finden könnte:

  • Video außerhalb des Darstellungsbereichs
  • Video zu klein
  • Video zu hoch

Außerdem neu im Bereich Video:

Im April änderte Google die Anzeige von Video-Thumbnails in den Suchergebnissen. Die Thumbnails werden nun nur noch angezeigt, wenn das Video zum Hauptinhalt der Webseite gehört. Nun wurde klar, dass dies nicht bedeutet, dass das Video auch das erste Element auf der Seite sein muss. Es ist aber wichtig, dass es im Vordergrund steht, damit Google sich dazu entscheidet, das Thumbnail in den SERPs anzuzeigen. Mehr dazu erfahrt ihr in der Juni-Ausgabe der SEO office-hours von Gary Illyes.

YouTube

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Online Marketing News

#1 Google AdSense wird in Google Analytics 4 integriert

Google hat seine Versprechen eingehalten. Ein AdSense Account kann nun einfach mit Google Analytics 4 verbunden und integriert werden. Durch die neue Integration werden Daten aus AdSense direkt in den Reporten von GA4 ausgelesen.

#2 Social Media in GMB API pflegen

In der Google My Business API locations.updateAttributes gibt es eine Möglichkeit, alle vorhandenen Social-Media-Kanäle für das GMB-Profil zusammenzutragen.

#3 AI-Werbetext-Generator von TikTok

Der ScriptGenerator von TikTok ermöglicht es allen Business-Account-Nutzer*innen, schnell und einfach Werbetexte zu erstellen. Das Hilfstool benötigt lediglich Grundinformationen und die Länge des TikTok Clips. Dadurch können unendlich viele Texte generiert werden. Das Tool ist kostenlos. TikTok hat jedoch deutlich gemacht, dass sie keine Garantie für die Richtigkeit der generierten Texte übernehmen können.

#4 Instagram Broadcast Channels launchen

Mit dem Instagram Broadcast Channel können Creator*innen einseitige Nachrichten an ihre Follower*innen senden. Die aus Text, Audio und Bildern bestehenden Nachrichten sind ähnlich wie die eines regulären Chats. Es sind auch zusätzliche Funktionen wie Fragerunden oder zeitliche Sperrungen für Broadcasts geplant. Das Broadcast Tool bietet eine neue Möglichkeit zur Interaktion mit der Zielgruppe.

verschiedene Beispiele für Instagram Broadcast Channels
Abbildung 5: Beispiele für Instagram Broadcast Channels Quelle: Search Engine Journal

Tipps des Monats

#1 Alternativen für die Chrome Extension SEOMinion

Die praktische Chrome-Erweiterung SEOMinion, die unter anderem bei OnPage- und Link-Analysen hilfreich sein kann, wurde nun monetarisiert. Nutzer*innen, die das Plugin häufig verwendet haben, finden in Aleyda Solis‘ Tweet einige Alternativlösungen, die anstelle von SEOMinion verwendet werden können.

#2 Worauf man bei FAQ achten sollte

Fehler bei der Beantwortung häufig gestellter Fragen in Onlineshops zu machen, passiert schneller als gedacht. Besonders bei rechtlichen Fragen kann die vermeintliche Hilfestellung zu einer Falle werden, in die Händler*innen sowie Kund*innen schnell tappen können. In seinem Artikel stellt Arndt Joachim Nagel übliche Fehlformulierungen vor, indem er anschauliche Beispiele für FAQ gibt. Zudem erklärt er, wie FAQ und AGB zusammenhängen.

#3 TikTok für die Keyword-Recherche

Nutzergruppen auf TikTok entwickeln für ihre Nischen ihren ganz eigenen Jargon und somit auch ganz eigene Keywords. Gerade für Märkte, deren Zielgruppen sich häufig auf TikTok befinden, ist es sinnvoll, die App als Tool zur Identifikation neuer Keyword-Trends zu nutzen. Abby Gleason zeigt in einfachen Schritten, wie TikTok zur Keyword-Analyse genutzt werden kann.

#4 Wie die Angabe der Adresse sich auf die lokale Suche auswirkt

Joy Hawkins hat in einem kleinen Test ausprobiert, was passiert, wenn die Adresse eines Unternehmens für die lokale Suche versteckt wird. Sie stützt sich dabei insbesondere auf die Aussage der Google-Richtlinie: „Wenn keine Adresse vorhanden ist, lassen Sie das Feld für den Unternehmensstandort einfach leer”. In ihrem Versuch hat sich jedoch herausgestellt, dass Unternehmen ohne feste Adresse unter dieser Maßnahme stark im Ranking leiden.

Vergleich: Google Ranking mit sichtbarer und unsichtbarer Adresse
Abbildung 6: Versuch, Löschen und Hinzufügen der lokalen Adresse Quelle: Sterling Sky

Noch eine schöne Restwoche!

Laura und die SEO-Trainees

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Autor:In

3 Antworten

  1. Ich denke wir stehen immer noch realtiv am Anfang bei dem Einsatz von KI bei Suchmaschinen. Sehr Interessant wo es da in der Zukunft noch hingeht und wie stark wir dadurch beeinflusst werden.

  2. Danke für den Beitrag. Ich muss mich erstmal an G4 gewöhnen und nun kommen weitere Anpassungen bei Google. Wer behält da den Durchblick noch?

    1. Da hast du recht, aktuell ist wirklich viel los. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Wir versuchen in unseren Monatsrückblicken immer einen guten Überblick über die wichtigsten Veränderungen / News zu geben, also schau gerne regelmäßig vorbei. 🙂

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