Gastartikel: App-Indexierung - ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Google-Suche

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Gastartikel: App-Indexierung – ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Google-Suche

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Gastartikel: App-Indexierung - ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Google-Suche
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Die Zukunft der Suche ist mobil, daran besteht kein Zweifel. Spätestens seit Googles Mobile Update im April 2015 ist es wichtiger denn je, das eigene Web-Angebot auch auf mobile Endgeräte auszurichten. Bei Mobile SEO ist das zum einen durch die Appstore Optimization möglich. Ein weiterer Weg ist die sogenannte App-Indexierung, die zusätzlich dabei helfen kann, dass deine App in den mobilen Suchergebnissen immer präsenter wird. Welche Rolle App Indexing heute und in Zukunft für die mobile Suche spielt, wird in diesem Beitrag verdeutlicht.

Recap: Etappen der App-Indexierung in Kürze

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Mit Hilfe der App-Indexierung kann Google Apps ebenso in seinen Suchindex aufnehmen wie normale Webseiten und damit Suchergebnisse um Deep Links zu App-Inhalten erweitern. Bereits im Oktober 2013 hat Google damit angefangen, Apps für das Android-Betriebssystem zu indexieren. Angemeldete Google-Nutzer können in den SERPs direkt auf Links zu App-Inhalten klicken. Nach dem Klick öffnet sich dann keine Webseite, sondern eine Anwendung.

Ein weiteres Merkmal der App-Indexierung ist, dass Google je nach Suchanfrage auch passende Apps zum Installieren vorschlägt. Im Mai 2015 hat Google die App-Indexierung nun auch für iOS-Apps ausgeweitet. Mit diesem Schritt kann Google weltweit über 95 Prozent aller Apps indexieren.

Zentrale Ausrichtung der Suche auf mobile Endgeräte

Die zunehmende mobile Nutzung des Internets hat Google dazu bewegt, seinen Fokus verstärkt auf die mobile Suche zu legen. Deutlich wurde diese Haltung mit dem Schritt, „mobile friendliness“ als Ranking-Faktor einzuführen. Doch auch wenn inzwischen viele Webmaster ihre Seiten für mobile Geräte optimieren, spielt die eigentliche Websuche auf dem Smartphone eher eine untergeordnete Rolle, wenn man die Zahl von 1,25 Suchanfragen eines durchschnittlichen Android-Users pro Tag in 2014 betrachtet.

Für Google ist folglich der Ausbau seines Index um App-Inhalte eine logische Konsequenz. Denn jeder Smartphone-User hat mehrere Apps auf seinem Gerät installiert, die er auch regelmäßig nutzt. Eine Erhebung in den USA aus 2014 hat ergeben, dass jeder Smartphone-Besitzer im Durschnitt 27 Apps pro Monat verwendet. Selbst bei gekauften Apps sind die Durschnittsnutzer nicht zimperlich. In Deutschland sind laut einer Umfrage von Statista satte 15 gekaufte Apps auf jedem Smartphone installiert.

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© Statista 2015

Vorteile für Webmaster und User

Durch die App-Indexierung wird das Inventar von Google um viele weitere Inhalte erweitert. Dadurch kann der Suchmaschinengigant noch relevantere und kontextbezogene Ergebnisse ausliefern. SERPs werden demnach konkreter auf das Suchbedürfnis des Users und seinen persönlichen Kontext ausgerichtet. Denn entweder kann der User Inhalte in einer App öffnen, der er durch den Download bereits Vertrauen geschenkt hat oder er erhält passende Download-Angebote für Apps, die zu seiner Suchanfragen passen.

Ein wichtiger Vorteil der App-Indexierung für mobile Nutzer besteht auch darin, dass die Suche mit dem Smartphone deutlich vereinfacht wird, da der Nutzer schlicht und einfach nicht weiter

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suchen muss, sondern alle relevanten Informationen in einer App aufrufen kann. Liefert die App zudem gute Inhalte, werden die Nutzer die App auch nicht verlassen. Somit entsteht wiederum ein Vorteil für Webmaster, weil das App-Engagement deutlich ansteigt.

Wenn du eine eigene App zu deiner Webseite betreibst, kannst du auch von der App-Indexierung profitieren, denn es ist dadurch möglich, bessere Rankings zu erzielen, indem mobilen Nutzern z.B. Inhalte aus deiner App prominent in den SERPs präsentiert werden. Zum anderen besteht die Chance, dass Nutzer deine App dank einer Empfehlung installieren, auch wenn sie im Playstore von Google oder im App-Store von Apple nicht gut gelistet wird. Im Zuge einer durchdachten Mobile-Strategie solltest du folglich auch die Entwicklung einer App sowie deren Google-Indexierung in Betracht ziehen. Denn dadurch wird die Nutzererfahrung bei der Websuche deutlich verbessert.

Wichtiger Hinweis: Damit User von den Vorteilen der App-Indexierung überhaupt profitieren können, müssen sie die Google Search App ab Version 2.8 oder Chrome for Android ab 4.1 nutzen. Apple-Nutzer müssen die Google-App ab Version 5.3 installiert haben und eingeloggt sein, um auf Deep-Links zu installierten Apps in den SERPs zu stoßen.

Wie kann ich meine App indexieren lassen?

Da Google App-Inhalte ähnlich wie Inhalte von Webseiten indexiert, musst du die URIs der App mit den URLs deiner Website verknüpfen. Dann erst kann Google in den SERPs Deep-Links zur App ausliefern.

Voraussetzung für die erfolgreiche App-Indexierung von Android-Anwendungen ist, dass die App in einer minsdkVersion bis Version 17 entwickelt wurde. Apps für Apple-Geräte müssen für iOS8 ausgereichtet sein, damit sie von Google indexiert werden können.

Wenn du deine App von Google indexieren lassen möchtest, musst du folgende Schritte durchführen:

  • Richte „intent filters“ ein. Das sind Deep-Links zu den URIs deines App-Contents.
  • Füge anschließend Daten-Tags hinzu, die es ermöglichen, dass deine App-URIs auch von Browsern oder anderen Webseiten geöffnet werden können. Die Tags sind <action>, <data> und <category>.
  • Teste deine Deep-Links.
  • Ordne URLs deiner Webseite den entsprechenden URIs deiner App zu, indem du den rel=alternate-Tag verwendest.
  • Füge die rel=alternate-Tags auch in deine XML-Sitemap ein, die du in der Google Search Console hochlädst.
  • Aktiviere zum Schluss die App-Indexierung.

Tipp für Android-Apps: Du kannst deine App über die Search Console auch direkt mit deiner Webseite verknüpfen. Zudem hast du die Möglichkeit, deine App-Performance mit Google Analytics zu tracken. Alle Infos zur Verknüpfung von App und Webseite findest du hier:

Praxistipps für die App-Indexierung

Wenn du möchtest, dass deine Besucher mit dem Smartphone direkt auf deine App-Inhalte geführt werden, musst du das auch im Quellcode deiner Seite kenntlich machen.

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Beispiel-Quellcode für Deep Links bei der App-Indexierung für eine Android App © Google

  • so erstellst du Deep-Links (URI zum App-Inhalt):

Deine Deep-Links müssen nach einem festen Schema aufgebaut sein, damit Google deine Webseiten-URLs auch einer URI deiner App zuordnen kann.

android-app://{package_id}/{scheme}/{host_path}

Die package_id deiner App findest du im Google-Play-Store, wenn du angemeldet bist. Mit scheme wird das Schema bezeichnet, das an die App übergeben wird, z.B. http oder https. Über host_path definierst du das Linkziel in deiner App.

Beispiel: Deine Paket-ID für die Website superseite.de lautet de.superseite.android. Dann „hängst“ du die Deep-Links der entsprechenden Webseite an die Package-ID an und fügst davor noch das Schema an.

Das würde bei der Seite http://superseite.de/eins/zwei so aussehen de.superseite.android/http/ superseite.de/eins/zwei

Weitere Beispiele findest du auch auf der Developer-Seite von Google zur App-Indexierung.

  • so bettest du deine App-URI in den <head>-Bereich der entsprechenden Webseite ein:

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  • so fügst du deine App-URI auch in die XML-Sitemap ein

APP-URI-in xml-sitemap-1
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Ob deine erstellten Deep-Links funktionieren, kannst du mit diesem kostenlosen Google Tool testen.

Wichtig: Damit Google deine App-Inhalte auch indexieren kann, musst du dem Googlebot erlauben, diese Verzeichnisse zu crawlen. In deiner robots.txt-Datei hinterlegst du am besten folgenden Eintrag.

User-Agent: Googlebot

Allow: /

Beim Crawling deiner App sollte diese dann genau die gleichen Inhalte an den Googlebot übergeben, die auch die Nutzer deiner App erhalten.

Welche Rolle spielt die App-Indexierung in der Zukunft?

Googles App Indexing zeigt, dass wir uns voraussichtlich von der Vorstellung einer Suche verabschieden müssen, die allein auf indexierten Webseiten-Inhalten beruht. Denn damit hat Google bewiesen, dass es seinen Suchindex über Webseiten hinaus erweitern kann. Der Erfolg dieser Strategie scheint Google Recht zu geben. So hat der Konzern aus Mountain View schon im Dezember 2014 mitgeteilt, dass sich die Klicks auf Deep-Links in Apps im letzten Quartal 2014 im Vergleich zu vorher verzehnfacht hätten.was-nun

Die App-Indexierung spielt demnach jetzt schon eine wichtige Rolle in der mobilen Suche, denn über die Apps werden Inhalte bereitgestellt, welchen der User schon vermutlich deshalb mehr vertraut, weil er die App bereits aus eigenem Interesse installiert hat.

Fasst man die Zukunft der Suche nicht mehr nur als Lieferant von Linklisten zu Keywords auf, sondern als kontextbezogenen Alltagshelfer, trägt die App-Indexierung schon heute dazu bei, dass der Nutzer noch bessere kontextbezogene Suchergebnisse erhält und Google das Nutzerbedürfnis mit Hilfe eines noch umfangreicheren Index erfüllen kann.

Was nun?

Wenn es bereits eine App zu deiner Website gibt, solltest du es nicht versäumen, diese auch von Google indexieren zu lassen. Damit erhöhst du zum einen die Chance, dass deine App-Inhalte noch mehr Beachtung durch Listung in den Google SERPs erhalten. Und zum anderen wirst du die Nutzererfahrung und die Nutzerbindung stärken. Zudem bist du für die Zukunft der kontextbezogenen, mobilen Suche gerüstet.

Solltest du noch keine eigene App betreiben, ist keine Panik angesagt. Wichtig ist jedoch, dass du dich verstärkt auf die Mobile-Optimierung fokussierst und zumindest eine reibungslos funktionierende mobile Website anbieten kannst. Denn es besteht kein Zweifel daran, dass die Zukunft der Suche mobil ist.

Über die Autorin

Eva_WagnerEva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von OnPage.org, dem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete Sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei der getmobile GmbH.

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Dieser Artikel wurde am Montag, den 27. Juli 2015 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
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