SEO-Monatsrückblick August 2026

Diesen Monat dreht Google gleich an zwei Stellschrauben: In den Suchergebnissen verschleiert es Links per Goto-URLs – inzwischen auch in Deutschland. In Google Ads werden Ziel-CPA und Ziel-ROAS seit dem 17. August wörtlich genommen, was viele budgetlimitierte Kampagnen teurer macht als gedacht. Parallel starten ChatGPT Ads in Deutschland, und die ersten Daten zeigen, wo es dabei noch hakt. In den KI-News erfahrt ihr, warum perfektes Onpage-SEO allein nicht in KI-Antworten führt und warum Anthropic seine Texte künftig unsichtbar kennzeichnet. Zum Schluss gibt’s ein Lesezeichen, mit dem ihr alle SERP-Tests von Google und ChatGPT im Blick behaltet.

Viel Spaß beim Lesen!

Google News

#01 Google verschleiert Links in den Suchergebnissen, auch in Deutschland

Google baut in den Suchergebnissen zunehmend sogenannte Goto-URLs ein, einen Umweg über google.com/goto statt einem direkten Link zur Zielseite. Am 26. August bestätigte ein Google-Sprecher gegenüber Search Engine Roundtable offiziell, dass es sich um eine bewusste Maßnahme gegen Missbrauch handle, ohne Details zu nennen. Wir können das inzwischen auch für den deutschen Markt bestätigen: Im eingeloggten Zustand sind die Goto-URLs bei uns noch nicht sichtbar, im Inkognito-Tab tauchen sie aber bereits auf.

Google-Suchergebnis für SEO-Trainee zeigt die normale Domain https://www.seo-trainee.de als Linkvorschau

Abbildung 1: Der angezeigte Link zu unserem Blog beim Hovern mit der Maus

Google-Suchergebnis im Inkognito Modus für SEO-Trainee zeigt beim Hovern eine verschleierte Goto-URL (google.com/goto?url=...) statt der direkten Domain

Abbildung 2: Im Inkognitomodus ist der Link hinter einem goto?url= verschleiert (Stand: 08.09.26)

Warum Google das macht:

  • Die verschlüsselten URLs lassen sich nicht direkt auslesen, Tools müssten jedem einzelnen Redirect folgen, um die echte Ziel-URL zu erhalten.
  • Das erschwert gezielt das massenhafte Scraping von Suchergebnissen durch Drittanbieter wie SerpApi, gegen das Google gerichtlich bislang erfolglos vorgegangen ist.
  • Betroffen sind ebenso KI-Anbieter, die Google-Ergebnisse für eigene Antworten abgreifen.

SISTRIX-Gründer Johannes Beus liefert auf LinkedIn eine Einordnung, die den Rahmen deutlich weitet. Aus seiner Sicht zielt die Maßnahme in erster Linie auf Wettbewerber ohne eigenen Suchindex wie ChatGPT, die Googles Ergebnisse für sich nutzen, SEO-Tools seien dabei Kollateralschaden, nicht das eigentliche Ziel, genau wie schon bei der Abschaffung des num=100-Parameters. SISTRIX hat sich bereits erfolgreich angepasst und löst die Goto-URLs zu den echten Zielen auf. Beus rechnet mit weiteren Maßnahmen von Google in diese Richtung.

Was das für euch bedeutet: Prüft eure eigenen Tracking- und Rank-Tracking-Tools darauf, ob sie mit verschleierten Goto-URLs zurechtkommen. Wichtiger als die technische Erschwernis selbst ist aber die Erkenntnis dahinter: Reine Positions-Messung in der klassischen Suche wird zunehmend nur die halbe Wahrheit über eure Sichtbarkeit erzählen, ergänzt eure Erfolgsmessung deshalb konsequent um KI-Antworten und Erwähnungen.

#02 Google setzt Maßnahmen gegen Site Reputation Abuse in Europa aus

Google setzt manuelle Maßnahmen gegen Site Reputation Abuse, wie sie etwa bei Parasite SEO greifen, in Europa aus. Seit dem 30. August wirken sie nicht mehr auf die Suchergebnisse im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Der EWR umfasst die EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Grund ist eine Einigung mit der EU-Kommission im Rahmen ihrer DMA-Aufsicht.

Was sich konkret ändert:

  • Außerhalb des EWR wirkt eine manuelle Maßnahme weiterhin wie bisher, nur der betroffene Seitenbereich verliert an Sichtbarkeit.
  • Innerhalb des EWR greift die Maßnahme nicht mehr, der betroffene Bereich kann aber weiterhin technisch als eigenständiger Teilbereich der Seite behandelt und separat bewertet werden.
  • Betroffene Websites erhalten weiterhin Benachrichtigungen in der Search Console, können Überprüfungsanträge stellen und bei berechtigten Fällen zusätzlich ein Mediationsverfahren über die Organisation CEDR anstoßen.

Typischerweise betroffen sind Whitelabel-Anbieter von Gutscheinen, Games oder Ratgeberinhalten, welche Inhalte auf gut rankenden Websites platzieren, um von deren Domain-Autorität zu profitieren.

Google betont in der Ankündigung, Bedenken zu haben, dass eine zu breite Auslegung des Digital Market Acts (DMA) Maßnahmen gegen Spam erschweren könnte. Grundsätzlich hält sich Google aber an der DMA-Richtlinie fest, die auf das Core Update von März & dessen Spamrichtlinien gegen Parasite SEO von 2024 zurückgeht.

Was das für euch bedeutet: Da für die meisten von uns vor allem der deutsche und europäische Suchmarkt relevant ist, fallen die Auswirkungen einer Site-Reputation-Maßnahme künftig zumindest im EWR geringer aus. Auch dieser Fall zeigt: Europa setzt gegen Google zunehmend eigene Regeln durch. Außerhalb des EWR bleiben die Maßnahmen voll wirksam.

#03 Suchdatenfreigabe von Google: Die Rahmenbedingungen stehen fest

Im Juli-Rückblick berichteten wir bereits darüber, dass Google Suchdaten teilen muss, aber nicht wie genau. Bedingungen für das European Search Dataset Licensing Program wurden am 31. Aug. 2026 veröffentlicht.

Vier Datenkategorien müssen bereitgestellt werden:

  • Suchanfragen: Suchbegriffe, Autocomplete, Standort, Sprache, Gerätetyp
  • Sichtdaten: alle angezeigten URLs und visuellen Elemente, organisch wie bezahlt
  • Klickdaten: Klickreihenfolge, Verweildauer, Hover- und Scroll-Verhalten
  • Rankingdaten: absolute und relative Position jedes Ergebnisses

Bei den Kosten gilt eine strenge FRAND-Regel: nur tatsächliche Bereitstellungskosten plus angemessene Rendite. Kleinere Unternehmen müssen weniger zahlen.

Zugang bekommen nur Suchmaschinenbetreiber im EWR, die entweder seit mindestens zwei Jahren aktiv sind oder die jünger, aber mit 50 Mio. Euro Kapital ausgestattet sind. Zusätzlich müssen die Betreiber mindestens 50.000 monatliche EU-Nutzer*innen vorweisen. Lizenznehmer verarbeiten die Daten isoliert, anonymisiert und müssen sie nach spätestens 13 Monaten löschen.

Klick- und Rankingdaten in dieser Detailtiefe waren bisher für niemanden außerhalb von Google zugänglich.

Wichtige Einschränkung: Die Daten dürfen für KI-Bots bei der Suche und im Grounding eingesetzt werden, das Training auf den Daten ist ausdrücklich untersagt.

Online Marketing News

#01 ChatGPT Ads: Start in Deutschland – und was die ersten Daten zeigen

Im April hatten wir noch vermerkt, dass die EU bei ChatGPT Ads außen vor bleibt. Das hat sich nun erledigt: OpenAI hat ChatGPT Ads auf 31 europäische Märkte ausgeweitet, darunter Deutschland und Österreich – seit dem 31. August ist der Self-Service-Zugang über den Ads Manager freigeschaltet. Anzeigen sehen weiterhin nur Nutzer*innen der beiden günstigsten Tarife – ChatGPT Free (kostenlos) und ChatGPT Go (Einstiegs-Abo). Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei. Die Anzeigen sind klar gekennzeichnet, von den Antworten getrennt und beeinflussen diese laut OpenAI nicht.

Damit kommt in Deutschland eine Plattform an, die sich in sechs Monaten von einem reinen Reichweiten-Experiment ohne Erfolgsmessung in Richtung einer ernstzunehmenden Performance-Plattform entwickelt hat. Es gibt mittlerweile:

  • Conversion-Optimierung, Geo-Targeting und Custom Audiences
  • den OpenAI Pixel samt Conversions API
  • automatisiertes Bidding und Targeting nach iOS/Android/Web
  • View-Through-Conversions (Conversions nach Anzeigenkontakt ohne Klick)

Wie gut das funktioniert, zeigen zwei Auswertungen:

  • Erstens: SE Ranking fand auf rund 26 % aller kommerziellen Prompts Anzeigen – fast so häufig wie in Googles AI Mode. Etwa jede siebte Anzeige passte jedoch nicht zum Thema, und nur 3,6 % der Werbetreibenden wurden zugleich als Quelle in der Antwort zitiert. Bezahlte Sichtbarkeit bringt also keine organische.
  • Zweitens: Erste Kampagnen laufen bei CPCs von ca. 2-5 Dollar und ab 25 Dollar Tagesbudget. Keywords gibt es nicht – das Targeting steuert ihr über freie „Context Hints“ (Freitext-Beschreibung passender Gesprächsthemen), und welche Prompts die Anzeige ausgelöst haben, seht ihr nicht. In einem Test mit GA4-Daten von rund 1.500 Nutzer*innen, die dieselbe Website über Google Ads bzw. ChatGPT Ads erreichten, konvertierte der ChatGPT-Traffic deutlich schlechter (0,21 % vs. 3,71 %).

Was das für euch bedeutet: Der Einstieg ist günstig, das Reporting dünn und die Relevanz noch nicht ausgereift. Startet mit kleinem Budget, UTM-Parametern und Pixel, testet Context Hints in Varianten – und trennt View-Through- von Klick-Conversions, bevor ihr den Kanal bewertet. Vergleicht ChatGPT Ads dabei nicht 1:1 mit Google Ads, sondern bewertet den Kanal an den Kosten pro gewonnenem Kunden.

#02 Google Ads: Ziel-CPA und Ziel-ROAS werden jetzt wörtlich genommen

Seit dem 17. August hat Google das Verhalten zielbasierter Gebotsstrategien geändert: Kampagnen, die durch ihr Budget eingeschränkt sind, liefern nicht mehr besser als ihr Ziel-CPA oder Ziel-ROAS, sondern werden auf den eingestellten Wert optimiert. Googles Beispiel: Wer 10 € Ziel-CPA vorgibt, zuletzt aber Conversions für 5 € bekam, landet künftig näher an 10 €.

  • Betroffen: Search-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen, sofern sie durchgängig budgetlimitiert sind.
  • Nicht betroffen: Nicht budgetlimitierte Kampagnen sowie App- und Video-Kampagnen.

Google passt Ziele nicht automatisch an, bietet aber ein Tool zur Anpassung von Gebotszielen, das neue Werte auf Basis der jüngsten Leistung vorschlägt.

Warum das mehr ist als Housekeeping: Viele Werbetreibende haben bewusst großzügige Ziele mit knappem Budget kombiniert, um Smart Bidding Spielraum zu geben – das Budget war die eigentliche Bremse. Diese Taktik funktioniert nicht mehr. Wer die Tool-Empfehlung blind übernimmt, riskiert außerdem, einen zufällig guten Monat als Dauervorgabe festzuschreiben.

Was das für euch bedeutet:

  • Filtert Kampagnen mit Status „Durch das Budget eingeschränkt“ und Ziel-CPA/-ROAS.
  • Vergleicht Ziel und tatsächliche Leistung der letzten 30 Tage.
  • Entscheidet pro Kampagne: Ziel anpassen, Budget erhöhen oder bewusst mehr Volumen zu schlechterer Effizienz akzeptieren.

 

KI-News

#01 Mehr KI-Sichtbarkeit: Warum Onpage-SEO allein nicht reicht

Perfekt Onpage-optimiert und trotzdem unsichtbar in ChatGPT und Co.? Das liegt daran, wie KI-Systeme ihre Quellen auswählen – und diese Auswahl findet größtenteils außerhalb eurer Website statt.

Whitelisting statt Blacklisting: Weil KI-Plattformen die Vertrauenswürdigkeit von Quellen kaum zuverlässig bewerten können, begrenzen sie den Kreis zitierter Websites vorab. Bei ChatGPT lässt sich das seit GPT-5.4 beobachten: Beim Query Fan-Out werden gezielt bestimmte Domains per „site:“-Operator abgefragt – bei News-Themen fast nur große, bekannte Seiten. Wer nicht bekannt ist, landet trotz perfekter Onpage-Optimierung selten in diesem Quellenpool. Sichtbar werdet ihr dann nur über Erwähnungen und Links auf Seiten, die die KI ohnehin nutzt (z. B. Reddit, Testberichte, Verzeichnisse), und langfristig über mehr Markenbekanntheit.

Links als Eintrittskarte, Mentions als Entscheider:Wie eng dieser Quellenpool mit klassischen Rankings zusammenhängt, zeigen Daten von Ahrefs:

  • Rund 76 % der AI-Overview-Zitate stammen aus den klassischen Top 10, ca. 88 % der ChatGPT-Zitate von Seiten, die ohnehin bereits ranken.
  • Um dorthin zu kommen, braucht ihr weiterhin Backlinks und Domain-Autorität – 75 % der zitierten URLs haben ein Domain Rating von mindestens 40.
  • Seid ihr erst einmal in diesem Pool, entscheidet ein anderes Signal darüber, wer tatsächlich zitiert wird: nicht mehr die Zahl eurer Backlinks, sondern wie oft eure Marke auf anderen Seiten erwähnt wird – egal, ob diese Erwähnung verlinkt ist oder nicht.
  • Und: Aktualität hilft – KI-zitierte Inhalte sind im Schnitt rund 26 % frischer als die organischen Top 10.

Was das für euch bedeutet: Rankings und Bekanntheit bringen euch in den Quellenpool. Breit gestreute Erwähnungen auf den Seiten, die die KI abfragt, entscheiden, ob ihr aus diesem Pool herausgegriffen werdet. Und aktuelle, gut strukturierte Inhalte sorgen dafür, dass diese Autorität nicht verpufft, sondern in Zitierungen mündet.

Trichtergrafik „The AI citation funnel" von Ahrefs und Bazoom: Von allen indexierten Seiten schaffen es nur die Top-10-Rankings, und davon wiederum nur ein Teil in KI-Zitate

Abbildung 3: Top-Rankings als Voraussetzung für AIO-Zitierungen, Quelle: bazoom.com

#02 Anthropic kennzeichnet KI-Texte künftig unsichtbar

Anthropic hat sich dem Verhaltenskodex zu Artikel 50 des EU AI Acts angeschlossen, ebenso wie Google, Meta, Microsoft, OpenAI, Black Forest Labs und Synthesia. Anthropic geht dabei aber weiter als nötig: Statt nur EU-Traffic zu markieren, gilt die Kennzeichnung weltweit und auf allen Oberflächen.

So funktioniert das Wasserzeichen:

  • Claude-Modelle, welche ab dem 2. August 2026 starten, weben eine unsichtbare Markierung direkt in den generierten Text ein. Dazu zählen unter anderem Fable 5.1 und Mythos 5.1.
  • Ältere Modelle wie Sonnet 5, Opus 5 oder Haiku 4.5 sollen im Rahmen einer gesetzlichen Übergangsfrist nachfolgen. Ein genaues Datum nennt Anthropic bislang nicht.
  • Das Wasserzeichen sitzt dabei auf Modellebene, nicht im Chat-Interface. Es wird also unabhängig davon, ob ihr die API, Claude Code oder eine Cloud-Anbindung nutzt platziert, und wandert beim Kopieren mit.
  • Generierte Bilder werden zusätzlich mit C2PA-Herkunftsdaten als KI-Bild signiert.

Die Erkennungstools sind noch nicht frei verfügbar und der genaue Mechanismus zur Erkennung noch nicht klar. Wichtig dabei ist: Ein erkanntes Wasserzeichen beweist am Ende nur, dass ein Modell beteiligt war, nicht alleinige Autorenschaft. Ein fehlendes Wasserzeichen hingegen beweist auch gar nichts.

Was das für euch bedeutet: Künftig wird zumindest teilweise technisch überprüfbar, was bislang reine Vertrauenssache war. Am Maßstab ändert sich aber wenig. Google benennt KI-Herkunft nicht allein als Qualitätsmerkmal, entscheidend seien die Qualität und der Mehrwert. KI ohne sorgfältige Überarbeitung neigt zu Mittelmaß, deshalb solltet ihr KI-Entwürfe als Ausgangspunkt behandeln, nicht als fertige Texte.

#03 Klingt gut, ist gut? KI-Assistenten urteilen nach dem Namen

Wer seine Marke „Frust & Partner“ statt „Fantastisch GmbH“ nennt, bekommt von KI-Assistenten tatsächlich eine schlechtere Beschreibung. Das zeigt eine Studie von Peec AI. Getestet wurden ChatGPT, Gemini, Google AI Overview, AI Mode und Copilot anhand von 904 echten Ein-Wort-Markennamen, bewertet auf einer psycho-linguistischen Positivitäts-Skala von 1 bis 9.

Das Ergebnis im Überblick:

  • Ein um einen Punkt positiver klingender Name führt im Schnitt zu einer 0,07 Punkte positiveren Beschreibung der Firma.
  • Im Experiment ganz ohne Websuche, mit 80 erfundenen Namenspaaren, war der Effekt bei den meisten Modellen deutlich messbar, am stärksten beim getesteten Modell, GPT 5.6 Terra.
  • Bei diesem Modell beschrieb jede zwölfte Antwort statt der Firma einfach die Wortbedeutung des Namens, sogenannte Semantic Takeover. Das Modell beschrieb eine fiktive Firma namens „Unethical Inc.“ direkt als unehrlich und korrupt.
Peec-AI-Grafik „Brand names on the human scale": Markennamen wie „Unethical Inc." oder „Poison" auf einer Positivitäts-Skala von 1 bis 9 im Vergleich zu „Lovable" oder „Hero"

Abbildung 4: Effekt der Markennamen auf die Beurteilungsbewertung, Quelle: Peec AI

Die gute Nachricht: Der Effekt verschwindet, sobald eine Marke bekannt ist. Discord, Riot Games oder Slack tragen alle Wortstämme mit negativer Bedeutung, keine KI verurteilt sie danach, weil Modelle genug echte Informationen über die Unternehmen kennen.

Was das für euch bedeutet: Wenn ihr gerade bei der Namensfindung einer neuen Marke seid, lohnt sich ein Blick auf die reine Wortbedeutung. Sie kann in der Findungsphase durchschlagen, wenn KI-Systeme noch wenig über euch wissen. Existiert eure Marke schon, bring Umbenennen auch nichts, sondern nur überhaupt bekannter zu werden, um die Entitätsbildung für die KISysteme zu unterstützen.

Tipps des Monats

#01 SERP-Feature-Timeline von Brodie Clark: Der Bookmark für alle Google- und ChatGPT-Tests

SEO Berater Brodie Clark pflegt seit Jahren ein chronologisches Register aller Tests und Veröffentlichungen an der Google-Suche, inzwischen auch ergänzt um ChatGPT-Anzeigeformate. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert mit frischen Einträgen.

Was die Timeline euch bietet:

  • Jeder Eintrag wird mit kurzem Datum, kurzer Beschreibung oder Quelle festgehalten. Teils sogar eigene Befunde.
  • Es gibt Filtermöglichkeiten wie Ads, AI Mode, AI Overview, ChatGPT, Ecommerce, Mobile oder Strukturierte Daten.
  • Reicht chronologisch mehrere Jahre zurück, ideal um Entwicklungen eines Features über die Zeit nachzuvollziehen.

Aktuelle Beispiele aus dem August sind: Ein Add-to-Cart Button kehrt bei kostenlosen Listings zurück, ChatGPT zeigt jetzt mehrere Produkt-Feed-Anzeigen in einer Karussell-Einheit und Googles Strongest-Match-Label für Anzeigen (das wir im Juni-Rückblick vorgestellt hatten) ist inzwischen für mehr Nutzer*innen sichtbar.

Was das für euch bedeutet: Setzt euch die Seite als Lesezeichen um SERP-Änderungen frühzeitig zu erkennen. Womöglich lassen sich rätselhafte Sichtbarkeits- oder Traffic-Ausschläge mit Tests oder Änderungen an den SERPs belegen. Gerade bei Ads- oder Ecommerce-Tests lohnt sich der regelmäßige Blick, um auf dem neusten Stand zu sein.

#02 GEO-Tipp: Optimiert eure ersten 200 Zeichen nach der H1

Über 90 % der ChatGPT-Nutzer*innen nutzen den kostenlosen Tarif. Laut einer aktuellen RESONEO-Studie öffnet das Modell im dortigen Standard-Modus (Instant) in 93 % der Fälle gar keine Seite. Eure Seite wird stattdessen nur anhand des vollständigen Titels und der ersten rund 200 Zeichen direkt nach eurer H1-Überschrift bewertet. Diese Daten stammen unter anderem aus der Chrome-Erweiterung ChatGPT Search & Fan-outs Capture, die wir euch im Juni-Rückblick vorgestellt hatten.

So setzt ihr das um:

  • Formuliert den Titel als eigenständigen, vollständigen Satz statt als abgeschnittene Kurzform.
  • Packt eure Kernaussage in die ersten 200 Zeichen direkt nach der H1, nicht erst danach.
  • Haltet Alt-Texte in Seitennähe informativ, sie zählen mit zum erfassten 200er Textbudget.
  • Bleibt unter 4 MB Seitengröße und lesbar ohne JavaScript, sonst wird die Seite gar nicht erst gelesen.

Zwei weitere Funde aus der Studie sollten euer Vorgehen beeinflussen: Erstens ignoriert der Lese-Cache von ChatGPT Cache-Control-no-store und noindex, eine einmal gelesene Seite kann Monate später noch an andere Nutzer*innen ausgespielt werden. Zweitens tragen ausgerechnet die Seiten, die ChatGPT selbst öffnet und liest, kein utm_source=chatgpt.com, obwohl sie mit rund 74 % Zitier-Wahrscheinlichkeit die wertvollsten Treffer sind. Euer Analytics-Tool sieht diese Besuche also nie.

Was das für euch bedeutet: Die technischen Details ändern sich laut RESONEO teils über Nacht, verlasst euch deshalb nicht blind auf einzelne Mechanismen. Die vier Handlungsempfehlungen oben bleiben aber stabil und lassen sich umsetzen, um zu verbessern, was ChatGPT von eurer Seite überhaupt mitbekommt, sobald sie abgerufen wurde.

Unseren Newsletter abonnieren & keine News mehr verpassen!

Lust auf einen Gastartikel?
Möchtest du einen Gastartikel auf SEO-Trainee.de veröffentlichen? Dann schau dir unsere Richtlinien für Gastbeiträge an und melde dich ganz einfach bei uns! Wir freuen uns von dir zu hören

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert