Diesen Monat spitzt sich der Machtkampf ums offene Web zu: Die EU zwingt Google ab 2027 zur Freigabe seiner Suchdaten, während große US-Publisher offen über eine komplette Googlebot-Sperre nachdenken. Eine randomisiertetudie liefert dazu erstmals den kausalen Beleg, dass AI Overviews Publisher fast 40 % ihrer Klicks kosten. Dass sinkende Klickzahlen kein Naturgesetz sind, zeigt ausgerechnet Deutschland, denn hierzulande wächst der Traffic der Newsmarken den siebten Monat in Folge.
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Google News
#01 EU zwingt Google zur Freigabe von Suchdaten
Ab Januar 2027 muss Google seine Suchdaten mit Wettbewerbern teilen. Das hat die EU-Kommission am 16. Juli 2027 auf Basis des Digital Marketing Acts (DMA) durchgesetzt. Die Maßnahmen legen rechtlich bindend fest, wie Google seine DMA-Pflichten konkret umzusetzen hat.
Die zentralen Punkte im Überblick:
- Google muss Suchdaten, die zur Optimierung eigener Dienste genutzt werden, auch für Drittanbieter zur Verfügung stellen. Zugangsberechtigt sind ebenfalls auch Anbieter von KI-Chatbots mit eigener Suchfunktion.
- Vorgeschrieben für Datenzugang sind eine Preisformel, ein transparentes Zugangsverfahren sowie Anonymisierung der Daten.
- Google muss außerdem sein Betriebssystem Android bis August 2027 für konkurrierende KI-Assistenten öffnen. Betroffen sind elf Systemfunktionen, auf die bislang nur Gemini Zugriff hat.
Ziel der Kommission ist es, den eigenverstärkenden Vorteil von Google zu durchbrechen: Mehr Nutzer*innen bedeuten mehr Daten, mehr Daten verbessern wiederum Suche und KI-Modelle. Google kann gegen diese Entscheidung noch gerichtlich vorgehen.
Nur eine Woche später, am 23. Juli 2026, verhängte die EU-Kommission eine Geldstrafe von 890 Millionen Euro gegen Google in anderer Sache: Die Bevorzugung eigener Dienste wie Sportergebnisse und Hotelsuche in den Suchergebnissen sowie die Behinderung alternativer App Stores auf Android.
Was das für euch bedeutet: Sobald Google ab 2027 Suchdaten teilen muss, könnten neue oder bislang kleinere Suchanbieter und KI-Systeme durch diese Nutzungsdaten deutlich schneller aufholen. Behaltet im Blick, welche (neuen) Suchplattformen dadurch an Relevanz gewinnen für eure Sichtbarkeitsstrategie. Ob neue Erkenntnisse über Googles Rankingfaktoren nach außen dringen, ist bis jetzt reine Spekulation.
#02 Top Stories in AI Overviews und KI-Text in Shopping Ads
Google hat im Juli gleich an mehreren Stellen in der Google-Suche nachgelegt. Erstens bestätigte ein Google-Sprecher, dass das bereits im Mai angekündigte Top-Stories-Karussell innerhalb von AIO nun vollständig live ist. Aktuell aber nur für Nutzer*innen in den USA. Das Karussell erscheint bei Suchanfragen zu aktuellen Themen und hebt auch die eingestellten„bevorzugten Quellen“ hervor.

Abbildung 1: So sehen die Top Stories in den AIO aus, Quelle: Search Engine Land
Außerdem gibt es Bewegung bei den Anzeigen: Nachdem Google KI-generierte Zusammenfassungen unter klassischen Suchanzeigen bestätigt hatte, wurden Ende Juli erste Sichtungen desselben Features auch bei Shopping- und Produktanzeigen gemeldet. Auch diesem Test liegt dieselbe Fragestellung zugrunde: Verhilft zusätzlicher KI-Kontext Nutzer*innen zu informierteren Kaufentscheidungen?

Abbildung 2: AI-generierte Produktwerbung-Beschreibung, Quelle: Search Engine Land
Was das für euch bedeutet: Für Newsseiten lohnt sich ein Blick auf das bevorzugte Quellen-Feature und Aktualität, um Top-Stories-Karusselle als Sichtbarkeitskanal innerhalb der AIOs für sich zu gewinnen. Schaltet ihr Shopping Ads, solltet ihr die eigenen Produktinformationen sauber halten, da KI-generierte Beschreibungen direkt auf diesen Daten basieren dürften.
#03 Social- und Video-Reportings in der GSC sind jetzt live
Seit dem 29. Juli lassen sich Social- und Video-Plattformen wie TikTok, Instagram, X und YouTube in der Search Console als eigene Property auswerten. Google hat die sogenannten Platform Properties jetzt weltweit ausgerollt.
Das könnt ihr damit anfangen:
- Der Statistikbericht zeigt euch Traffic-Trends, Top-Content und Suchbegriffe, über die Nutzer*innen eure Social- und Video-Inhalte über Google finden.
- Die Anfragegruppen identifizieren, welche Suchanfragen-Themen gerade zunehmen oder abfallen.
- Mit dem 24-Stunden-Filter könnt ihrplötzliche Trend-Traffic-Spitzen bei frisch veröffentlichten Postings beobachten.
- Ihr könnt Formate vergleichen: Beispielweise lassen sich YouTube Shorts gegen Videos in voller Länge oder Instagram Reels gegen klassische Beiträge gegenüberstellen.
- Die Export-Funktion ermöglicht euch den Vergleich mehrerer Plattformen in einer Tabelle.
- Die Möglichkeit Anmerkungen zu dokumentieren. So könnt ihr nachvollziehen, ob eine geänderte Beschreibung oder ein neuer Titel die Suchperformance beeinflusst haben.
Wer bereits sein Google-Suchprofil verifiziert hat, findet die verknüpften Konten automatisch als Property vor, alle anderen fügt ihr manuell über die GSC hinzu.

Abbildung 3: Beispielbild der GSC zu YoutTube-Inhalten, Quelle: Google Dev Blog
Was das für euch bedeutet: Erstmals lässt sich objektiv messen, wie eure Social- und Video-Inhalte in der GSC performen. Ihr könnt auswerten, über welche Suchanfragen eure Posts und Videos in der Google-Suche gefunden werden und damit, welche Formulierungen eure Zielgruppe dort tatsächlich verwendet. Diese Begriffe lassen sich gezielt in Captions, Titeln und Hashtags aufgreifen. Beiträge mit vielen Impressionen, aber geringer Klickrate weisen zudem auf Optimierungspotenzial bei Titel oder Thumbnail hin.
#04 Private Claude-Chats landeten im Google-Index
Öffentlich geteilte Chat-Links von Anthropics Claude waren in Google, Bing und weiteren Suchmaschinen indexiert und auffindbar, teils mit sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik. Das berichtete Wired am 28. Juli 2026. Ursache war keine Sicherheitslücke bei Google, sondern ein klassischer SEO-Fehler auf Seiten von Anthropic.
Was technisch passiert ist:
- Claude erlaubt es, Chats über eine öffentliche URL als Snapshot zu teilen.
- Anthropic sperrte diese URLs per robots.txt für Crawler und versah sie parallel mit einem noindex-Tag.
- Diese Kombination funktioniert nicht: Wenn Crawler eine Seite wegen robots.txt gar nicht erst aufrufen dürfen, sehen sie auch das noindex-Tag im HTML nie, die Seite kann aber trotzdem über externe Links indexiert werden.
Was das für euch bedeutet: Prüft eure eigenen Seiten auf diese Kombination: Eine robots.txt-Sperre und ein noindex-Tag. Beides gleichzeitig auf derselben URL führt dazu, dass Google das noindex-Tag nie zu Gesicht bekommt. Verwaltet ihr sensible oder öffentlich teilbare Nutzerinformationen, wie über teilbare Links, Formulare oder Nutzerprofile, solltet ihr eure robots.txt noch einmal an dieser Stelle gegenchecken.
Online Marketing News
#01 Yelp-Bewertungen fließen künftig in ChatGPT ein
Lokale Anfragen in ChatGPT bekommen eine neue Datenbasis: Yelp lizenziert Bewertungen, Fotos und Unternehmensdaten an OpenAI. ChatGPT kann diese Inhalte damit in Echtzeit in Antworten auf lokale Suchanfragen einbinden, inklusive Yelp-Branding und Verlinkung. Die Darstellung kontrolliert allerdings OpenAI. Yelp-CEO Jeremy Stoppelman bringt das Selbstverständnis dahinter auf den Punkt: „If you want to answer local queries, you really need Yelp.“
Die wichtigsten Details:
- Auch Yelps „Request a Quote“-Feature soll bald folgen: Nutzer*innen können dann direkt über ChatGPT Angebote von lokalen Dienstleistern anfragen, ohne den Chat zu verlassen.
- Der Deal ist nicht exklusiv: Yelp darf ähnliche Vereinbarungen mit anderen KI-Anbietern schließen. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
- Yelp behandelt ChatGPT als weitere Distributionsplattform, ähnlich wie Apple Maps oder Yahoo, die schon länger Yelp-Daten beziehen.
Pikant an der Sache: Yelp kennt dieses Spiel bereits. Das Unternehmen lizenzierte früher Content an Google, doch die Beziehung endete im Streit. Inzwischen klagt Yelp sogar gegen Googles Local-Search-Praktiken. Stoppelman setzt trotzdem darauf, dass die Sichtbarkeit außerhalb der eigenen Plattform am Ende auf die Marke Yelp einzahlt.
Was das für euch bedeutet: Eure Sichtbarkeit in KI-Antworten hängt zunehmend davon ab, wie gepflegt eure Profile und Bewertungen auf den Plattformen sind, deren Daten die Modelle lizenzieren. In den USA führt dabei kaum ein Weg an Yelp vorbei. Hierzulande spielt die Plattform zwar eine kleinere Rolle, der Deal zeigt aber, wohin die Reise geht: Bewertungsplattformen werden zu Datenlieferanten für KI-Antworten, und das Review-Management gehört damit fest in eure GEO-Strategie.
#02 Deutsche News-Marken wachsen gegen den globalen Trend
Während AI Overviews Publisher weltweit unter Druck setzen, wachsen deutsche Newsmarken seit sieben Monaten in Folge. Das zeigt der German News Media Audience Benchmark von Mather Economics: Im zweiten Quartal 2026 legten deutsche Marken um 7,8 % im Jahresvergleich zu, während US-Marken im selben Datensatz 17,1 % verloren. Unabhängige deutsche Regionalzeitungen wuchsen sogar um 30,9 % im zweiten Quartal.
Auch Deutschland bleibt von KI-Suche nicht verschont: SISTRIX-Daten von März 2026 zeigen, dass AI Overviews die Klickrate auf Position 1 hierzulande von 27 % auf 11 % gedrückt haben, macht rund 265 Millionen entgangene Klicks pro Monat.
Doch wie passt das zusammen? Traditionelle Google-Suche macht inzwischen nur noch 27 % der Publisher-Zugriffe über Google aus, Google Discover übernimmt rund zwei Drittel. Deutsche Leser*innen kommen zudem häufiger direkt wieder als US-Nutzer*innen. Wer weniger von klassischer Suche abhängt und mehr auf Stammleserschaft setzt, wird von AI Overviews möglicherweise seltener getroffen – eine plausible Erklärung, aber keine bewiesene Ursache.
Zur Einordnung: Mather Economics berät selbst Verlage zu Monetarisierung, das Unternehmen hat also ein wirtschaftliches Interesse an genau dieser Datendeutung.
Parallel dazu denken große US-Publisher wie USA Today, Politico, Reuters und People öffentlich darüber nach, Google den Zugriff auf ihre Inhalte ganz zu verweigern. USA-Today-CEO Mike Reed nennt es Zeit, Stellung zu beziehen, People-Chef Neil Vogel hält eine komplette Sperre für zu 100 % denkbar.
Was das für euch bedeutet: Am Beispiel von Deutschland sieht man: Sinkender Google-Traffic ist kein Naturgesetz. Ihr solltet checken, wie stark ihr von klassischer Suche im Vergleich zu Discover oder direkten Wiederkehrer*innen abhängt. Bevor ihr drastische Maßnahmen wie eine Google-Sperre erwägt, prüft, wie loyal eure eigene Leserschaft ist.

Abbildung 4: Traffic-Rückgang bekannter Publisher-Häuser, Quelle: seroundtable.com
KI-News
#01 Test zeigt: Führende US-KI-Assistenten rendern kein JavaScript
Ein Team um Andre Alpar hat getestet, ob KI-Assistenten beim Zusammenfassen einer URL wirklich JavaScript ausführen oder nur den rohen HTML-Code lesen. Der Trick: Im HTML stand ein falscher Platzhalterwert, der echte Wert wurde erst per JavaScript nachgeladen und erschien nirgends im Quelltext. Zwölf Assistenten bekamen je eine geheime URL mit der Aufgabe, die Seite zusammenzufassen und den Wert zu nennen.
DeepSeek, ERNIE, Qwen, Kimi sowie das europäische Mistral führten das JavaScript aus und nannten den korrekten Wert. Bei den sieben US-Systemen zeigt sich dagegen ein anderes Bild:
- ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und Meta AI riefen nur das HTML ab, ohne die JavaScript-Datei überhaupt nachzuladen.
- Microsoft Copilot lud die Datei zwar herunter, führte sie aber nie aus.
- Grok führte das Skript sogar aus, das Ergebnis landete aber nie in der finalen Antwort.
Alle sieben nannten am Ende trotzdem den falschen Platzhalterwert, nur der technische Weg dorthin unterschied sich. Besonders aufschlussreich: Perplexity behauptete im Chat, die Seite gar nicht erreichen zu können, obwohl die Server Logs einen erfolgreichen Abruf zeigten. Die Selbstauskunft eines KI-Assistenten über sein eigenes technisches Verhalten ist nicht zuverlässig, denn die Server Logs zeigten einen Abruf.
Was das für euch bedeutet: Per JavaScript nachgeladene Inhalte sind für die meistgenutzten westlichen KI-Assistenten schlicht unsichtbar. Setzt also bei GEO-relevanten Kerninformationen am besten auf Server-Side-Rendering und platziert wichtige Fakten direkt im HTML, möglichst weit oben.
#02 Cloudflare setzt KI-Crawlern eine Frist
Cloudflare hat am 1. Juli 2026 angekündigt, sogenannte Mixed-Use-Crawler ab dem 15. September 2026 standardmäßig auf allen werbefinanzierten Seiten zu blockieren. Betroffen sind Bots, die Suche, Agenten-Nutzung und KI-Training in einem Crawler vermischen, ohne diese Zwecke voneinander zu trennen.
Die neuen Standardeinstellungen im Überblick:
- Reine Such-Crawler bleiben weiterhin standardmäßig erlaubt.
- Training und Agenten-Zugriff werden bei Mixed-Use-Crawlern blockiert, sofern die Seite Werbung ausspielt.
- Betroffen sind neue Kund*innen sowie alle kostenlosen Cloudflare-Konten, die ihre Einstellungen nicht ändern.
Zusätzlich ersetzt Cloudflare sein bisheriges Pay-Per-Crawl durch Pay-Per-Use: KI-Unternehmen zahlen künftig nur noch, wenn Inhalte tatsächlich in einer Antwort landen, nicht mehr für jeden Seitenaufruf.
Wie ungleich Crawling und Referral-Traffic bislang verteilt waren, zeigen Zahlen, die PPC Land einordnet: Bereits im August 2025 legte Cloudflare offen, dass Anthropics Crawler rund 38.000 Seiten pro einem Referral-Besuch abrief, bei OpenAI waren es rund 1.091 Seiten. Aktuellere Daten von Anfang Juni 2026 zeigen zudem, dass Trainings-Crawler bereits 50,6 % des gesamten KI-Bot-Traffics ausmachten, reine Such-Bots nur noch 10,7 %.
Ein Sonderfall bleibt Google: Der Googlebot crawlt für die klassische Suche und liefert gleichzeitig die Datenbasis für AI Overviews, ohne dass sich das eine technisch vom anderen trennen ließe.
Was das für euch bedeutet: Prüft vor dem 15. September über die Bot-Management-Sektion in Cloudflare oder das neue Attribution-Business-Insights-Dashboard, welche KI-Crawler eure Seiten besuchen und wie viel Traffic aus KI-Verweisen stammt. Seht ihr kaum Referral-Traffic aus KI-Systemen, könnt ihr Trainings-Crawler bedenkenlos auf „Charge“ stellen.
#03 About You launcht KI-Fotostudio Scayle Studios
Die About You Group hat ihr KI-basiertes Fotostudio Scayle Studios vorgestellt, ein Self-Service-Tool, das aus einem hochgeladenen Produktbild komplette Foto- und Videosets erzeugt, statt wochenlanger Studio-Produktion in wenigen Minuten. Wichtig zur Einordnung: Die Zahlen stammen von About You und von Scayle selbst.
Die Zahlen im Überblick:
- Ein klassisches Fotoshooting kostete bislang rund 70 bis 80 Euro pro Produkt. Ein einzelnes KI-generiertes Bild kostet dagegen etwa 1,10 Euro, ein komplettes Sieben-Bilder-Set für die Produktseite rund 7,70 Euro.
- Bei About You selbst laufen bereits rund 90 % der E-Commerce-Fotoproduktion über KI-Workflows, die Time-to-Market sank um mehr als 95 %, das spart jährlich über 8 Millionen Euro.
- Im A/B-Test erzielten KI-Bilder einen Umsatz-Uplift von 9,2 % gegenüber klassischen Studiofotos, im Multi-Set-Routing mit zielgruppenspezifischer Optimierung sogar bis zu 20 %.
- Erste zahlende Firmenkunden sind unter anderem s.Oliver, Betty Barclay und Goldner Fashion, dazu über 100 weitere Marken im Pay-as-you-go-Modell.
Jedes generierte Bild bekommt automatisch einen SEO-Alt-Text sowie ein unsichtbares KI-Wasserzeichen zur Herkunftskennzeichnung.
Was das für euch bedeutet: Günstige KI-Bilder machen es wirtschaftlich, den ganzen Katalog inklusive Nischenprodukte durchgängig in hoher Qualität zu bebildern und so Content-Lücken zu schließen. Echte Differenzierung entsteht über die Markenwelt. Überprüft beim Verwenden von KI-generierten Alt-Texten bei einem anwachsenden Produktkatalog außerdem, ob diese wirklich einen Mehrwert liefern.
Tipps des Monats
#01 Kostenloser Common Crawl Visibility Checker prüft eure KI-Trainingsdaten-Sichtbarkeit
Common Crawl crawlt monatlich über 2 Milliarden Webseiten und stellt die Daten kostenlos bereit. Diese bieten die Grundlage für einen Teil fast aller KI-Trainingsdaten. Laut einer Mozilla-Auswertung trainierten 64 % der zwischen 2019 und 2023 veröffentlichten Sprachmodelle zumindest teilweise damit. Im CCBot-Crawl zu fehlen, kann für viele KI-Modelle Sichtbarkeit kosten.
SEO-Berater Suganthan Mohanadasan hat Common Crawls eigenen, komplett manuellen Prüfleitfaden automatisiert. Sein kostenloser Common Crawl Visibility Checker liefert pro Domain oder Einzelseite:
- Captures pro Crawl als Trend über zwölf Monate
- robots.txt-Historie inklusive Datum, seit wann ein CCBot-Block existiert
- Herkunft des Blocks, etwa ein CDN-Template oder ein Plugin
- Live-Check, der auch Firewall-Blockaden aufdeckt, die im robots.txt gar nicht sichtbar sind
- Sitemap- und Speicherabgleich, jeweils ohne JavaScript, da CCBot keine Skripte ausführt
Wichtig zur Einordnung: Diese Tiefe an Einblick ist aktuell nur bei Common Crawl möglich, weil die Organisation ihr komplettes Archiv öffentlich macht. Für GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot und Co. gibt es kein vergleichbares Archiv, hier lässt sich bislang nur live prüfen, ob ein Crawler Zugriff hat, nicht aber, ob eure Inhalte tatsächlich in den Trainingsdaten gelandet sind.
Was das für euch bedeutet: Probiert den Checker unbedingt an eurer eigenen Domain aus, er ist kostenlos und liefert in wenigen Minuten eine konkrete Diagnose statt vager Vermutungen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie viel Transparenz möglich wäre, wenn auch andere große KI-Anbieter ihre Trainings-Crawls öffnen würden, aktuell bleibt das bei den meisten Systemen Wunschdenken.

Abbildung 5: seo-trainee.de im CC Crawl Check
#02 Neu im SISTRIX AI Check: Sentiment, Wettbewerbsvergleich und Empfehlungs-Landkarte
SISTRIX hat den AI Check am 21. Juli 2026 um drei neue Analysen erweitert, alle basieren auf echten KI-Antworten auf echte Nutzerfragen, nicht auf einer direkten Befragung des Modells zur eigenen Meinung.
- Sentiment-Score zeigt den Saldo aus Lob und Kritik pro Marke und Plattform, aufgeschlüsselt nach Themen, inklusive Original-Zitaten und Quellen
- Wahrnehmung im Wettbewerb stellt die zugeschriebenen Stärken und Schwächen der eigenen Marke denen der Wettbewerber gegenüber
- Empfehlungs-Landkarte zeigt, bei welchen konkreten Kaufanlässen die eigene Marke als erste Wahl, als Option oder gar nicht empfohlen wird, inklusive der Lücken, bei denen ausschließlich Wettbewerber genannt werden
Was das für euch bedeutet: Die drei Analysen liefern eine belegte, zitierfähige Antwort auf die Frage, wie KI-Systeme eure Marke wirklich einordnen, statt auf Vermutungen angewiesen zu sein. Alle drei sind kostenlos Teil der SISTRIX AI/Chatbot Beta, ein guter Anlass, die eigene Marke einmal durchzuchecken.
#03 Praxis-Tipp: Diese Prompt-Zusätze verbessern die Lesbarkeit eurer KI-Texte messbar
Wie muss ein Prompt aussehen, damit lesbarer Text dabei herauskommt? Diese Frage haben SISTRIX und WORTLIGA anhand von 2.112 KI-generierten B2B-Texten untersucht. Ein bürokratisch formulierter Prompt drückte den Lesbarkeits-Score auf 4,4 von 100 Punkten, ein Prompt mit klaren Stilvorgaben senkte Passiv-Konstruktionen dagegen komplett auf null.
Diese Zusätze in eurem Prompt lohnen sich laut der Auswertung konkret:
- Schreibt ausschließlich im Aktiv und vermeidet Passivkonstruktionen.
- Nutzt kurze Sätze mit maximal 15 bis 20 Wörtern.
- Verzichtet auf Substantivierungen (Durchführung, Umsetzung, Verbesserung), verwendet stattdessen Verben.
- Streicht Füllwörter und Floskeln wie „eigentlich“, „im Grunde“ oder „es ist wichtig zu erwähnen“.
- Schreibt für Leser*innen ohne Fachvorwissen, erklärt Fachbegriffe innerhalb des Satz.
Was das für euch bedeutet: Bevor ihr für bessere KI-Texte das Modell wechselt, probiert erst diese fünf Vorgaben im Prompt aus, der Unterschied ist laut Studie größer als der zwischen den Modellen selbst. Ein guter Testfall: Lasst euch von der KI denselben Text einmal ohne und einmal mit diesen Vorgaben schreiben und vergleicht das Ergebnis. Eine Einrichtung eines Lesbarkeits-Check-Skills kann für eure Textproduktion praktisch und wiederverwendbar sein.




