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SEO für internationale Websites: hreflang

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SEO für internationale Websites: hreflang

Für Unternehmen, die sich global aufstellen wollen, ist eine internationale Präsenz im Web unbedingt erforderlich. Allerdings kann man bei der Internationalisierung des eigenen Online-Angebots viel falsch machen – angefangen bei der technischen Aufstellung bis hin zur Wahl der richtigen Seiteninhalte für die dazugehörigen Sprachversionen. Richtig bedeutet in diesem Fall einzigartig. Wegen des hohen Aufwands ist es jedoch nicht immer möglich, Unique Content für jede einzelne internationale Version einer Website zu schaffen, was mitunter zu duplizierten Inhalten und Rankingverlusten führt. Um identischen Content zu umgehen und Webmastern von länder- oder sprachübergreifenden Internetangeboten die Arbeit zu erleichtern, hat Google 2012 das hreflang-Attribut eingeführt. Worum es sich bei diesem Markup handelt, in welchen Fällen es zum Einsatz kommt und wie man es verwendet, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.

Das hreflang-Attribut

Die Auszeichnung rel=“alternate“ hreflang=“x“ zeigt den Suchmaschinen an, dass es weitere internationale Sprachversionen einer Webseite mit gleichem Inhalt gibt und hilft Google & Co. dabei, dem Internetnutzer die speziell auf ihn bzw. auf seine Browser-Einstellungen und die Sprache in seiner Region zugeschnittene Webseite auszugeben. Das „x“ steht stellvertretend für den jeweiligen Ländercode nach ISO 639-1.

Was ist ein Attribut?

Attribute dienen dazu, Elementen, die dem HTML-Code Struktur verleihen und dem Browser vorgeben, wie eine Seite angezeigt werden soll (z. B. link, title oder meta), noch weitere Informationen zuzuweisen.

Beispiel für ein HTML-Element:

<head>
<meta name="description" content="Hier schreiben Trainees, die am Anfang ihrer 
SEO-Karriere stehen über ihre persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse 
und Ergebnisse." />
</head>

Die meisten Attribute sind in HTML optional und für viele Elemente einsetzbar. Andere Attribute hingegen sind für ein bestimmtes Element maßgeschneidert. So geht das img-Element beispielsweise immer mit dem alt-Attribut einher – bitte SEO-gerecht ausgezeichnet. 😉 Es können mehrere Attribute hintereinander und durch ein Leerzeichen getrennt stehen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Den Attributen, deren Werte in Anführungszeichen geschrieben werden, folgt immer ein Gleichheitszeichen.

Verwendung des hreflang-Attributs

Es gibt drei Szenarien, in denen Google die Verwendung von rel=“alternate“ hreflang=“x“ empfiehlt:

    • Vollständige Übersetzung der Webseite. Multilinguale Webseiten: Es existiert z. B. eine deutsche und eine portugiesische Version jeder Seite. Achtung: Nick Eubanks rät von automatisch übersetzten Webseiten ab und empfiehlt, diese, wenn sie nicht zu vermeiden sind, von der Indexierung mittels robots.txt auszuschließen, da sie als Spam angesehen werden können.
Verwendung von hreflang - Szenario 1

Quelle: searchenginewatch.com

    • Nur die Vorlage der Seite ist übersetzt, d. h. nur die Navigationselemente, Sidebar und Footer sind angepasst. Der Seiteninhalt liegt weiterhin in einer einzigen Sprache vor – z. B. Seiten mit nutzergenerierten Inhalten (UGC).
Verwendung von hreflang - Szenario 2

Quelle: searchenginewatch.com

  • Gleiche Sprachversion, gleicher Inhalt, aber geringe regionale Abweichungen. Zu finden bei multiregionalen Webseiten, die auf User abzielen, die dieselbe Sprache sprechen, aber aus unterschiedlichen Ländern kommen. Beispiel: Von einer Webseite existiert sowohl eine portugiesische Version für Brasilien als auch eine für Portugal.
Verwendung von hreflang - Szenario 3

Quelle: searchenginewatch.com

Einbindung des hreflang-Attributs

Greifen wir das erste Verwendungsbeispiel auf und setzen für die folgende Erläuterung zur Anwendung des hreflang-Attributs voraus, dass wir eine deutschsprachige Seite unter http://de.unser-beispiel.com/ und eine portugiesische Version von der Seite unter http://pt.unser-beispiel.com hosten. Laut Google gibt es nun drei Möglichkeiten, um anzugeben, dass die Subdomain pt. die portugiesischsprachige Entsprechung der deutschen Seite ist:

Möglichkeit 1: Man fügt in den head-Bereich des HTML-Codes von http://de.unser-beispiel.com/ ein Link-Element ein, welches auf die portugiesische Version der Webseite unter http://pt.unser-beispiel.com verweist, oder Möglichkeit 2, man gibt die alternative Sprachversion im HTTP-Header an. Dieser Schritt wird notwendig, wenn Dateien veröffentlicht werden, die nicht im HTML-Format vorliegen (z. B. PDFs). Möglichkeit 3: Mithilfe der XML-Sitemap wird den Suchmaschinen die Information über die Existenz einer weiteren Sprachvariante der Webseite bereitgestellt.

    • HTML-Link-Element
<head>
<link rel="alternate" hreflang="pt" href="http://pt.unser-beispiel.com" /> 
</head>
    • HTTP-Header
<http://pt.unser-beispiel.com />; rel="alternate"; hreflang="pt"
    • XML-Sitemap
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
        xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml">
  <url>
    <loc>http://de.unser-beispiel.com/</loc>
    <xhtml:link 
                 rel="alternate"
                 hreflang="de"
                 href="http://de.unser-beispiel.com/"
                 />
     <xhtml:link 
                 rel="alternate"
                 hreflang="pt"
                 href="http://pt.unser-beispiel.com"
                 />
   </url>

Im Fall von multilingualen und multiregionalen Webseiten sollte das erweiterte hreflang-Attribut mit Länder- und Sprachkürzel verwendet werden. Eine Übersichtsliste zu den Kürzeln findet ihr auf selfhtml.org. Im Falle unseres dritten Verwendungsbeispiels – zur Erinnerung: wir haben eine deutsche Webseite sowie ein portugiesisches Pendant für Brasilien und eins für Portugal – bedeutet das für den Gebrauch des hreflang-Attributs, dass entweder „pt-PT“ für Portugiesisch Portugals oder „pt-BR“ für Portugiesisch Brasiliens ausgezeichnet sein sollte. Die ersten beiden klein geschriebenen Buchstaben stehen für die Sprache. Mit Bindestrich abgetrennt folgt in Großbuchstaben das Land.

Beispiel für entsprechende HTML-Link-Elemente:

<head>
<link rel="alternate" hreflang="pt-PT" href="http://pt.unser-beispiel.com" /> 
</head>
<head>
<link rel="alternate" hreflang="pt-BR" href="http://pt-br.unser-beispiel.com" /> 
</head>

Wichtige Hinweise

      • Falls mehrere Sprachversionen einer Webseite existieren, müssen bei jeder dieser Seiten die Alternativen durch das hreflang-Attribut angegeben werden. Jede alternative Sprachversion benötigt ein eigenes Link-Element. Aufwendig, aber unabdingbar!
      • Die Auszeichnung mit rel=“alternate“ hreflang=“x“ erfolgt auf Seitenebene und NICHT auf Website-Ebene, d. h. es müssen ALLE Seiten entsprechend ausgezeichnet werden.
      • Mit dem neuen hreflang-Attribut „x-default“ kann für alle weiteren, nicht gesondert ausgewiesenen Sprachversionen eine Standardseite definiert werden.

 

hreflang in Kombination mit dem Canonical-Attribut

Die Verwendung des Canonical-Attributs in Verbindung mit hreflang ist nur bei 100 % identischen Sprachversionen (Duplicate Content) einer Webseite erforderlich, d. h. sollte man seinen Originalseitentext für die alternativen Sprachvarianten umgeschrieben haben, ist das Setzen eines Canonical nicht notwendig.

Nachfolgend ein Beispiel:

www.unser-beispiel.com enthält die Originalinhalte. Der Content für die Sprachvarianten www.unser-beispiel.co.uk und www.unser-beispiel.au ist 1:1 von der US-amerikanischen Webseite kopiert worden. Es liegt Duplicate Content vor.

Auf jeder der drei Webseiten weist das hreflang-Attribut auf die anderen Sprachversionen hin. Die australische und die britische Webseite zeigen zusätzlich per Canonical auf das US-amerikanische Original – die kanonische Seite.

hreflang-Attribut und Canonical-Attribut

Das Canonical-Attribut in Kombination mit hreflang wird auch oft dazu verwendet, neue Sprachversionen einer Webseite gezielt durch die Linkpower, den Trust und die Autorität der bereits bestehenden Original-Webseite zu stärken. Diese Vorgehensweise erlaubt den schnellen Launch weiterer internationaler Seiten. Allerdings ist bei der Verwendung des Canonical-Attributs Vorsicht geboten, wie die Jungs von Distilled wissen, denn die Deindexierung der nicht kanonisierten Seite ist vorprogrammiert.

Greifen wir das oben grafisch dargestellte Beispiel noch einmal auf: Sucht ein User in Großbritannien nach einem bestimmten Keyword, wird ihm wegen des Canonicals zunächst die amerikanische Originalseite in den SERPs angezeigt. Nach dem Klick auf das Suchergebnis wird er auf die UK-Seite weitergeleitet. Bei Seiten mit derselben Sprache grundsätzlich nicht schlimm, aber was passiert, wenn wir in Deutschland oder Portugal suchen und uns auch hier das amerikanische Snippet als erstes begegnet?

Der Vorteil liegt auf der Hand: Neue Sprachversionen können, ganz ohne eigene Rankings, Traffic generieren, wie Andre Alpar und Markus Koczy in ihrem Artikel „Internationalisierung von Webseiten mithilfe des hreflang-Attributs“ in der 17. Ausgabe der Website Boosting verraten. Sobald die neue Sprachversion ausreichend einzigartigen Content hat, kann und sollte das Canonical entfernt werden. Eine Leseprobe des Print-Beitrags gibt’s auf akm3.de/blog/.

Einen ausführlichen SEO-Test bezüglich der gemeinsamen Verwendung der Attribute hreflang und Canonical haben die OnlinePartners aus Dänemark durchgeführt. Ihre Ergebnisse könnt ihr euch im nachfolgenden YouTube-Video anschauen:

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Sandra und die SEO Trainees

SEO Trainee
Online Marketing ist meine Welt! Warum? Mich reizen die vielen abwechslungsreichen Aufgaben in einem schnelllebigen, dynamischen Arbeitsumfeld. Besonders schlägt mein Herz dabei für Content- und Social Media Marketing – da blühe ich richtig auf! Aber nicht nur das Kreative hat es mir angetan, nein, auch die technischen und analytischen Aspekte der Suchmaschinenoptimierung faszinieren mich. Genau dieser Facettenreichtum macht SEO für mich so attraktiv!

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