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Recap: scoopcamp 2017

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Am 28. September 2017 fand zum neunten Mal das scoopcamp – die Innovationskonferenz für Onlinemedien – statt. Das scoopcamp wird gemeinsam von nextMedia.Hamburg und der dpa veranstaltet und richtet sich an Experten und Innovatoren aus der IT-und Medienbranche. Besonders das Thema „Fake News“ war in diesem Jahr prominent. Das Programm bestand aus vier Keynotes – eine davon per Skype – sowie im Anschluss fünf parallel laufende Workshops. Unter den rund 250 Teilnehmern im Kehrwieder Theater in der Hamburger Speicherstadt waren auch unsere Kolleginnen Rike und Louisa. In ihrem Recap berichten die beiden von ihren Event Highlights. 

Jigar Mehta: The State of Online Video – Exploring the Opportunities for Publishers in Today’s Media Environment.

Jigar Mehta ist Media Innovation Strategist, Digital Entrepreneur und Journalist. Er ist Experte für innovatives Bewegtbild und wurde in diesem Jahr mit dem SCOOP Award 2017 ausgezeichnet. In seiner Keynote sprach er über den Status Quo von Online Videos sowie die Möglichkeiten von Videos für Medienunternehmen.

  • Status Quo: Die Branche ist extrem schnelllebig und wir sind ständig mit verschiedensten Themen beschäftigt: die kontinuierlichen Weiterentwicklungen der Nutzer, das Finden neuer Erlösmodelle, sich verändernde technologische Komponenten, neue Plattformen für Videos wie Facebook oder Reddit, usw. Hiervon sind wir teilweise schlichtweg überfordert.

Aber worauf kommt es bei der Produktion von Video-Inhalten an? „It’s time to go back to the basics“, so Mehta. Laut Mehta ist die Verbindung zwischen uns und unseren Zuschauern grundlegend für den Erfolg mit Videos. Die Zuschauer sollten also im Fokus unserer Arbeit stehen. Folgende Komponenten sollten bei der Video-Produktion beachtet werden:

  • inform: Gute Inhalte sollten die Zuschauer informieren. Beantwortet z. B. mit Euren Videos eine Frage, die Eure Zielgruppe interessiert.
  • authenticity: Authentizität ist wichtig, um eine bessere Verbindung zu den Zuschauern aufzubauen. Zeigt, dass Ihr Teil von ihnen seid und Euch mit denselben Fragen beschäftigt wie sie.
  • community: Identifiziert schon früh Eure Community und stellt sicher, dass Eure Inhalte diese Personen reflektieren. Erstellt Content, der tiefgehender ist als die Stories von Mainstream-Medien. Ein Beispiel: Entfernt den Journalisten aus den Videos und lasst Menschen ihre Geschichten direkt in die Kamera erzählen. Dadurch können die Zuschauer eine engere Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.
  • delight: Informieren ist nicht alles. Erstellt Inhalte, die begeistern.

Außerdem gab Mehta noch folgende Tipps für den Aufbau eines starken Medienunternehmens:

  • Baut ein starkes Team auf, das eure Community widerspiegelt.
  • Gebt eurem Team die „permission to fail“, um erfolgreich zu sein.
  • Schaut Euch Eure Zahlen genau an und seid Euch darüber bewusst, was Eure Ideen kosten.
  • Be an early mover und wachst gemeinsam mit Euren Zuschauern.
  • Habt Spaß an Eurer Arbeit.

Für die Zukunft heißt dies: Bereitet Euch vor und baut starke Teams auf, um schnell und effektiv auf Veränderungen zu reagieren.

Vasily Gatov: Learning from the Enemy – Can Quality Journalism Outsmart Fake News, Sensationalism and Digital Propaganda?

Vasily Gatov ist russischer Medienforscher und Senior Fellow am USC Annenberg Center on Communication Leadership & Policy in Los Angeles. In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit modernen Formen der Zensur und Manipulation in den Medien. Er thematisierte in seiner Keynote das Phänomen Fake News und wie sich Qualitätsjournalismus gegen digitale Propaganda wappnen kann.

Das freie Internet ist ein zweischneidiges Schwert, denn es gibt jedem eine Stimme, auch den Fake News. Und während viele Medienhäuser immer noch nach dem besten Weg suchen, um ihre journalistische Qualität im Internet auch einer zahlungswilligen Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und zu monetarisieren, stehen Fake News nicht vor dieser Hürde: Fake News sind immer kostenlos verfügbar und das macht sie so gefährlich.

Fake News als solche zu enttarnen hilft nicht immer, da viele Leser dadurch nur noch tiefer in ihre Filterblase an Fake News gelangen. Denn um Fake News zu entlarven müssen die Lügen erst aufgedeckt und wiederholt werden. Was ist also zu tun? Eine Patentlösung gibt es leider nicht, wichtige Schritte in die richtige Richtung wären jedoch die folgenden:

  • Es sollte eine rechtliche Grundlage geben, damit Herausgeber von Fake News kontrolliert und auch zur Verantwortung gezogen werden können.
  • Verdächtige Informationen oder Quellen sollten durch unabhängige Drittparteien als solche gekennzeichnet werden können.
  • Schulen, Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung müssen verstärkt Medienkompetenz vermitteln, die es erlaubt, Fake News als solche zu erkennen.

Wer noch mehr über das Thema Fake News wissen möchte, dem empfehlen wir unser Interview mit Vasily Gatov.

Orit Kopel: WikiTribune – The News is Broken and We Know How to Fix It

Orit Kopel stellte in ihrer Keynote die neue Nachrichtenplattform WikiTribune vor, die sie gemeinsam mit dem Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Leben gerufen hat. Mit dieser soll das Problem der Fake News, oder wie sie sagen Broken News, gelöst werden. Laut Kopel sind News nicht nur falsch, sondern kaputt. Gründe hierfür sind u. a. Geschäftsmodelle, die nur auf Werbung basieren und das Problem, mit der hohen Geschwindigkeit von Social Media mitzuhalten.

Wiki Tribune ist eine News-Seite, auf der professionelle Journalisten sowie eine Community aus freiwilligen Autoren Nachrichten veröffentlichen, überprüfen und verbessern – der professionelle Journalismus wird also mit dem Wiki-Prinzip verknüpft. Das Besondere liegt im Mehrwert, den beide Gruppen bieten: Journalisten haben z. B. einen besseren Zugang zu Quellen, mehr Erfahrung und Zeit, die sie speziell auf dieses Projekt aufwenden, zur Verfügung. Die Community hat hingegen z. B. „wisdom of the mass“, genaue Zahlen und ist geografisch verteilt. Vor der Veröffentlichung werden Artikel von professionellen Journalisten und vertrauten Mitgliedern überprüft. Ziel der Plattform ist es, möglichst neutrale und qualitativ hochwertige Beiträge zu schaffen und dabei Transparenz und Originalität zu wahren

Es gibt weder eine Paywall noch Werbung – die Plattform basiert auf einem freiwilligen Abo-Modell. Damit sind die Artikel jeder Person zugänglich. Mit dem Geld aus einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne konnte die Nachrichtenplattform bereits ein professionelles Team anstellen. Bislang besteht die Community schon aus über 5000 Abonnenten. Der offizielle Start der Plattform ist für Mitte Oktober 2017 geplant.

Fazit

Eine gut organisierte und sehr interessante Konferenz, die uns den Blick über den Tellerrand ermöglicht hat. Wir konnten viele Ideen und neue Ansätze für unsere Arbeit mitnehmen. Einziger kleiner Wehrmutstropfen: Leider ist der Workshop mit Isabelle Sonnenfeld, Leiterin des Google News Labs (DACH), ausgefallen. Trotzdem TOP! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Das Video der gesamten Konferenz könnt Ihr übrigens unter diesem Link anschauen.

Social Media und PR Manager
Nach meinem Medien-Studium sowie vielfältigen Stationen beim Radio, Fernsehen und in verschieden Agenturen freue ich mich, nun bei artaxo weiter in den SEO-Kosmos einzutauchen. Als Social Media und PR Managerin beschäftige ich mich nun mit spannenden Kunden und Projekten rund um das Thema Content Marketing. Gern nehme ich Euch auf meinem Weg zur SEO-Expertin mit und freue mich, mein Wissen mit Euch zu teilen!

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