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Das war die CONTENTIXX 2019

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Das war die CONTENTIXX 2019

Auch dieses Jahr war artaxo auf der CONTENTIXX zu Gast. Content Marketing Trainee Philip gab sich am malerischen Müggelsee die Ehre. Die Anfahrt war, abgesehen von der schon obligatorischen Verspätung der deutschen Bahn, reibungslos. Leider wurde deswegen die Eröffnungsveranstaltung verpasst. Doch dies sollte die Stimmung nicht trüben – alte Bekannte und neue Gesichter traf man sowieso lieber beim Kaffeeausschank 😉

Der erste Tag stand ganz im Fokus des mega aktuellen Themas Podcast. Nicht zuletzt da das Thema – Achtung Spoiler – auch für SEO-Trainee.de sehr bald von hoher Relevanz sein wird.

 

10+1 klassische Fehler beim Podcasting und wie Du sie vermeidest

Das Motto der diesjährigen CONTENTIXX

Mit dem Vortrag von Thorsten Biedenkapp startete der Vortrags-Marathon am Dienstagmorgen. Er vermittelte uns zunächst Tipps zur Equipment-Wahl. Die alternativlose Empfehlung für Podcasts ist das Kondensatormikrofon. Es bedarf jedoch mindestens 48V zur Klangerzeugung, weshalb zusätzlich ein Audiointerface besorgt werden muss. Das Credo von Thorsten für die Hardwarebeschaffung lautete: „Gebt immer etwas mehr Geld aus, als Ihr ursprünglich bereit gewesen seid. Denn Produkte aus China klingen eben billig“.

Es folgten Hinweise zu generellen Aufnahmetechniken, wie dem richtigen und konstant einzuhaltenden Abstand zum Mikrofon. Je näher desto besser, solange eine Übersteuerung der Stimme vermieden wird. Um dies herauszufinden, sollten eine Hand voll Probeaufnahmen gemacht werden. Nachdem in Puncto Basic-Wissen alle auf einen gemeinsamen Nenner gebracht wurden, spannte Thorsten gekonnt einen Bogen über das richtige Abmischen und schneiden der Audiofiles bis hin zu strukturellen Hinweisen zur redaktionellen Aufbereitung und der richtigen Moderation. On top wurden uns hilfreiche Techniken zum Warm-up der Stimme mit auf den Weg gegeben. Alles in allem ein fabelhafter Vortrag zu einem Thema, welches gewiss auch einen ganzen Tag an Diskussion hätte verschlingen können.

FAQ, Mythen und Fails aus 5 Jahren Podcast Helden

So lautete der eigentliche Titel des Vortrags von Gordon Schönwälder, dem Podcast-Helden höchstpersönlich. Da jedoch nicht mal eine Hand voll Zuhörer zu seinem Vortrag erschien, improvisierte er nach einem reghaften Austausch der Anwesenden einen Exkurs in die Grundlagen des Podcastings. Jedoch deutlich handfester und illustrer an Beispielen, als sein Vorredner.

Als unangefochtene Koryphäe auf seinem Gebiet führte er souverän von der Zielsetzung, über den didaktischen Aufbau der Episoden, über die Vermarktung bis hin zum Launch und dem Messen monetarisierungs-relevanter KPIs. Grade Corporate Podcasts sollten sich selbstbewusster als Experten auf ihrem Fachgebiet positionieren.

Balsam für die SEO-Seele nach so vielen Content-Themen war der Verweis auf die Keyword-Optimierung der Shownotes, um Autorenbeschreibung, (Episoden-)Titel und den transkribierten Inhalten. Es folgten Insights zum iTunes-Ranking. Diese werden nämlich am stärksten von neuen Abonnenten beeinflusst. Außerdem sollte niemals in einem Anflug falscher Bescheidenheit an einem CTA gespart werden. Die Betonung liegt hier bewusst auf einem CTA, denn je mehr Möglichkeiten zur Auswahl stehen, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt eine Aktion ausgeführt wird.

Wie man eine Medienmarke durch Podcasts aufbaut

Joel Kaczmarek, seines Zeichens Gründer von Digital Kompakt und Ex-Chefredakteur von Gründerszene, legte seinen Fokus im Vortrag deutlich auf der Distribution und der Monetarisierung. Aber es dürfe nicht vergessen werden, dass vor blanken Zahlen und harten Fakten immer noch die Personen im Vordergrund stehen. Denn „Podcasts sind ein People Business.“ Insbesondere bei der Logoerstellung solle mit den Personen gearbeitet werden, die den Inhalt durch ihre Stimme emotionalisieren.

Größtes Learning aus dem Vortrag war, wie korrektes Erwartungsmanagement betrieben wird. Zudem erklärten spannende Insights zu den Algorithmen und Analytics der verschiedenen Anbieter von Spotify, Apple Podcasts oder SoundCloud das Wachstumspotenzial auf den einzelnen Plattformen. Und wusstet Ihr, dass auf iTunes eine reifere und treuere Hörerschaft unterwegs, als auf Spotify? Dies ist ebenfalls einer der Gründe, wieso Business- bzw. Corporate-Podcasts auf der Plattform des grünen Branchenprimus nur schwer funktionieren.

Jeder macht Podcasts – wieso eigentlich, und wo führt der Medienwandel hin?

Online Marketing Rockstar und Head of Podstars Vincent Kittmann erklärte uns, warum Podcasts der nächste Trend sind, der aus den USA nach Deutschland schwappt. Dort gibt es dank Vorreitern wie Bill Simmons, Joe Rogan oder auch „The Daily“ von der New York Times mittlerweile mehr Podcast-Hörer als Twitter-Nutzer. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für den deutschen Markt prognostiziert. Aktuell hören 10 Millionen Nutzer pro Woche mindestens eine Podcast-Folge, die  Tendenz gilt als stetig steigend.

Die Zielgruppe der Podcast-Nutzer ist zu 60% männlich, vorwiegend zwischen 20-39 Jahren alt und verfügt aufgrund ihrer guten Bildung über ein hohes Einkommen. Insbesondere als Marketing-Channel gewinnen Podcasts enorm an Relevanz. Das liegt insbesondere an der Akzeptanz von starken 81% aller Zuhörer gegenüber Werbung. Die werbeanfälligsten Hörer stammen aus dem Genre Business Podcasts. Jeder vierte von Ihnen hat bereits ein in Podcasts beworbenes Produkt gekauft. Grund hierfür ist die authentische Vermarktung, da Native Ads direkt vom Host eingesprochen werden und so fast nahtlos im Content eingebunden werden.

100.000€ Umsatz mit 100 Abonnenten

Mit dem absoluten Clickbait-Titel lockte Christian B. Schmidt in seinen Vortrag. Es gab erfrischenden Input zum Podcasting mit dem Fokus auf Agenturen. Diese besitzen in der Regel bereits ein Netzwerk, welches den Start eines Projektes deutlich beschleunigen kann. Hier lohnt es sich, grade zu Beginn kontinuierlich Content zu produzieren. Jedoch sollte bei starker Quantität die Qualität nie (und wenn, nur im geringen Maße) vernachlässigt werden.

Für Agenturen können Podcasts zu einem Vertriebskanal werden. Denn durch den persönlichen Charakter eines Podcasts kann der Pitch für ein Projekt bereits vor der offiziellen Ausschreibung gewonnen werden. Trotzdem sollte immer darauf geachtet werden, den Mehrwert für die Zielgruppe herauszustellen. Anhand seines beruflichen Werdegangs stellte Christian spannende Learnings aus mehr als 10 Jahren eigenständiger Content-Produktion vor und teilte mit uns, was für ihn schlussendlich ausschlaggebend für die ersten Erfolge war.

Rezipienten lenken – so holst du das Optimum aus deinen Texten

Doch selbstverständlich gab es neben den Vorträgen über Podcasts auch noch viele weitere spannende Content-Cases zu erleben. Max Schmitt von contify begann seinen Vortrag über das sogenannte Framing. Der bewussten Wahl verschiedener Wörter für unterschiedliche Deutungsraster. Eines der bekanntesten Beispiele ist hierbei der Hausmeister, neudeutsch auch Facility Manager genannt. Hier wurde sich bewusst für einen positiveren Begriff entschieden, um einen Vorurteil-behafteten Job vorteilhafter darzustellen.

Doch Framing funktioniert nicht nur mit der Wortwahl. Kunden sollen mit allen Sinnen während ihres Kaufprozesses abgeholt werden. Im Supermarkt beispielsweise wird Obst mit farblichem Licht angestrahlt um es frischer wirken zu lassen. Wenn französische Musik in der Weinabteilung gespielt wird, kaufen Kunden lieber Wein aus Frankreich als aus anderen Ländern. Für Texte gilt das gleiche: durch Wording wird ein Bild gezeichnet, dass die eigene These unterstützt. Denn Emotionen verkaufen deutlich besser als Argumente.

Die Macht verkaufsstarker Texte und die Kunst, sie zu schreiben

Eike bei seinem Vortrag über verkaufsstarkes Texten

So der schöne Titel von Eike Kewitz‘ Vortrag. Zunächst verzauberte er alle anwesenden mit einem Kartentrick, um das Bewusstsein von Faszination und Staunen, aber auch Vertrauen und Verlangen auf Texte zu übertragen. Eikes Vortrag war eine Mischung aus Checkliste und weisen Ratschlägen: Er präsentierte uns einen ganzen Werkzeugkasten an Tipps, Tricks und Tools.

Nach seinem Vortrag war jeder auf den aktuellen Branchenstandard aufgeschlaut. Und zwar, was gute Texte auszeichnet, wie man an ihr Verfassen herangeht und mit welchen Übungen man sich wieder in den kreativen Flow begeben kann. Dazu reicht z.B. ein viertelstündiges Freewriting zu einem Bild aus der Google Bildersuche. Sich eine Geschichte aus den Fingern saugen oder einfach dazu schreiben, was einem einfällt – und schon sprudeln die kreativen Gedanken nur so aus einem heraus. Zudem erklärte uns Eike den passenden Textstil und die ideale Struktur und wie sie inhaltlich und technisch zu optimieren sind: Medien und Metadaten sind die M&Ms, die die einfachen Texte in schmackhaften Content aufwerten.

Jugendliche, Finanzen und Versicherungen – passt irgendwie nicht zusammen, oder doch?

Im Vortrag von Matthias Naumann von der Mediakraft Köln ging es um die Ansprache der Generation Z.  Da die Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe in etwa der eines Goldfisches gleicht, resultieren Werbebemühungen in einem wahren „Battle of Awareness“. Dieses kann insbesondere durch guten Inhalt für sich entschieden werden.

Allerdings entwickelt sich Content erst durch Distribution zu einer treibenden Kraft. Um dies zielgruppengerecht umzusetzen, muss man sowohl die Marke, als auch die Audience und den Kanal verstehen und sich nicht von Vanity-Metrics blenden lassen. Allerdings gilt für die Generation Z noch mehr als für jede andere Zielgruppe: es muss auf Transparenz geachtet werden. Die Zielgruppe ist sich darüber bewusst, dass die Influencer „Schachfiguren“ im Advertising-Game sind und nicht ihre persönliche Meinung präsentieren.

Deswegen muss in Kooperation mit Bloggern und Influencern Content inszeniert und nicht einfach nur platziert werden. Dazu gab er uns noch zwei Best-Practice Beispiele mit auf den Weg: Die Lochis X Sparkasse und die #wireinander Kampagne der Techniker Krankenkasse.

Wenn ein Must-Do zum Wanna-Do wird: Wie man mit Gamification motivieren kann

Philipp Reinartz von der Berliner Agentur pfeffermind beschriebt als Gamification die Implementierung spieltypischer Elemente in einen spielfremden Kontext. Durch sie werden signifikante Verbesserungen der Nutzermotivation, des Lernerfolgs und der Kundenbindung erreicht. Weg von „muss-ich-machen“ bis hin zu „will-ich-tun“.

Das klassische Beispiel für Gamification ist ein Quiz. Dies gilt als günstiges und sicheres Objekt, allerdings ist es auch die langweiligste Form der Gamification. Allerdings ist das Modell meist nur für große Konzerne interessant, da es für KMUs schwer wird, genug Budget für ein Projekt aufzubringen.

Gamification ist sowohl für interne, als auch für externe Projekte einsetzbar, bringt aber je nach Umsetzung Probleme beim Erfolgstracking mit. Dies ist bei digitalen Umsetzungen, wie beispielsweise der IKEA Schnitzeljagd einfacher, als beim Continentale-Escape-Room, der zur Mitarbeiterschulung eingerichtet wurde.

Fazit der CONTENTIXX

Immer schön, alte Bekannte zu treffen: Hi Eike

Nach zwei intensiven Tagen mit spannenden Cases und Vorträgen rauchte der Kopf nur so vor neuem Wissen. Die entspannte Atmosphäre der  Konferenz hatte viel mehr etwas von exklusivem Aufschlau-Urlaub, als von einem Business-Trip. Vielleicht auch aufgrund der ungewollten Entschleunigung – denn zu so ziemlich jedermanns Verwunderung gab es kein WLAN auf der Konferenz. Aber auch das konnte die Stimmung nicht trüben und wir sagen nicht „Tschüss“, sondern „Auf Wiedersehen in 2020!“

 

 

Content Marketing Trainee
Content und SEO - still a better lovestory than twilight. Als erster Content Marketing Trainee im Team von SEO-Trainee.de leiste ich aktiv meinen Beitrag, um das Internet zu einem noch schöneren Ort zu machen.

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