Rich Snippets – der Kick für den Klick?

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Rich Snippets – der Kick für den Klick?

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Rich Snippets – der Kick für den Klick?
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Seit Mai 2009 gibt es die Rich Snippets bereits. Lange Zeit eher skeptisch beäugt, scheinen Artikel zu diesem Thema in den letzten Wochen sämtliche (SEO-)Blogs zu überschwämmen. Das war für uns Grund genug, sich der Sache mal etwas intensiver zuzuwenden und für unsere Leser ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen. Was, warum, wie ─ das haben wir uns auch gefragt und die Antworten für euch in einem neuen Artikel verpackt.

Was ist das überhaupt?

Snippets sind Ergebnisse, die mir bei Google in meiner Suche angezeigt werden. Rich Snippets sind Snippets, die mittels Mikroformaten, Mikrodaten oder RDFas (das sind die Formate, die Google zur Zeit unterstützt) als Erweiterung der Auszeichnungssprache HTML angereichert wurden. Das bedeutet, dass der HTML-Code mit den hinzugefügten Formaten in der Lage ist, Texte deutlich semantischer/präziser auszuzeichnen. Die Möglichkeiten, diese Vielfalt an Informationen auch „technisch“ in Form des HTML-Codes darzustellen, werden durch eben diese Anreicherungen gegeben. Durch die Einbindung einer dieser Anreicherungen ist es möglich, News explizit im Body des Quellcodes als solche kenntlich zu machen. Gleiches gilt für (Kunden-) Bewertungen oder Rezensionen (im Quellcode unter der Auszeichnung zu finden), Tourdaten oder Adressangaben. Diese Auszeichnung macht den Crawlern das Lesen der Inhalte leichter und Seiteninhalte können präziser auf ihre Relevanz und den Mehrwert für den User bewertet werden. Durch diese Anreicherungen werden die Snippets in den SERPs angereichert. Das sieht dann so aus:

Bewertungen in Form von Sternen sind dabei die Variante, die am häufigsten verwendet wird. Aber auch Kalender bzw. Datumsangaben und Bilder, besonders bei Rezepten, sind eine beliebte Möglichkeit die Aufmerksamkeit der User auf sich zu lenken. Bei Rezepten werden zusätzlich sehr oft die Zeit- oder Kalorienangaben mit integriert, um dem User in dem Snippet so viele Informationen wie möglich zu geben.

Ich finde, gerade an dem Beispiel der integrierten Tourdaten wird sehr schön deutlich, wie viel präsenter das Snippet auf einmal ist. Bisher unterstützt Google Rich Snippets bei Beurteilungen, Personen, Produkten, Unternehmen und Organisationen, Rezepten, Ereignissen sowie Musik.

Warum sollte ich Rich Snippets verwenden?

Je auffälliger das Snippet ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es geklickt wird. Nicolas Sacotte, der sich vor nicht allzu langer Zeit in einem sehr interessanten Gastartikel mit dem Thema auseinandergesetzt hat, spricht von einer Steigerung der Klickrate um 100% auf den Plätzen 1-3 und auf den Plätzen 3-5 sogar von einer 200%igen Steigerung und hat einige interessante Beispiele zusammengetragen. Bei Beobachtungen, die wir gemacht haben, konnte festegestellt werden, dass über ein Keyword, dessen Snippet beispielsweise mit Sternen angereichert wurde, zusätzlich bis zu siebenmal mehr Visits generiert werden konnten. Verstärkt wird das Bedürfnis nach dem Klick von Rich Snippets besonders dann, wenn der User transaktional auf der Suche ist. Das heißt, wenn er eine konkrete Handlung, wie beispielsweise einen Kauf oder Download, tätigen will. Was der Fairness halber in diesem Fall jedoch angemerkt werden muss, ist die Tatsache, dass die Mitbewerber die Chancen der Klickerhöhung in diesem konkreten Beispiel nicht erkannt und keine Rich Snippets verwendet haben. Da hatten wir natürlich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Unverständlich, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Klickrate ein nicht unwesentlicher Rankingfaktor ist. Es liegt auf der Hand, dass ich mich mit Sternen oder Bildern in meinem Snippet von den Konkurrenten abhebe. Wenn die Konkurrenz allerdings nicht so verschlafen ist wie in unserem Fall, sollten meine Einbindungen natürlich besonders gut sein. Das gilt sowohl für das ausgewählte Bild als auch für die Bewertungen (Qualität und Quantität), die angezeigt werden. Darüber hinaus hat Google großes Interesse daran, den Usern die besten Ergebnisse in den SERPs zur Verfügung zu stellen. Angereicherte Snippets sind ein sehr guter Weg um auf sich aufmerksam zu machen. Findet der User was er sucht, ist er zufrieden. Ist jemand mit einem Suchergebnis zufrieden, kommt er wieder. Die logische Rechnung: Je öfter er wiederkommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die Anzeigen nicht nur konsumiert, sondern auch klickt. Damit hat Björn Tantau es auf den Punkt gebracht.

Wie kann ich Rich Snippets erstellen?

Wir haben euch zwei Möglichkeiten rausgesucht, mit denen ihr für eure Seiten Rich Snippets erstellen könnt (sofern denn der Content passt).

1. Mit händischen Ergänzungen des HTML-Codes

Z.B. mit Microformaten können der Quellcode erweitert und die Informationen für die Rich Snippets eingefügt werden. Das sieht dann im Quellcode so aus:

Eine Kurze Erklärung zu den jeweiligen Befehlen: „hreview“ ist das Microformat, das das Thema kenntlich macht. In diesem Beispiel handelt es sich um eine Beurteilung. Mit „hreview“ wird die präzise Auszeichnung begonnen.

  • „item“, bzw. „fn“ bezeichnet den zu beurteilenden Artikel.
  • „reviewer“ ist der Verfasser des Berichts.
  • „dtreviewed“ zeichnet das Datum aus, das zusätzlich im ISO-Datenformat (YYYY-MM-DD) angegeben werden muss.
  • „summary“ beinhaltet, wie der Name bereits vermuten lässt, eine kurze Zusammenfassung des Berichtes.
  • „description“ ist die „klassische“ Description mit max. 160 Zeichen.
  • „rating“ drückt die numerische Bewertung aus. Hier kann mittels der Angaben „best“ und „worst“ die Skala angegeben werden, in deren Rahmen Bewertungen möglich sind. Standart ist dabei eine Reichweite von 1 bis 5.

Einen sehr schönen Artikel mit weiteren Infos und der Darstellung, wie das Ganze bei Mikrodaten und RDFas aussieht, gibt es bei Google.

2. Mit einem WordPress Plugin

Wer lieber mit einem Plugin arbeiten möchte, ist mit dem WordPress Plugin „WP-PostRatings“ gut beraten. Das Einzige, was neben der Installation und der Aktivierung des Plugins getan werden muss, sind zwei Anpassungen in den Templates und das Einfügen eines Codes in die single.php. Wichtig ist bei dem Plugin generell, dass ihr das Plugin von Lester Chan nehmt, falls ihr mehrere zur Auswahl habt. Dieses ist am unkompliziertesten zu handhaben. Nachdem ihr also im Backend das Plugin installiert und aktiviert habt, geht ihr in die Sidebar und wählt unter Ratings die Option „Ratings Templates“ aus.

 

Es müssen die beiden Templates „Ratings Vote Text“ und „Ratings Voted Text“ mit den Codes angepasst werden, die ihr hier bei Malte findet. Die anderen Einstellungen müssen nicht bearbeitet werden. Änderungen speichern und weiter geht´s.

Jetzt kommt der Code ins Spiel, der dafür sorgt, dass die Ratings unter jedem Artikel angezeigt werden und durchführbar sind. Dafür geht ihr in die single.php im Editor. Unter dem Eintrag <?php the_content(‚<p>was auch immer hier bei euch steht &#123;</p>‘); ?> integriert ihr das Code-Stück <?php if(function_exists(‚the_ratings‘)) { the_ratings(); } ?>. Alles schön abspeichern und das sollte es gewesen sein.

Wenn man das Plugin erfolgreich installiert, aktiviert und den jeweiligen Code eingebunden hat, kann man mit dem Rich Snippet Testing Tool recht simpel testen, ob die Maßnahmen das gewünschte Resultat bringen und das Snippet so aussieht, wie man sich das vorstellt. Tut es dies nicht, hat sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen (bei dem Plugin eher unwahrscheinlich ;-)).

Die Crux mit der Glaubwürdigkeit

Bewertungen sind schön und gut um dem Suchenden das Gefühl zu geben, er ist auf dieser Seite in sicheren Händen. Nicht so gut ist es, wenn die Bewertuntgen nicht der Wahrheit entsprechen. Momentan hat Google den Weg, woher diese Bewertungsdaten stammen müssen, noch nicht vorgeschrieben. Es ist also möglich, die Bewertungen x-beliebig anzulegen, also gefälschte Bewertungen abzugeben und die User zu täuschen. Das äußert sich für den User auf der Seite dann so, dass ihm zwar Bewertungen angezeigt werden, zum Teil sogar mit Text, er selbst aber in keinster Weise die Möglichkeit hat, selbst zu bewerten. Die vermeintliche Transparenz, die dem User vorgegaukelt wird, ist ein Luftschloss. Eine andere Hinterlist ist, die Auszeichnungscodes nicht dem tatsächlichen Content entsprechend zu verwenden. D.h., dass der User auf der Seite ganz andere Informationen findet, als das Snippet verspricht. Das ist natürlich der Bounce Rate nicht wirklich zuträglich. Wirklich Herr der Lage ist Google bis jetzt nicht geworden. Bisher besteht lediglich die Möglichkeit verdächtige Seiten zu melden, bei denen der Verdacht des Spammens vorliegt. Seiten, die zum Beispiel in den Snippets Bewertungen fälschen, können hier direkt gemeldet werden. Wirklich souverän tritt diese Lösung allerdings noch nicht auf. Da wird sich Google mit Sicherheit noch ausdenken, wie die Qualität der in den Snippets gemachten Angaben garantiert werden kann. Denn wenn die User den Angaben, die bei Google gemacht werden, nicht mehr trauen können, werden sie sich schnell eine andere Informationsquelle suchen. Das wiederum kann so gar nicht in Googles Sinn sein. Härter wäre es, gar keine Rich Snippets mehr zu akzeptieren. Wie auf blogs-optimieren.de zu lesen ist, werden wohl, dies beruht auf den eigenen Erfahrungen des Autors, neue Seiten mit Snippets teilweise nicht mehr aufgenommen. Google scheint das Problem auf jeden Fall erkannt zu haben.

Ich persönlich würde es darüber hinaus begrüßen, wenn es für bestimmte Arten von Content verschiedene Qualitätssiegel, bzw. Bewertungssymbole geben würde. So kann ich mich irgendwie nicht damit arrangieren, dass Texte mit Sternen bewertet werden. Das verbinde ich zu sehr mit der Tourismusbranche und ich habe automatische ein Bild von einem Hotel im Kopf bzw. stelle mir vor, dass ein SEO ein Bewertungstext über eines geschrieben hat. Was sagt ihr dazu? Findet ihr die Sterne ansprechend? Nutzt ihr Rich Snippets und könnt ihr vielleicht schon erste Erfolge verbuchen? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Euch noch eine schöne Woche und viel Spaß beim experimentieren mit Rich Snippets!

Denise und die SEO Trainees

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 07. März 2012 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
72 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Osacargo sagt:

    Ich denke, das Thema erledigt sich von selber, ohne dass Google da explizit eingreifen muss.

  • Blogaufbau.de sagt:

    Nachdem die Snippets bzw. Sternebewertungen immer mehr aus den SERPs verschwinden, würde es mich interessieren, ob eine Sternebewertung in 2017 überhaupt noch Sinn macht?!

    Viele Grüße,
    André von Blogaufbau.de

  • Alex sagt:

    Danke für den Mehrwert, habe mich damit bisher noch nicht befasst aber hört sich interessant an.

    Beste Grüße

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