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Recap – SEO/SEA World Conference

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Recap – SEO/SEA World Conference

Zum Start in diese Woche haben wir einen weiteren Recap für euch. Die SEO/SEA World Conference fand in digitaler Form am 14. Oktober, also direkt anschließend an die Social Media Conference, über die wir bereits berichteten, statt. Insgesamt 10 Speaker*innen vermittelten den Zuschauenden in interessanten Vorträgen ihr Wissen. Für uns als SEO-Trainees bot diese Veranstaltung natürlich eine Reihe von spannenden und hochrelevanten Inhalten.

In unserem Recap fassen wir die aus unserer Sicht interessantesten Vorträge zusammen.

Einblicke in die Arbeit eines Quality Raters

Um die Qualität der Suchergebnisse für Nutzer*innen sicherzustellen, werden diese auch von Menschen überprüft. Dazu beschäftigt Google auch ein Team von sogenannten Quality Ratern, die Suchergebnisse und Websites aus menschlicher Sicht beurteilen. Das Feedback dieser Rater wird von Google als eine Grundlage zur Optimierung des Algorithmus verwendet.

Wenn ihr euch genauer mit den Google-Quality-Rater-Richtlinien beschäftigen wollt, schaut gerne in unseren Monatsrückblick vom Oktober. Darin sind wir auf aktuelle Änderungen der Guidelines eingegangen und was wir daraus lernen können.

Alex Rasper, Team Lead Performance bei Ironshark GmbH, hat selbst als Quality Rater bei Google gearbeitet. In seinem Vortrag gab er einige Einblicke in diese Arbeit.

Für uns waren dabei besonders seine Tipps interessant, die dabei helfen, mit der eigenen Seite ein Spitzenranking zu erzielen.

Laut Alex solltet ihr bei der Jagd nach Top-Rankings auf diese drei Punkte besonders achten:

  • Abbildung gemischter Suchintentionen
  • vollumfängliche Behandlung eines Themas
  • Aufbau interner und externer Themenkompetenz

Als Suchen mit gemischter Suchintention werden Suchanfragen bezeichnet, bei denen sich die Suchintention (informational, navigational oder transactional) nicht eindeutig zuordnen lässt. Ein Beispiel dafür ist das Keyword „smartphone“. Aus dem Keyword ist nicht ersichtlich, ob eine informationelle, kommerzielle oder transaktionale Suchintention dahintersteht. Die entsprechende Landingpage sollte darum Content für alle möglichen Suchintentionen bieten.

Das führt auch direkt zur nächsten wichtigen Empfehlung: Beschreibt ein Thema vollumfänglich. Der Umfang hängt dabei natürlich vom Themengebiet ab. Ein Artikel, der sich mit der Herstellung von Weingläsern befasst, darf kürzer sein als ein Artikel, der die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammenfasst.

Alex empfiehlt außerdem, ein Inhaltsverzeichnis zu verwenden. Dadurch fällt es Quality Ratern leichter, den Inhalt zu erfassen. Weiterhin ist es immer gut, den Content durch gewisse kreative Inhalte von der Konkurrenz abzuheben und einzigartigen Content zu kreieren. Auf diese Art positiv hervorstechender Content bekommt häufig ein besseres Rating.

Bei dem Aufbau von wahrgenommener Themenkompetenz spielen die E-A-T-Faktoren eine wichtige Rolle. Um eine Meinungsführerschaft aufzubauen und Markenbildung zu betreiben, solltet ihr diese berücksichtigen und auf euren Websites alle von Google empfohlenen Angaben wie den Autor eines Textes zur Verfügung stellen. Auch die Bewertungen eurer Seite stellen für Quality Rater einen wichtigen Faktor da. Sie dürfen z. B. eine Seite abwerten, wenn ein Shop mit weniger als drei Sternen bewertet wird.

Content für Google Discover optimieren

Julian Meister, SEO Consultant von eology GmbH, vermittelte in seinem Vortrag einige Grundlagen zu Google Discover, dem ehemaligen Google Feed.

Google Discover ist exklusiv für mobile Geräte, stellt eine wichtige Quelle für organischen Traffic dar und vereint zwei Algorithmen von Google: Knowledge Graph und Topic Layer. Über Topic Layer weiß Google umfassend zu einem Thema Bescheid. Aus den Unterthemen wird das Wichtigste herausgefiltert.

Beschreibung der beiden Algorithmen (Knowledge Graph und Topic Layer, die bei Google Discover zusammenspielen.
Abbildung 1: Bei Google Discover sind die Algorithmen des Knowledge Graphs und Topic Layer involviert.

Google Discover wählt die angezeigten Inhalte über verschiedene Kategorien aus:

  • Aktivitäten/Interessen
  • Standortdaten (wo haltet ihr euch häufig auf)
  • aktueller Standort
  • gefolgte Themen

Über den Algorithmus des Knowledge Graph versteht Google Verbindungen, also welche Themengebiete zusammengehören. Topic Layer ist in der Lage, Themengebiete tiefgehend zu verstehen und zu lernen, wie genau sich Nutzer*innen in einem Thema auskennen (Wissen über Nutzer*innen und über das Thema). Den Nutzer*innen werden dann nur Themen vorgeschlagen, die auch ihrem Wissensstand entsprechen.

Besonders interessant sind für uns SEOs natürlich die Zugriffszahlen, die mit Google Discover erreicht werden können. Dazu einmal beispielhaft eine Folie aus Julians Vortrag. Über Google Discover wird meistens kein konstanter Traffic erzeugt, jedoch können in einem kurzen Zeitraum sehr hohe Zugriffszahlen erreicht werden.

Ein visulles Beispiel dafür, wie über Google Discover in einem sehr kurzen Zeitraum hohe Zugriffszahlen erreicht werden können.
Abbildung 2: Durch Google Discover können in einem kurzen Zeitraum sehr hohe Zugriffszahlen erreicht werden. Diese Grafik bildet die Daten einer einzigen URL ab.

Die Zugriffszahlen sind jedoch stark von den Themen der jeweiligen Branche abhängig. Manche Themen sprechen einfach eine größere Anzahl an Personen an. Der Google-Discover-Beitrag aus Abbildung 2 stammt z. B. von einer Seite, bei der es um Tiere geht. Beiträge, bei denen es um weniger starke Themen geht, haben deutlich geringere Chancen solche Zugriffszahlen zu erreichen.

Die Performance bei Google Discover ist also stark von den Inhalten abhängig. Es sind nicht alle Inhalte gleichermaßen für Google Discover geeignet. Am besten eignen sich News-, aber auch E-Commerce-Themen, da diese durch ihre Aktualität sehr gut zu der Schnelllebigkeit von Google Discover passen. Wenn ihr also in diesen Bereichen unterwegs seid, lohnt es sich, sich mit Google Discover auseinanderzusetzen.

SEO in China

China ist schon jetzt ein bedeutender Absatzmarkt für den Westen und wird in Zukunft vermutlich noch an Wichtigkeit zunehmen. In China nutzen ungefähr 770 Millionen Menschen Suchmaschinen. Das Problem, das den meisten von euch bekannt sein dürfte, ist jedoch: Google ist in China verboten und die Google-Suchergebnisse werden vielfach blockiert.

Die größte Suchmaschine ist in China Baidu. Diese hat mit einem Marktanteil von rund 80 % eine ähnliche Monopolstellung wie Google bei uns. Doch wie rankt man bei Baidu?

Der aufschlussreiche Vortrag von Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant von Searchmetrics GmbH, lieferte einen guten ersten Einblick in den Themenkomplex.

Zunächst die positive Nachricht vorweg: In vielen Dingen ähnelt Baidu Google sehr, sowohl was Optik als auch die Funktionalität angeht.

Die Search Engine Results Page von Baidu für das Keyword Pizza.
Abbildung 3: Beispiel für eine Baidu-SERP.

Für Baidu wie für Google gilt:

  • Es werden SERPs bestehend aus Titles und Descriptions ausgegeben.
  • Die Titles und Descriptions haben Zeichenbegrenzungen (Titles ca. 22–30 Schriftzeichen, Descriptions 75–80 Schriftzeichen).
  • Der Title-Tag ist der wichtigste Keyword-Träger.
  • Auch für Baidu spielen Backlinks eine wichtige Rolle.

Ein Unterschied ist, dass bei Baidu die eingegebene Suchanfrage in den Ergebnissen rot hervorgehoben wird. Es ist bei Baidu also noch wichtiger, die exakte Suchanfrage der Nutzer*innen zu treffen.

Einen gravierenderen Punkt stellt selbstverständlich die Sprachbarriere dar. Seiten, die in Baidu ranken wollen, sollten auch in chinesischer Sprache verfasst werden.

Da es in China außerdem sehr viele Menschen gibt, existieren wie bereits erwähnt auch sehr viele und vor allem spezifische und einzigartige Suchanfragen. Die Optimierung für Longtail-Keywords hat bei Baidu aus diesem Grund eine besondere Bedeutung.

Trotz dieser kleineren Unterschiede ist die Optimierung für Baidu also mit der für Google in vielen Bereichen zu vergleichen. Aus SEO-Sicht brauchen wir also keine Angst vor dem zunehmenden Einfluss Chinas zu haben.

Unser Fazit

Die SEO/SEA World Conference bot viele für SEOs hoch relevante Themenbereiche. Uns Trainees hat diese Veranstaltung ein paar wichtige fachliche Einblicke gebracht. Die SEO/SEA World Conference bot neben Evergreen-Themen außerdem auch exotischere Bereiche, die inhaltlich jedoch trotzdem sehr bedeutsam waren und in Zukunft vermutlich noch an Wichtigkeit zunehmen werden (Stichwort SEO in China).

Uns hat die Veranstaltung insgesamt sehr gut gefallen und wir freuen uns schon auf die nächste Konferenz!

Eine schöne Woche wünschen euch

Christoph und die SEO-Trainees

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Dieser berühmte Satz des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawik gilt im Internet genauso wie in der zwischenmenschlichen Interaktion. Jede kleine Designentscheidung kann Auswirkungen auf das Verhalten und die Urteile der Nutzer haben. Dies beeinflusst zum einen die Performance einer Website. Gleichzeitig profitieren dementsprechend jedoch auch die Nutzer von einem guten Webdesign. Als SEO-Trainee bei artaxo möchte ich meine Erfahrungen aus dem Psychologiestudium in die Optimierung von Websites mit einbringen und mein Wissen im Bereich Webdesign und Suchmaschinenoptimierung vertiefen.

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