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Recap Social Media Conference

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Recap Social Media Conference

Ein erfolgreiches Marketing fĂŒhrt nicht an den sozialen Medien vorbei. Das ist die Kernaussage nach einer sehr gelungenen Social Media Conference am 12. und 13. Oktober 2021 online und in Hamburg. In 19 Live-Sessions teilten 27 Speaker*innen ihr Wissen ĂŒber Content, Kampagnen, Strategien, Recht und KPIs im Social Media Marketing mit uns.

Es folgt ein kurzer Überblick ĂŒber die zwei spannenden Tage des hybriden Events. Viel Spaß beim Lesen.

Jede Internet-Minute schauen TikTok-User*innen 167 Millionen Clips, YouTube-User*innen 694.444 Stunden Videos und hostet Zoom 856 Meetings. Das sind echt Wahnsinnszahlen. Das lĂ€sst sich wirklich nicht anders ausdrĂŒcken. Ann-Kathrin Schmitz, Influencer Marketing Consultant, spricht in ihrer Keynote ĂŒber die bedeutendsten Trends in der Social-Media-Welt. Die sollten wir alle also nicht verschlafen!

1. Short Video Content

  • TikToks, Instagram Reels, YouTube Shorts, Snapchat Spotlight – Alle großen Plattformen haben mittlerweile Funktionen fĂŒr kurze Videos (15 Sekunden bis 3 Minuten) implementiert.
  • Short Video Content erzielt aktuell die besten Performance-Werte ĂŒber alle Plattformen hinweg.
  • Besonders spannend: Instagram hat angekĂŒndigt, Instagram Video zu starten. Das bisher bekannte IGTV wird in diesem Zusammenhang abgeschafft und mit den Feed Videos fusioniert. Diese neue Funktion soll auch ihren eigenen Button in der unteren Navigation erhalten.

2. Influencer Co-Creation

  • Influencer*innen und Marke entwickeln ein neues oder „verbessern“ ein bestehendes Produkt gemeinsam.
  • Voraussetzungen:
    • Brand Fit, enge gemeinsame Abstimmungsprozesse 
    • vorangegangene, erfolgreiche Kooperation
    • zeitlich begrenztes Angebot
    • Produktentwicklung entlang von Faktoren, die ein Produkt „instagramtauglich“ machen (auffĂ€llige & moderne Verpackung, CTAs, Effekte, Ästhetik, einfache Anwendung) 

3. Media for Equity Deals

  • Influencer*innen Unternehmensanteile fĂŒr mediale Reichweite anbieten
  • Spannend fĂŒr Start-ups und kleine Unternehmen mit wenig Budget

4. Social Shopping

  • Shoppen ĂŒber soziale Netzwerke: Zukunft des E-Commerce wird social
  • Instagram entwickelt sich zur Shopping-Plattform
  • Das bedeutet, dass ich mir bald das Produkt, welches der oder die Influencer*in gerade bewirbt, direkt bei Instagram kaufen kann, ohne „aufwĂ€ndig“ erst den Browser öffnen und dann im Online-Shop der Website bestellen zu mĂŒssen.
  • TikTok testet eigenes „Community Commerce“ bereits in den USA, Kanada & UK – soll nĂ€chstes Jahr in Deutschland starten

5. Live Shopping

  • = Shoppen im Livestream
  • Empfehlung von Ann-Kathrin Schmitz: Stream ĂŒber die eigene Website / eigenen Shop hosten und mit Social Media flankieren (da man hier NOCH nicht direkt ĂŒber Social Media kaufen kann)
  • in China schon seit Jahren etabliert 
  • Pandemie hat Voraussetzungen und Bereitschaft fĂŒr LIVE-Formate im Social Web geschaffen 
  • Shopping wird zum Entertainment 
  • Erfolgsfaktoren: erfahrene Moderation, eingebundene Kundschaft, Mut zur Imperfektion, QualitĂ€t, RegelmĂ€ĂŸigkeit, unterhaltend, exklusive Kaufimpulse setzen
Beispiele Live-Shopping: About You & Douglas
Abbildung 2: Beispiele Live-Shopping. Oben: ABOUT YOU Fashion Week. Unten: Douglas ist bei Trends immer vorne mit dabei. Quelle: Keynote Ann-Kathrin Schmitz auf der Social Media Conference.

6. Corporate Influencer

  • Beispiel: das „ALDI Girl“ bei TikTok
  • Animiert eure Mitarbeitenden dazu, einfach mal zu machen. Authentischere „Werbung“ gibt es kaum.
Ein heißer Social Media Trend: Corporate Influencer. Hier das Beispiel des "ALDI Girls"
Abbildung 3: Ein heißer Social Media Trend: Corporate Influencer. Hier das Beispiel des „ALDI Girls“. Quelle: Keynote Ann-Kathrin Schmitz auf der Social Media Conference.

Was Social Media emotional leisten kann

Ein emotionaler Amazon Werbespot mit Hund und Baby lÀuft sehr gut auf Facebook und YouTube, floppt aber bei Instagram und TikTok. Woran liegt das? Wichtig zu beachten ist, dass Kampagnen und Werbespots auf unterschiedlichen Plattformen auch unterschiedlich gut oder schlecht ankommen. Laut Oliver Spitzer, september Strategie und Forschung GmbH, ist da kein Case, der auf allen Plattformen funktioniert. Worauf es ankommt, sind die Emotional Needs, die die verschiedenen KanÀle befriedigen.

Auf Instagram herrscht zum Beispiel in vielen FĂ€llen ein eher altes Marketing-Denken: Das Produkt zu verkaufen steht im Vordergrund – hier spielen große Emotionen keine Rolle. Das ist einfach zu erkennen an den vielen Posts und Storys von Marken oder Influencer*innen, die mit einfachen Rabattcodes werben. Das ist schade, hier könnte man mit mehr Emotionen arbeiten. Instagram verspricht mit der perfekten PrĂ€sentation das Emotional Need von Kontrolle.

Beispiele, welche Werbung auf Instagram gut funktioniert und welche nicht
Abbildung 4: Welche Werbung auf Instagram gut funktioniert und welche nicht. Quelle: Keynote Oliver Spitzer auf der Social Media Conference.

Auf TikTok sind besonders das Chaos und echte Emotionen bedeutend. Hier zĂ€hlen RealitĂ€t und AuthentizitĂ€t. Die Videoclips sollen nicht so gestellt wirken. An sich eine nette FĂŒgung fĂŒr die Unternehmen, da sie hier drastische Werbeausgaben sparen können. Allerdings laufen diese „einfachen“ Werbungen nur so lange gut, bis sie sich zu sehr hĂ€ufen und von den User*innen als nervige Werbung erkannt werden. Dann empfinden sie sie schnell als „fĂŒr eine Werbung zu billig gemacht“.

Auf der Social-Media-Plattform TikTok braucht es reales Chaos fĂŒr starke Emotionen.
Abbildung 5: Auf TikTok braucht es reales Chaos fĂŒr starke Emotionen. Quelle: Keynote Oliver Spitzer auf der Social Media Conference.

Wie das bei Facebook aussieht? Das erzÀhlt uns Oliver Spitzer dann bei der nÀchsten Social Media Conference. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Key Learnings:

  • Überlegt, welche Emotionen ihr verkaufen wollt und nicht, welche Rabatte es gibt.
  • Vergesst die psychologischen Needs pro Plattform nicht.

Wie ALDI die Gen Z erreicht

Das eben schon erwĂ€hnte „ALDI-Girl“ ging sprichwörtlich durch die Decke. Und das ganz ohne ein Zutun von ALDI selbst. Dieses Beispiel zeigt, wie TikTok funktionieren kann. ALDI nutzt aber auch ganz bewusst TikTok, um die jĂŒngere Zielgruppe zu erreichen. Mit Matthias KrĂ€ling, Teamlead Social Media bei ALDI Nord, war passenderweise auch jemand von ALDI auf der Social Media Conference vertreten. Im Interview erzĂ€hlt er, dass ALDI die Marke verjĂŒngen möchte.

TikTok ist dabei aktuell ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie. Dort ist es ihnen wichtig, mit Creators zusammenzuarbeiten, mit denen sich die Leute identifizieren können. Zudem planen sie möglichst langfristige Kooperationen, damit die User*innen Beziehungen zu den Creators aufbauen. Bei der Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und Influencer*innen sei zudem ein Briefing mit wichtigen zu vermittelnden Kernbotschaften genauso wichtig wie der kreative Freiraum.

Beispiel Everdrop: Wie hilft Social Media dabei, als nachhaltiges Unternehmen zu wachsen?

David Löwe ist Co-Founder von everdrop, einer Marke fĂŒr nachhaltiges Reinigungsmittel. Er prĂ€sentiert in seinem Beitrag wertvolle Insights und Key Learnings, wie Social Media einer kleinen nachhaltigen Marke dabei helfen kann, sich gegen Konzerngiganten zu behaupten. „Wir konnten nur durch Social Media wachsen“, da ist sich David Löwe sicher.

Wie das gelungen ist? Seine wichtigsten Learnings:

  • Lösungen zeigen – positive Inspiration geben
  • Make it “instagramable“ – nicht schlicht öko, sondern Wert auf Ästhetik legen 
  • Feed Content: Das Konzept in einem Minimum darstellen â€“ Die ErklĂ€rarbeit denen ĂŒberlassen, denen man zuhört: den Influencer*innen
  • Post slow but relevant – wenn es mal nichts zu posten gibt: Expert*innen-Zitate liefern spannenden Content mit Mehrwert und Botschaft: Win-Win fĂŒr alle
  • Social Media = Ă¶ffentlicher Kunden-Support â€“ Make them love you. Um jede*n Einzelne*n kĂ€mpfen 
  • Real und transparent sein – Mist gebaut? Dann teilt das auch mit! 

Unser Fazit

Die Social Media Conference bot einen breiten Mix an VortrĂ€gen, Keynotes und Interviews. Die Inhalte waren spannend und pointiert gewĂ€hlt, die Speaker*innen kompetent sowohl im Thema als auch im Vortragen. Und das merkte man auch. WĂ€hrend einem die Gedanken so manches Mal bei langatmigen Events irgendwann abschweifen, blieb man hier stets fokussiert. Das einfache Zuhören zuhause wurde also trotz der zwei vollen Tage nie langweilig. Auch die Plattform LO:X, auf der das Event live ĂŒbertragen wurde, war eine tolle Abwechslung zu vorherigen Plattformen und hat uns sehr gut gefallen. Wir freuen uns schon auf die Konferenz im nĂ€chsten Jahr. Da haben wir ja noch einen Punkt bei Oliver Spitzer in Sachen Facebook offen! 😉

Eine schöne Woche wĂŒnschen euch

Gesa und die SEO-Trainees

„To write means to explore.“ Dieses Motto treibt mich schon seit langem an. Durch das Schreiben und den damit oft verbundenen Austausch mit den verschiedensten Menschen habe ich einerseits spannende Orte sehen und großartige Kontakte knĂŒpfen dĂŒrfen; andererseits habe ich einiges gelernt und bin daran gewachsen. SEO begegnete mir immer mal wieder auf meinem Weg durch die Welt des Online-Journalismus und weckte mein Interesse. Darum ist es jetzt fĂŒr mich an der Zeit, die Herausforderungen der digitalen Welt anzupacken. Als SEO-Trainee möchte ich lernen, Suchmaschinen besser zu verstehen und mich im Texten fĂŒrs Netz weiterbilden.

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