Google Authorship Markup und Author Rank - eine Einführung

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Google Authorship Markup und Author Rank – eine Einführung

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Google Authorship Markup und Author Rank – eine Einführung
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Als absoluter Neuling in der SEO-Branche stieß ich in den ersten Wochen immer wieder auf ein Thema, von dem ich vor Beginn meines Traineeships noch nie gehört hatte. Authorship, Author Rank, rel= „author“ – so schallte es aus allen Ecken. Das Google Authorship Markup und der Author Rank sind momentan in aller Munde. Grund genug, mich diesem spannenden Thema anzunehmen und die Basics für euch zu recherchieren und zusammenzufassen. Wenn ihr wissen wollt, was es mit Autorität im WWW auf sich hat, was der PageRank mit dem Author Rank zu tun hat und wie genau man das Authorship Markup einrichten kann, dann lest weiter!

Autorität – das Ende der Anonymität im Web?

In seinem Buch „The New Digital Age“ macht Googles Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt deutlich: Das Web soll an Anonymität verlieren. In den Suchergebnissen sollten demnach solche Inhalte besser ranken, die mit verifizierten Online-Profilen verbunden seien. Dies würde dazu führen, dass die meisten Nutzer diese verifizierten Ergebnisse vermehrt anklickten. Bliebe man im Web anonym, könnte dies mit Irrelevanz in den Suchergebnisseiten bestraft werden. Autoren sollen also eine starke Identität im Web aufbauen und gleichzeitig ihre Autorität erhöhen. Und was ist damit genau gemeint?

Zitat AutoritätUnter Autorität wird laut Wikipedia eine soziale Positionierung einer Institution oder Person verstanden, die dazu führt, dass andere Menschen sich in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten. Die Basis ist hierbei Vertrauen. Im Englischen wird der Begriff „authority“ u.a. verwendet, um einen Experten auf einem bestimmten Fachgebiet zu beschreiben. Auf Authorship übertragen bedeutet dies, dass Autoren im Netz mithilfe des Google Authorship Markups und des Author Ranks zu Influencern werden sollen, die mit ihrem Content andere beeinflussen, inspirieren und überzeugen. Wer guten und einzigartigen Content schafft, bietet den Usern Mehrwert, wird mit einer hohen Reputation und somit einem hohen Ranking belohnt. Gleichzeitig vertraut der User darauf, dass alles, was die Autoritätsperson schreibt, korrekt und hochwertig ist.

Der Author Rank von Google

Für das Ranking einer Website war bisher vor allem die Anzahl von Links entscheidend, die auf die Website verweisen. Nachteil hierbei: Die Qualität der Links wird nicht immer ausreichend berücksichtigt. Zudem liegt der Fokus auf der Website und weniger darauf, wer auf der Website schreibt. Es ist also kaum verwunderlich, dass Google über kurz oder lang nach einer Lösung suchte, um auch Autoren mit in das Ranking einzubeziehen, die von Suchmaschinen lange Zeit kaum berücksichtigt wurden. Bereits 2005 startete Google mit der Entwicklung des Agent Rank, heute unter dem Begriff Author Rank bekannt. Ziel des Ganzen ist es nicht nur, Content einem bestimmten Autor zuzuordnen, sondern dadurch explizit auch die Vertrauenswürdigkeit von Links besser beurteilen zu können. Links von vertrauenswürdigen Autoren sollen mithilfe des Author Ranks also zukünftig stärker gewichtet werden als Links aus Content von anonymen Usern.

Tom Anthony bezeichnet solche Links als autorisierte Links. In einem sehr interessanten Blogpost bei SEOmoz legt er seine Idee eines Authored PageRanks dar, eine Kombination aus Author Rank und PageRank. Die Message: In Zukunft lautet die zentrale Frage nicht mehr nur „Woher kommen meine Links?“, sondern auch „Von wem kommen meine Links?“. Als Basis zur Bewertung von Links gilt nach wie vor der PageRank, während der Author Rank als Multiplikator fungiert und den Wert bzw. die Stärke eines Links entsprechend steigern kann.

Welche Faktoren und Kriterien zur Bewertung eines Autors herangezogen werden, ist natürlich nicht bekannt. Im Auge behalten sollte man aber in jedem Fall Social Signals:

  • Die durchschnittliche Umlaufgeschwindigkeit neuer Artikel, gemessen an Social Events wie Tweets, +1, Likes und Shares an einem Tag, in einer Stunde oder gar in einer Minute
  • Das durchschnittliche Volumen der Social Events, d.h. wie viele Social Events durchschnittlich durch einen Artikel ausgelöst werden
  • Das monatliche Volumen der Social Events, d.h. wie viele Social Events pro Monat durch einen Artikel generiert werden
  • Vergleich von Autoren untereinander: Wie viele Social Events generiert ein Artikel im Vergleich zu anderen Autoren, die auf der gleichen Seite veröffentlichen?
  • Anzahl an Followern und Aktivität im Google+-Profil des Autors: Je mehr Follower und je mehr Interaktion in Bezug auf den eigenen und fremden Content, desto besser
  • Die Autorität der veröffentlichenden Seiten
  • Häufikeit der Veröffentlichungen auf der eigenen und auf anderen Seiten

Um auf der Welle des Author Rank mitzuschwimmen, ist das Google Authorship Markup quasi unumgänglich. Wie genau es funktioniert, wird im Folgenden erklärt.

Das Google Authorship Markup

Das Authorship Markup ist eine Methode, um Autoreninfos in den Suchergebnissen anzuzeigen, also Informationen darüber, wer einen Content veröffentlicht hat. Hierzu wird der Content mit dem Google+-Profil oder der Autorenseite des jeweiligen Autors verknüpft. Diese Verknüpfung wirkt sich direkt auf das Snippet in den Suchergebnisseiten aus: Es erscheint das Profilbild des Autors, was zum einen die Vertrauenswürdigkeit erhöht und sich somit zum anderen auch positiv auf die Click-Through-Rate auswirkt.

Snippet Amke

Anzumerken ist allerdings, dass mit der Implementierung des Authorship Markups keine Garantie einhergeht, dass das Snippet tatsächlich immer in dieser Form angezeigt wird.

So viel zur Einführung. Wie genau funktioniert aber das Google Authorship Markup? Im Folgenden wird Schritt für Schritt aufgezeigt, wie man seine Inhalte mit dem eigenen Google+-Profil verknüpfen kann. Grundsätzlich sind zwei Verlinkungen notwendig, damit die Suchmaschine den Autor eines Inhalts identifizieren kann:

  • Eine Verlinkung vom Google+-Profil zum Inhalt
  • Eine Verlinkung vom Inhalt zum Google+-Profil zurück

Google akzeptiert drei Methoden, um eine vertrauenswürdige Verbindung zwischen Autor und Inhalt herzustellen:

  1. Die 3-Link-Methode
  2. Die 2-Link-Methode
  3. Die Methode der E-Mail-Verifizierung

Die 3-Link-Methode

Diese Methode wird verwendet, wenn Domains sowohl Inhalte als auch eine Autorenseite des Autors beinhalten. Alle Seiten, auf denen Content veröffentlicht wurde, verlinken auf die Autorenseite. Die Autorenseite verlinkt auf das Google+-Profil des Autors, wo wiederum ein reziproker Backlink gesetzt wird.

die 3-Link-Methode

Die 2-Link-Methode

Diese Methode eignet sich für Domains, auf denen keine Autorenseite hinterlegt ist. Autoreninformationen werden hier typischerweise über ein kleines Autoreninfo-Snippet am Ende jedes Posts zur Verfügung gestellt. Die Posts und veröffentlichten Inhalte sind direkt mit dem Google+-Profil verlinkt. Das Google+-Profil wiederum ist mit der Homepage der veröffentlichenden Domain verlinkt.

die 2-Link-Methode

Die Methode der E-Mail-Verifizierung

Diese Methode findet Anwendung, wenn auf der Domain, auf dem der Inhalt gepostet wurde, keine Autoreninformationen zu finden sind. In diesem Fall gibt es eine Verfasserzeile, die auf eine E-Mail-Adresse mit derselben Domain verlinkt, auf der der Inhalt zu finden ist. Diese E-Mail-Adresse wird im Google+-Profil registriert und unter „Über mich“ in der Rubrik „Links“ unter „Macht mit bei“ angezeigt.

die E-Mail-Verifizierung

Die Attribute rel= „author“ und rel= „me“

Nach dieser Zusammenfassung der drei Methoden der Verlinkung stellt sich nun die Frage: Was genau steckt hinter den Attributen rel= „author“ und rel= „me“ bzw. wie genau funktionieren sie? Und was genau bedeutet „Contributor to“ in den obigen Grafiken?

rel= „author“

Das rel= „author“-Attribut verlinkt die Seite, auf der der Content veröffentlicht wurde, mit dem Google+-Profil (2-Link-Methode) oder mit der Autorenseite (3-Link-Methode). Um einen Inhalt mit dem Google+-Profil zu verbinden, wird das Attribut im HTML-Dokument des Artikels folgendermaßen verwendet:

<a rel="author" href="{URL des Google+-Profils}">Google+</a>

Soll die Verlinkung von einem Inhalt zur Autorenseite erfolgen, sieht das Ganze folgendermaßen aus:

<a rel="author" href="{URL der Autorenseite}">Name des Autors</a>

rel= „me“

Das rel= „me“-Attribut verlinkt eine Autorenseite mit dem entsprechenden Google+-Profil und verifiziert somit ebenfalls die Identität des Autors. Das Attribut setzt sich wie folgt zusammen:

<a rel="me" href="{URL des Google+-Profils}">Google+</a>

„Contributor to“

Der notwendige reziproke Link vom Google+-Profil zu den geposteten Inhalten bzw. zu der Autorenseite wird ähnlich gesetzt wie bereits bei der Methode der E-Mail-Verifizierung erwähnt.

Soll der Backlink zur Autorenseite führen (3-Link-Methode), wird einfach unter „Über mich“ in der Rubrik „Links“ unter „Weitere Profile“ die Autorenseite verlinkt.

Soll der Backlink zur Content-Seite führen (2-Link-Methode), wird in derselben Rubrik unter „Macht mit bei“ (=“Contributor to“) die entsprechende Domain verlinkt.

Überprüfung des Google Authorship Markups

Über das Test-Tool für strukturierte Daten lässt sich einfach überprüfen, ob das Authorship Markup erfolgreich war. Einfach in das Suchfenster die URL der Content-Seite bzw. der Autorenseite eingeben und auf „Vorschau“ klicken. Hier gibt’s Informationen darüber, ob die Zuordnung der Urheberschaft (=Authorship) funktioniert. Bei SEO-trainee.de scheint’s gut zu klappen! 🙂

Test-Tool seo-trainee.de

Warum das Ganze?

Google Authorship bringt einige Vorteile mit sich – für Autoren und für denjenigen, der nach hochwertigem, relevanten Inhalt sucht:

  • Suchergebnisse mit Autoreninfos erregen mehr Aufmerksamkeit und erreichen eine höhere Click-Through-Rate.
  • Nutzer können schneller beurteilen, ob der Inhalt vertrauenswürdig und qualitativ hochwertig ist.
  • Autoren können sich von anderen abheben, verbessertes Networking betreiben und die Zahl ihrer Follower auf Google+ erhöhen.
  • Autoren können über Authorship eine starke Identität und Autorität im Web aufbauen.
  • Interessant sind für Autoren vor allem auch die Statistiken, die für ihre Inhalte in der Google-Suche abrufbar sind. Über die Google Webmaster Tools kann eingesehen werden, wie viele Klicks die Inhalte eines Autoren bekommen haben. Beispielhaft sind hier die Author Stats von Matt Cutts aufgezeigt:

Author Stats von Matt Cutts

Es reicht allerdings nicht aus, lediglich das Authorship Markup durchzuführen. Danach gilt es, das Google+-Profil zu optimieren, aktiv im Netzwerk zu agieren und sich zu vernetzen.

Fazit

Derzeit wird über den Author Rank viel diskutiert und spekuliert. Es ist wahrscheinlich, dass er in naher Zukunft Teil des Google-Algorithmus werden wird. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Die Experten sind sich dennoch einig: Auch ohne Author Rank ist das Google Authorship Markup mehr als sinnvoll. Denn unabhängig davon, ob der Author Rank kommt oder nicht, ist Autorität im Web das, was in Zukunft zählen wird. Der Fokus wird immer mehr darauf liegen, einzigartigen und hochwertigen Content zu schaffen. Und über Social Signals, Links und Weiterempfehlungen ist es Autoren möglich, nach und nach ihre Autorität, Reputation und Vertrauenswürdigkeit im Web zu steigern, auch unabhängig vom Author Rank.

Nichtsdestotrotz wirft der Author Rank jede Menge Fragen auf und führt zu kontroversen Diskussionen in der SEO-Welt. Gibt es überhaupt ausreichend Google+-User und somit genügend persönliche Daten über eine ausreichende Menge an Autoren, um tatsächlich einen Author Rank sinnvoll in den Google-Algorithmus zu integrieren? Fakt ist: Google+ läuft nicht so rund, wie Google es sich wohl erhofft hatte, und konnte bisher lange nicht so viele persönliche Daten generieren wie andere soziale Netzwerke wie z.B. Facebook.

Eine weitere Frage, die immer wieder im Raum steht: Wie umfassend und sinnvoll kann ein Author Rank sein, der nur auf quantitativen Daten wie der Anzahl an Tweets, Shares, Likes und +1 beruht? Reicht das aus, um tatsächlich die Qualität des Contents beurteilen zu können? Oder stecken vielleicht auch noch ganz andere Parameter hinter dem Author Rank, von denen momentan noch keiner etwas ahnt? Das wird wohl immer Googles Geheimnis bleiben … Oder was meint ihr? Wir wünschen euch eine schöne Restwoche!

Amke und die SEO Trainees

SEO Trainee
Was kann es Besseres geben als den Berufseinstieg in eine dynamische, abwechslungsreiche Branche mit unglaublich viel Potenzial? Genau das verbinde ich mit SEO – Dynamik, kontinuierliche Weiterentwicklung, eine tolle Mischung aus Kreativität und Logik, aus neuen Ideen und analytischem Denken. Ursprünglich aus dem Tourismus kommend, möchte ich jetzt in diesem vielfältigen Bereich des Online Marketings durchstarten und die verschiedenen Facetten des SEO von der Pike auf kennenlernen.

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 15. Mai 2013 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
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  • 10 kostenlose Google Tools die jeder Online-Marketer kennen sollte sagt:

    […] die Nutzung und Implementierung von Google-Autorship weiter steigt, ist dieses Tool der Standard für die Prüfung der […]

  • […] Abschaffung der sichtbaren Anzeige der Autorenbilder bedeutet nicht, dass das AuthorShip-Markup nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil: das AuthorShip-Markup sorgt immer noch dafür, dass sich […]

  • […] auf denen der Autor aktiv ist. Möchtet Ihr dazu noch mehr Details wissen, kann ich Euch diese Einführung zum Thema Authorship Markup und Author Rank […]

  • Wirklich guter Artikel, wenn auch etwas spät gefunden. Er deckt sich in etwa mit meinen Erfahrungen. Allerdings scheint es egal zu sein, wie aktiv man auf seinem Google+ Profil ist. Ich kenne Autoren, welche Google+ nur wegen dem Authorship Markup mit Autorenbild eingerichtet haben und es funktioniert, zumindest noch zum Status Quo.

    Bei meinen Blogs war das Autorenbild schon ca. 1 Stunde nach der Einrichtung sichtbar und nach 3 Stunden wieder weg. Insgesamt hat es dann ca. 4 Monate gedauert, bis es wieder stabil zu sehen war. Ob man dadurch in den SERPS besser gelistet wird, kann ich nicht bestätigen, aber auf jeden Fall erfolgen wesentlich mehr Klicks.

    Google scheint wirklich inzwischen gepflegte Blogs zu fördern und andere „gute“ Seiten hinten anzustellen, bzw. nur bessere Chancen durch AdWords zu geben. Ich kenne SEO-Spezialisten, welche diesen Trend glauben zu erkennen. Die Zeit der Masseneinträge in Webportalen und das Optimieren auf Keywörter reicht schon langer nicht mehr aus, um eine Seite stabil in den SERPS oben zu halten. Allerdings scheint google auch Blogs mit Artikeln, die auf andere Links verweisen, nicht besonders zu mögen. Bei einem meiner Blogs bekam ich das deutlich zu spüren. Es warenb 3 dieser Artikel hintereinander für verschiedene Seiten. Die Themen passten haargenau, aber die Verlinkung, obwohl es nur je 1 Link war, hat den Spidern nicht „geschmeckt“. Ich rutschte von Seite 1 auf 3 ab und erst nach ca. 2 Wochen und etlichen eigenen Artikeln war ich wieder vorne.

    Es darf interessiert verfolgt werden, wie es wirklich weitergeht. Nur eines scheint sicher zu sein…mit konventioneller SEO wird künftig niemand mehr seinen Lebensunterhalt bestreiten können.

  • […] häufiger vom Nutzer geklickt. Ein Beispiel für so ein erweitertes Snippet ist der Einsatz des Authorship Markups, bei dem das Autorenbild im Snippet […]

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