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Recap: scoopcamp 2018

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Recap: scoopcamp 2018

Das scoopcamp feierte in diesem Jahr Jubiläum. Bereits zum zehnten Mal fand die Innovationskonferenz für Onlinemedien am 27. September 2018 statt. Veranstalter des scoopcamps waren nextMedia.Hamburg und die dpa, die gemeinsam mit mehreren Partnern und Mediapartnern ein großartiges Programm auf die Beine gestellt haben. Das Spektakel fand im Kehrwieder Theater in der Speicherstadt statt. Mit von der Partie waren auch unsere Kolleginnen Rike und Marina, die nun in ihrem Recap ihre Highlights Revue passieren lassen.

Logo des scoopcamps

Der SCOOP AWARD 2018 – Jochen Wegner, Chefredakteur der ZEIT Online, wurde ausgezeichnet

Nach der Begrüßung durch Meinolf Ellers, Chief Digital Officer der dpa, wurde der SCOOP Award 2018 vergeben. In seiner Laudatio lobte Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Preisträger Jochen Wegner für seine „Lust auf öffentliche Kommunikation“.

Wegner, seines Zeichens Chefredakteur der ZEIT Online, gab in seiner folgenden Keynote Einblicke in einige Projekte, die er und sein Team in letzter Zeit umgesetzt hatten. Die Ideensammlung in der Online-Redaktion der ZEIT beginnt in der Regel mit Meetings, bei denen auf Tische verzichtet wird. Durch die lockere Sitzordnung kommen laut Wegner die Teilnehmer viel besser ins Gespräch. Niemand muss in der zweiten Reihe sitzen und niemand bekommt das Gefühl, dass seine Stimme nicht gehört wird. In der Online-Redaktion der ZEIT hat jeder, vom Praktikanten bis zum Chefredakteur, die Möglichkeit ein Meeting einzuberufen, weil er oder sie gerade einen genialen Einfall hatte. In den Meetings werden Ideen gesammelt, die stichpunktartig notiert werden. Ausgearbeitet werden die Ideen dann erst im Nachgang. So kam die ZEIT beispielsweise auf die Idee, „Tinder für Politik“ anzubieten. Dabei konnten die User ihren Standpunkt zu verschiedenen politischen Grundsatzfragen angeben und in Kombination mit ihrem Wohnort wurde dann eine Person ermittelt, die zwar in der Nähe wohnt, aber ein völlig gegensätzliches Meinungsbild vertritt. Das Projekt „Deutschland spricht“ kam so gut an, dass sich das Konzept in andere Länder verkaufen ließ.

Neben weiteren spannenden Einblicken in die Projekte der Online-Redaktion der ZEIT, sorgte auch Jochen Wegners lockere Vortragsweise dafür, dass sein Keynote-Vortrag ein Highlight des scoopcamp-Tages war.

Marius Thorkildsen über die Frage, wie man Leser hinter die Paywall lockt

Als Digital Engagement Manager bei der norwegischen Zeitung Aftenposten ist Marius Thorkildsen Experte für das Gewinnen von Subscribern. In seiner Keynote erklärte Thorkildsen, was man Interessenten bieten muss, um sie dazu zu bewegen, für Content zu zahlen. Im Aftenposten-Team spricht man in diesem Kontext von der „Game of Thrones“-Theorie. Thorkildsen erklärte anschaulich, dass kaum jemand den Streaming-Service von HBO bezahlt, um die komplette Bandbreite des Angebots zu konsumieren. Viele Nutzer sind bereit, für den Dienst zu bezahlen, nur weil sie eine spezielle Show sehen möchten. Man muss den Nutzer davon überzeugen, dass man Content anbietet, der so relevant für sie ist und sie so sehr begeistert, dass sie nicht darauf verzichten können. Genau diese Bedeutung schreibt Thorkildsen „Game of Thrones“ für HBO zu.

Nonny de la Peña macht Polizeigewalt und Terroranschläge durch Einsatz von VR erlebbar

Wer seine Leser oder Zuschauer wirklich erreichen möchte, muss sie emotional erreichen. Nonny de la Peña, vom Magazin Forbes als „Patin der VR“ betitelt, zeigt in ihrer Keynote eindrückliche Beispiele, die den Konsumenten zum Teil der Geschichte machen. So werden Zuschauer Zeugen von Polizeigewalt, erleben einen Terroranschlag in Syrien oder beobachten einen ehemaligen Häftling, der von seiner dreijährigen Einzelhaft in einem Gefängnis in Maine erzählt. All dies wird für den Zuschauer direkt erlebbar und stellt eine neue Form des immersiven Journalismus dar. VR erreicht unser Bewusstsein auf einer anderen Ebene als dies herkömmliche Medienformate können. Es ist somit nicht nur Entertainment, sondern wirft auch ethische Fragen auf und kann sogar die Empathie von Menschen fördern.

Vertrauenskrise im Journalismus – Sally Lehrman stellt „The Trust Project” vor

„The Trust Project“ ist ein Zusammenschluss von weltweit mehr als 75 Nachrichtenorganisationen, darunter dpa, Zeit Online und Washington Post, der sich für glaubwürdigen Journalismus im Internet einsetzt. Dazu wurde mit wissenschaftlichen Methoden erhoben, was Menschen bei Nachrichten wichtig ist und wann sie diesen vertrauen. Darauf basierend wurden Trust-Indikatoren entwickelt, durch die Leser einfach und transparent erkennen können, ob es sich bei den jeweiligen Inhalten um vertrauenswürdige Artikel handelt. Dabei ist ein solcher Indikator jedoch kein Beweis für die Richtigkeit jedes einzelnen Artikels oder aller seiner Aussagen, denn auch Medien, die gemäß den Trust-Kriterien arbeiten, machen Fehler. Das Trust Project kann die Vertrauensfrage nicht allein lösen, aber es leistet einen wichtigen Beitrag.

#DasMitMedien – Media Worker Report 2.0

Nach der Mittagspause (mit einem sehr guten Buffet) ging es beim scoopcamp weiter mit der Präsentation des Media Worker Reports. Darin stellten mehrere Partner ihre Studie zum Berufsbild des Media Workers in Deutschland vor. In besagtem Report gibt es jede Menge Informationen über die Medienbranche und darüber, was Media Workern wichtig ist und wie sich in ihrem Job fühlen. Besonders interessant für uns: 66% der Media Worker gehen davon aus, dass sich ihre Jobs nicht automatisieren lassen. Kreativität lässt sich bisher nicht ersetzen. Ein weiterer Fun Fact, der uns besonders freut: Hamburg steht unangefochten auf Platz eins der deutschen Medienstädte.

Wer selbst einen Blick in den Media Worker Report werfen möchte, findet ihn hier.

Unsere Workshop Highlights I: Kreatives Denken mit der Google News Initiative

In ihrem Workshop zeigten Christian Heise und Kerstin Saathoff von Google, wie die Best Practice bei der Entwicklung neuer Ideen aussieht. Grundsätzlich sollte man seinen Teammitgliedern nicht mit einem „Ja, aber…“ widersprechen, sondern auf dem Gesagten aufbauen. Außerdem sollte man sich ruhig die Zeit nehmen, um auch zunächst irrwitzig anmutende Ideen zu besprechen.

Der Workshop wurde auf sympathische Art präsentiert. Allerdings fehlte es an Zeit, was die beiden Leiter des Workshops auch selbst bemängelten. Dennoch konnte man als Teilnehmer einiges mitnehmen, was einem bei zukünftigen Brainstormings sicherlich weiterhelfen wird.

Unsere Workshop Highlights II: AR und VR von nextReality.Hamburg

Matthias Kuhr von nextReality.Hamburg zeigte in seiner Short Session, welches Potential Augmented und Virtual Reality fürs Storytelling haben. Dabei demonstrierte er anschaulich, wie die Technik eingesetzt werden kann, um den Nutzer komplett in ein Spiel eintauchen zu lassen. Zwar spielten die Sensoren zunächst nicht mit, aber nachdem das Problem gefunden und behoben werden konnte, war die Präsentation um so anschaulicher.

Matthias Kuhr plädierte dafür, ungenutzte Tennishallen so umfunktionieren, dass sie als Virtual-Reality-Spielplätze genutzt werden können. In seiner Vision laufen zahlreiche User mit VR-Brillen durch die großen Hallen und erleben Storys hautnah.

Die technischen Möglichkeiten, die in diesem Workshop präsentiert wurden, waren durchaus faszinierend. Es war allerdings mitunter gar nicht so einfach, sich die Anwendung einzelner Features im Bereich Journalismus vorzustellen, da das nötige technische Equipment für die meisten Konsumenten kaum erschwinglich ist. Mit dem Ausblick auf Preissenkungen in der Zukunft ist die Verknüpfung zwischen VR und Journalismus in der Praxis jedoch sehr spannend.

Abschlussgespräch und Get Together

Beim finalen Abschlussgespräch tauschten sich Branchenkenner auf der Bühne über die Zukunft der Medien aus. Danach gab es bei weiteren Drinks und Snacks die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.

Uns gefiel das diesjährige scoopcamp wieder einmal ausgezeichnet. Wir bedanken uns bei den Veranstaltern und freuen uns schon auf das nächste scoopcamp, das hoffentlich genauso informativ und spannend wird, wie die Jubiläums-Ausgabe in diesem Jahr.

Weitere Eindrücke vom scoopcamp könnt Ihr aus dem folgenden Video gewinnen:

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Das Internet ist eine eigene, digitale Welt und mit etwas Kreativität ist es möglich, diese mitzugestalten. Ich möchte meine Zeit als SEO-Trainee nutzen, um genau das zu lernen. Ich freue mich darauf, mich jeden Tag in neue Themen und Felder einzuarbeiten, ansprechenden und relevanten Content zu entwerfen und diesen so lange zu optimieren, bis alles passt!

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