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Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 10

Frühling, ick hör dir trapsen: In Indien wird heute der Lenz freudig mit dem hinduistischen Holi-Fest begrüßt und auch wir bewegen uns zumindest kalendarisch in eine Richtung, in der bald Bienchen und Sonnenstrahlen unsere Köpfe umschwirren. Ein wenig müssen wir uns noch gedulden, die Online Marketing News der Woche hingegen können wir jetzt schon genießen. Welche Auswirkungen Googles neue Ausrichtung auf Mobile haben, wie wichtig die Vertrauenswürdigkeit von Websites ist, warum Newsjacking-Chancen ungenutzt bleiben und wie Instagram clever für Marketingaktionen eingesetzt werden kann, lest ihr hier.

Hauptsache „Mobile Friendly“

Schon letzte Woche haben wir darüber berichtet, dass ab dem 21. April „Mobile Friendliness“ ein offizieller Rankingfaktor bei Google sein wird. Dieser Rankingfaktor bezieht sich aber nur auf die mobile Suche und bedeutet nicht, dass es in der Desktop-Suche dafür Abzüge gibt. Trotzdem ist spätestens jetzt die Zeit dafür gekommen, die mobile Optimierung in Angriff zu nehmen. Webmaster Trends Analyst John Mueller von Google erklärt in den ersten zehn Minuten des Hangouts von letztem Freitag, wie der Suchmaschinenriese den neuen Rankingfaktor versteht, und zeigt eine kleine Präsentation zum Thema Mobile.

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Kriterien für die Mobile Usability sind zum Beispiel eine lesbare Schriftgröße, eine flexible Breite sowie anwählbare Buttons und Links. Der Hauptcontent sollte zudem nicht in Flash sein. Bezüglich des Designs erklärt Mueller, dass Google drei verschiedene Varianten empfiehlt. Zum einen ist es das Responsive Web Design, das die Suchmaschine präferiert. Hier wird dieselbe Website je nach benutztem Gerät unterschiedlich angezeigt und angepasst. Aber auch Dynamic Serving und eine seperate, mobile Seite sind von Google gern gesehen. Anschließend zählt Mueller verschiedene Tools auf, die einem bei der Optimierung der mobilen Seite helfen sollen. Dazu gehören die Google-Dienste PageSpeed Insights, im Webmaster Tools „Fetch & Render“ – „Fetch as Google“ sowie der Mobile Usability Report in den Webmaster Tools.

Der GoogleWatchBlog zeigt, dass es Google neben der Mobile Friendliness auch noch auf eine andere Sache ankommen wird: Auch die auf dem Smartphone oder Tablet installierten Apps beeinflussen die Rankings. Die Apps spiegeln das Interesse der Nutzer wider, denn wer zum Beispiel eine Kochrezept-App installiert hat, wird wahrscheinlich häufiger die Website der bereits installierten App aufrufen als Konkurrenz-Portale. Deswegen sollten sich Webmaster Gedanken darüber machen, ob sie nicht eine eigene App für ihre Website erstellen, um den mobilen Traffic bei sich zu behalten und natürlich auch, um automatisch höher gerankt zu werden.

Screenshot think with Google

Ein bisschen Zeit haben Webmaster allerdings noch, um ihre Anpassungen vorzunehmen und sich zu überlegen, wie wichtig Traffic von Mobile überhaupt für sie ist. Fakt ist, dass Google ganz klar den Trend aufgreift, dass zukünftig mehr Webnutzung über das Smartphone oder Tablets stattfinden wird. In anderen Ländern wie zum Beispiel in Indien ist schon seit längerer Zeit die mobile Webnutzung ganz klar vor der Desktop-Variante mit über 60 zu knapp 30 Prozent.

Um seine Webpage auf mobiles SEO hin zu überprüfen, eignet sich die Seite von Feedthebot ganz wunderbar. Hier werden noch einmal alle Faktoren und Problematiken einzeln aufgeführt und sehr ausführlich und verständlich behandelt. Auch auf der Plattform für Werbetreibende, „think with Google“, stehen die Zeichen auf Mobile. Hier wird erklärt, wie man Kunden auf mobilen Endgeräten erreicht, wie Anzeigen auf Smartphones, Tablets und Co. geschaltet werden können und wie man den mobilen Traffic optimieren kann.

So wahr mir Google helfe

Symbol Wahrheit LügeDass der Suchmaschinenriese allwissend ist, haben wir schon verinnerlicht, aber wie steht es mit der Richtigkeit der Angaben? Nicht immer sollte man den Ergebnissen von Google blind vertrauen. Glaubt man der wissenschaftlichen Arbeit „Knowledge-Based Trust: Estimating the trustworthiness of web sources“ von mehreren Google-Mitarbeitern, soll die faktische Richtigkeit schon bald ein Rankingfaktor werden. Um den Inhalt einer Seite zu bewerten, wird diese mit schon als vertrauenswürdig ausgezeichneten Quellen abgeglichen. Sollte die Seite ebenfalls wenig falsche Informationen enthalten, gilt auch sie als vertrauenswürdig. Enthält eine Website besonders viele und offensichtlich der Wahrheit entsprechende Informationen, wird sie im Ranking bevorzugt angezeigt.

Der Algorithmus verwendet eine große Menge an Daten, die laut der wissenschaftlichen Arbeit zurzeit ca. 2,8 Milliarden Fakten enthält und somit ca. 119 Millionen Websites als vertrauenswürdig oder nicht eingestuft werden konnten.

Dass Google allmählich Wikipedia Konkurrenz macht, konnten wir in den letzten Wochen schon anhand der Entwicklungen des Knowledge Graphs beobachten. Das Software-Unternehmen SEOlytics hat den Knowledge Graph genauer unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass die Verknüpfungen immer weiter zunehmen. Im November 2014 hingegen gab es einen interessanten Einbruch dieser Entwicklung.

SEOlytics Knowledge Graph Analyse

Dabei fiel auf, dass vor allem unscharfe Begriffe weggefallen sind, bei denen Google nicht mehr eindeutig bestimmen kann, was die Suchintention war. Als Beispiel werden bei SEOlytics die beiden Keywords „American Gangster“, der Film von Ridley Scott, und die unscharfe Phrase „an american gangster“ miteinander verglichen. Wird nach „American Gangster“ gesucht, hat Google diese Entität klar erkannt und zeigt im Knowledge Graph Informationen zum Film an. Wird hingegen nach „An american Gangster“ gesucht, werden unspezifische Suchergebnisse ohne Knowledge Graph angezeigt.

Screenshot SEOlytics Knowledge Graph American GangsterScreenshot SEOlytics Knowledge Graph American Gangster 2

In den USA hilft Google Suggest zudem bei der Unterscheidung von nicht eindeutigen Suchanfragen. Die Suchvorschläge sind bereits mit Informationen aus dem Knowledge Graph angereichert und zeigen, wie gut Google Entitäten miteinander verknüpfen kann. Sucht man zum Beispiel nach „Queen“, bekommt man sowohl Vorschläge zu der Band als auch zur königlichen Familie. Bei dem Begriff „Casablanca“ sieht es da ähnlich aus.

Screenshot SEOlytics Knowledge Graph Casablanca

Wie der User von Google mithilfe des neuen Carousels und der Verknüpfung verschiedener Google-Dienste sowohl bei der Desktop- als auch bei der mobilen Suche im System halten will, wird im SEOlytics-Blog ebenfalls anschaulich dargestellt.

#dressgate und die Chancen für Marketers

Screenshot Tumblr the dressIch weiß nicht, wie es euch geht. Verzweifelt ihr immer noch an der Frage, ob das Kleid blau/schwarz oder weiß/gold ist? Oder ist das alles an euch vorbeigegangen? Ausgelöst von einem kleinen Post auf Tumblr mit einem Bild von einem Kleid und der Frage nach der Farbe, wurde eine öffentliche Diskussion gestartet, die weltweit in den sozialen Netzwerken, aber auch in Talkshows geführt wurde.

Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, haben einige Marketers diesen riesen Hype auf Facebook, Twitter und Co. geschickt mitgenommen. Der Originalbeitrag auf Tumblr wurde über 73 Millionen Mal aufgerufen und die Begriffe #dressgate und #thedress hielten sich tagelang unter den Trending Topics bei Twitter. Werbetreibende haben den sogenannten #dressgate clever zu ihrem Vorteil genutzt und schnell reagiert.

Auf PR-Blogger wird das Internet-Phänomen analysiert und aufgezeigt, wie deutsche Werber diese Real-Time-Marketing-Chance verschlafen hätten. Wie sich auch in unserem Interview mit Susanne Ullrich zu ihrem Vortrag bei der Social Media Week in Hamburg heraus kristallisierte, ist Real Time Marketing längst ein extrem großer Trend in den USA. Langsam aber sicher schwappt dieser Trend auch nach Deutschland. Auf seinem Blog zeigt Felix Beilharz hingegen, wie auch deutsche Werber auf #thedress reagiert haben. Hier sind die besten drei Beispiele aus Deutschland:

 

Online Marketing News Worldwide

Facebook-Report zur weltweiten Internetnutzung

Facebook hat einen Report zur weltweiten Internetnutzung veröffentlicht. Demnach haben 37,9 % der weltweiten Population mindestens einmal im Jahr Zugang zum Internet. Natürlich gibt es sowohl starke regionale als auch sozio-demografische Unterschiede. 80 % aller Internet-Surfer kommen aus stärker entwickelten Ländern, was die regionale Verteilung anbelangt, so haben in Nordamerika über 80 % der Bevölkerung regelmäßigen Zugang zum Internet.

In Europa und Zentralasien beläuft sich diese Zahl auf ungefähr 65 %, Südasien und die „Sub-Sahara“-Region kommen auf lediglich 13 % und 16 %. Auch Frauen haben tendenziell mehr Schwierigkeiten, Zugang zum Internet zu bekommen. Weltweit ist der Anteil der weiblichen Internetbevölkerung um 25 % geringer als der Anteil der männlichen Internet-Surfer.

Facebook-Repoert zur weltweiten Internetnutzung

Vermischtes

  • Der Weg in das Online Marketing: Wir sind gerade dabei, Fuß in der Welt des Online Marketings zu fassen. Für Interessierte und Einsteiger gibt es einen tollen Artikel auf onlinemarketingeinstieg.de, der detailliert die Einstiegsmöglichkeiten und Stimmen aus der Branche zusammenfasst. Eine Studie zu diesem Thema ist ebenfalls in den Artikel integriert – es lohnt sich also!
  • Google+ LogoUmstrukturierungen bei Google+: Ab sofort übernimmt Bradley Horowitz das Ruder und treibt den Umbau von Google+ voran. Das soziale Netzwerk soll in mehrere Einzelprodukte aufgespalten werden. Aktuell ist im Gespräch, dass die Foto-Plattform „Photos“ und der Social Stream von Google+ getrennt werden sollen. Die einzelnen Dienste dürften von der Aufspaltung profitieren, da sie nun als eigene Marke beworben werden können. Was in Zukunft mit Google+ an sich geschehen wird, bleibt unklar.
  • Suchergebnisse ohne Description: Zurzeit testet Google eine Variante der Suchergebnisse, bei denen pro Snippet nur der Title und die entsprechende URL angezeigt werden. Wie auch SEO-Südwest vermutet, versucht das Unternehmen so herauszufinden, wie sich die Descriptions auf die Klickrate auswirken. Gianluca Fiorelli hat auf Twitter einen Screenshot gepostet. Wir finden allerdings, dass die Suchergebnisse wesentlich schöner aussehen mit Descriptions. Was meint ihr?
  • Egal, ob .berlin oder .com: Im vergangenen Webmaster Central Hangout erklärte John Mueller nicht nur, wie wichtig Mobile Friendliness für Google ist, sondern auch, dass die Suchmaschine die neuen Top Level Domains, wie zum Beispiel .berlin, per Default ebenso wertet wie die Domainendungen .com. Wenn in den Einstellungen nichts Gesondertes vorgenommen wurde, werden die neuen TLDs in den lokalen Suchergebnissen nicht stärker gewertet. Wer möchte, dass es stärker gewertet wird, muss in den Webmaster Tools das Geo Targeting einstellen – Google zeigt hier, wie das geht.
  • We love Cat Content
    We love Cat Content

    Instagram Marketing für Jedermann: Dass sich auch andere Portale außer Facebook und Twitter für Marketing-Aktionen eignen, wissen wir nicht erst seit gestern. Doch wie setzt man zum Beispiel Instagram gekonnt für ein Unternehmen ein? Auf allfacebook.de werden vier Ansätze für Instagram-Strategien präsentiert, die Unternehmen dabei helfen können, diesen Kanal für ihr Image zu nutzen. Um mit dem Instagram Marketing erfolgreich zu sein, hat der Blog von FutureBiz zehn vermeidbare Fehler zusammengestellt. Jetzt steht eurer Instagram-Kampagne nichts mehr im Wege 😉

  • IKEA lässt kabellos Geräte laden: Auch der schwedische Möbelkonzern setzt ganz auf mobile. Die neue Möbelserie ist mit Qi-Modulen ausgestattet, sodass sich Smartphones und Tablets künftig ohne Kabel laden lassen können. Die mobilen Geräte müssen nur auf eine entsprechend präparierte Oberfläche gelegt werden und schon startet der Ladevorgang. Schon im April sollen die Möbelstücke, zunächst in Form von Nachttischen, Lampen und Schreibtischen, in Europa und Nordamerika in den Handel kommen.
  • Auszug Sketchnotes Ines Online Marketing RockstarsRecap der Online Marketing Rockstars Konferenz: Letzte Woche ging in Hamburg die Post ab, denn die Online Marketing Rockstars hatten zur Konferenz eingeladen. Und wer die Rockstars kennt, weiß, dass die Konferenz natürlich keine langweilige Standard-Veranstaltung war, sondern vielmehr ein richtiges Festival mit wilden Lichteffekten und Konzerten. Nebenbei gab es auch noch ein paar Vorträge von Speakern wie Gary Vaynerchuk oder Tobias Bauckhage von moviepilot.com. Wer keine Lust auf einen normalen Recap hat, sollte sich unbedingt die Zusammenfassung von Ex-SEO-Trainee Ines angucken, die ihre Eindrücke wie gewohnt in tollen Sketchnotes festgehalten hat.
  • Google Projekt LoonGoogle Loon ist bereit zum Starten: Wie der GoogleWatchBlog berichtet, steht das Projekt Loon kurz vor dem Start. Ziel ist es, ein weltumspannnendes Netz von Ballons aufzubauen, um zum Beispiel den Internetzugang auch an entlegensten Stellen zu ermöglichen. Mittlerweile sollen technische und organisatorische Hürden aus dem Weg geräumt sein, sodass Ballons nun auf einer Höhe von 1.100 Meter bis zu 187 Tage schweben können. Ein Ballon hat es sogar geschafft, neunmal die Welt zu umrunden.

Veranstaltungen

HV-Ideensturm-1Ideensturm bei Hanse Ventures: Wer schon immer mal sein eigenes Start-up gründen und sich professionelle Rückmeldung zu seinen Ideen einholen möchte, kann am 25. März zu Hanse Ventures nach Hamburg kommen. Der Company Builder ist speziell auf Geschäftskonzepte im Bereich Internet und Mobile spezialisiert und unterstützt Start-ups bei ihrem Weg.

Wenn ihr eine Idee aus dem Bereich Online oder Mobile habt, schickt ihr euren Businessplan sowie CV bis zum 19. März an katja.goeken(at)hanseventures.com. Aus allen eingesandten Konzepten werden die besten ausgewählt, die dann zum Pitch antreten dürfen. Viel Erfolg! Holi Fest

Wir werfen jetzt auch schon mal ein bisschen mit Farbe um uns und hoffen, dass sich der Frühling langsam blicken lässt. Bis dahin wünschen wir euch ein schönes Wochenende,

Chiara und die SEO Trainees

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Autor:In

7 Antworten

  1. Die Farbendiskusion um das Kleid hat wieder deutlich gezeigt, was virales Marketing auslösen kann. Ich finde es faszinierend, dass große Unternehmen mit Millionen-Budgets es nicht schaffen viral eine solche Reichweite zu kreiren, wie eine simple Post einer Privatperson. Hammer!

  2. „Auch die auf dem Smartphone oder Tablet installierten Apps beeinflussen die Rankings.“
    Wie kann denn Google bitte feststellen, welche Apps ich installiert habe? Datenschutz? (ernst gemeinte Frage)

    1. Hallo Stephan! Natürlich kann Google (noch) nicht feststellen, welche Apps du installiert hast, aber der nachfolgende Satz erklärt diesen, isoliert zugegebenermaßen etwas verwirrenden Satz: „Die Apps spiegeln das Interesse der Nutzer wider, denn wer zum Beispiel eine Kochrezept-App installiert hat, wird wahrscheinlich häufiger die Website der bereits installierten App aufrufen als Konkurrenz-Portale.“ Die Rankings werden also natürlich nur indirekt beeinflusst.
      Liebe Grüße

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