Was tun beim Panda-Update? ─ Der Panda-Trainee klärt auf

SEO-Trainee.de

Was tun, wenn mich das Panda-Update erwischt hat? ─ Der Panda-Trainee klärt auf

Geschrieben von
Was tun, wenn mich das Panda-Update erwischt hat? ─ Der Panda-Trainee klärt auf
Share on Facebook62Share on Google+34Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Am Freitag, den 12.08.2011, kam der Moment, auf den alle SEOs gewartet hatten: Der Google-Panda konnte endlich seinen recht eintönigen Lebensraum erweitern und darf nun die vielen Vorzüge einer Multikulti-Gesellschaft genießen. Nachdem das gefürchtete Google-Update im Frühjahr 2011 nämlich schon den gesamten englischsprachigen Raum in Angst und Schrecken versetzt hat, wurde es jetzt (mit Ausnahme von China, Japan und Korea) im restlichen Sprachraum durchgeführt. Betroffen sind hierzulande lediglich 6-9% aller Suchanfragen. Über die konkreten Gewinner und Verlierer ist bereits viel geschrieben worden. Was man tun kann, wenn der Google-Panda einen erwischt hat, wurde bisher aber eher spärlich thematisiert. Dem wollen wir nun mit ein paar Tipps zur On- und OffPage-Optimierung entgegensteuern. Exklusiv vom SEO-Trainee.de-Panda, versteht sich. 😉

Generelle Vorgehensweisen beim Umgang mit dem Panda-Update

Das Panda-Update ist nichts anderes als eine Algorithmus-Veränderung, die darauf abzielt, qualitativ minderwertige und überoptimierte Websites aus dem Index zu schmeißen. Der erste Schritt sollte es somit sein, seine Seite On- und OffPage auf Panda-Geschmacksverstärker zu überprüfen. Sind diese Schritte vollzogen, besteht immer noch die Möglichkeit, mit Google direkt in Kontakt zu treten. Sollte dieses alles nicht helfen, kann es sein, dass man Opfer eines noch verbesserungsfähigen Google-Algorithmus geworden ist. Unklarheiten bei der theoretisch richtigen Vorgehensweise wollen wir im letzten Punkt behandeln.

OnPage-Maßnahmen, die den Panda theoretisch glücklich machen

  • Duplicate Content vermieden wird;
  • eine klare und deutliche Struktur geboten ist;
  • Mensch und (Such-)Maschine ganz deutlich erklärt wird, um was es auf der jeweiligen Website geht;
  • dem Suchenden das geboten wird, was er sucht;
  • alle Inhalte einer Seite gut recherchiert und aufbereitet sind.

Das bedeutet wiederum, man sollte:

  • keine Inhalte großflächig eins zu eins kopieren, die sich bereits an anderer Stelle im Internet finden;
  • die Seitenstruktur im HTML-Code klar durch h1/h2/h3 und <p> strukturieren;
  • bestimmte Worte oder Phrasen durch <strong> hervorheben sowie nicht nur ein und dieselben Keywords benutzen, sondern auch Synonyme verwenden (denn Keyword Stuffing gefällt Mensch und Panda gar nicht);
  • kein Cloaking betreiben, sondern menschlichen Lesern und Crawlern gerne die gleichen Inhalte zeigen;
  • die Artikel so gut recherchieren, dass sie dem Leser einen echten Mehrwert bieten und somit auch die Bounce Rate reduzieren. Wie Eisy nämlich in seinen Notizen zum Panda-Update festhält, ist diese für den Panda von höchster Bedeutung. Websites mit einer hohen Bounce Rate gehören eher zu den Verlieren des aktuellen Updates. Zudem wird spekuliert, dass ein unausgewogenes Verhältnis von Text und Bildern/Videos zur Abstrafung führen kann. Unter den wenigen Opfern des Google-Pandas befinden sich nämlich auch Seiten, die neben Text keine Bilder und Videos zu bieten haben. Bilder und Videos sind nicht selten Verständnishilfen und gehören zu den meisten gut aufbereiteten Texten für Google, zumindest dieser Theorie nach, dazu.

Wozu es führt, wenn man den Panda ignoriert und diese einfachen Regeln bei der OnPage-Optimierung missachtet, wird in folgendem Video gezeigt:

OffPage-Maßnahmen, die der Panda nicht sehen kann

Manipulation beim Linkbuilding ist wie bittere Bambussträucher, die der Panda noch nicht einmal riechen möchte. Das oberste Ziel eines jeden Linkbuilders sollte es demnach sein, einen natürlichen Linkaufbau nachzustellen. Das Zauberwort lautet: Variation. Ist diese nicht vorhanden, müssen hier unbedingt Anpassungsmaßnahmen vorgenommen werden.

Eine natürliche Backlinkstruktur weist die folgenden Merkmale auf:

  • Heterogene Anchor-Texte: Für Google ist es ein Leichtes, Anchor-Texte auszulesen. Die überwiegende Mehrheit sollten somit Non-Keyword-Links und Brand-Links sein. Eine zu starke Verlinkung mit Money Keywords ruft die Google Quality Rater auf den Plan.
  • Links von unterschiedlichen Seitentypen: Hier zählt ebenfalls die Mischung. Wer ausschließlich Seiten von nicht-vertrauenswürdigen Quellen hat, fällt genauso auf wie jemand, der nur über Backlinks von Trust-Domains verfügt.
  • Variation bei der Linkplatzierung: Links sollten nicht nur auf die Startseite, sondern auch auf Unterseiten verweisen. Eine natürliche Deeplink-Ratio (Verhältnis der Links auf die Startseite zu Links auf Unterseiten) liegt zwischen 30-60%. Wie man diese am besten bestimmt, gibt es hier nachzulesen. Auch sollten die Links auf der Linkgeber-Seite nicht nur aus der Sidebar oder gar dem Footer stammen, sondern auch und vor allem direkt im Content platziert sein.
  • Natürliche Geschwindigkeit und Zeitpunkt: Keiner bekommt viele neue (gute) Links auf einen Schlag. Am Anfang sollten immer ein paar wenige Links von minderer Qualität gesetzt werden, um dann im Folgenden sowohl Qualität, als auch Quantität sukzessive zu steigern. Beim natürlichen Linkaufbau geht auch das Veröffentlichen eines neuen Artikels mit dem Verlinken eben dieses einher.

Neben der unnatürlichen Backlinkstruktur gibt es noch einen weiteren Stolperstein beim Linkbuilding: die schlechte Nachbarschaft (Bad Neighbourhood). Es sollte also unbedingt kontrolliert werden, ob durch In- oder Outbound Links eine Verbindung zu illegalen, pornographischen oder Glücksspiel-Webseiten hergestellt werden kann. Schlechte Nachbarn sind daran zu erkennen, dass sie bei Google nicht indiziert werden. Die Prüfung auf schlechte Nachbarschaft reicht meistens jedoch nicht aus. Es ist des Weiteren wichtig, beim potenziellen Linktausch-/Linkkaufpartner ebenso auf andere Qualitätsmerkmale zu achten. Dazu gehört nicht zuletzt eine Untersuchung auf Penalty-Historie, Unique Content, Linkpopularität etc. Wie Eisy in seinen oben genannten Notizen feststellte, waren zu einem nicht unerheblichen Teil Seiten vom Panda-Update betroffen, die über Backlinks von anderen Panda-Opfern verfügten.

Die Google-Zoowärter kontaktieren

Sind alle soeben beschriebenen Panda-Anforderungen kontrolliert und ggf. verbessert, kann der Weg gewagt werden, mit Google direkt in Kontakt zu treten. Für diesen Zweck gibt es ein Beschwerdeformular, das betroffene Webseiten-Betreiber ausfüllen können. Mit ein wenig Glück wird die Webseite dann wieder von ihrer „Abstrafung“ befreit. Eventuell hilft es aber auch, auf die nächste Update-Anpassung zu warten (sollte sie denn kommen). In den USA hat sich Google damit ca. 4 Wochen Zeit gelassen.

Klingt alles ganz einfach, oder? – Eine kritische Betrachtung zum Schluss

Jetzt habt ihr also erfahren, wie man seine Webseite theoretisch optimieren sollte, um den Panda glücklich zu stimmen. Leider sind diese Vorschläge nicht in Stein gemeißelt. Es drängt sich eher der Verdacht auf, dass der Panda an manchen Tagen auch bittere Bambussträucher für eine vollwertige Nahrung hält. Wie uns Eric Kubitz auf SEO-Book.de eindrücklich zeigt, werden nämlich viele der oben genannten Ratschläge auf Seiten beherzigt, die nun zu den Verlieren des Panda-Updates gehören. Zugleich haben ein paar Websites nicht an Sichtbarkeit verloren, obwohl sie sich rigoros nicht an diese Vorgaben halten. Klare Struktur, gut geschriebene Texte und Mehrwert finden sich zum Beispiel auch bei Content-Farmen, warum wurden die nun aber durch das Update geschwächt? Auf seomoz.org wird darauf hingewiesen, dass ein überdurchschnittlich hohes Vorkommen an Ads dem Panda Unbehagen bereitet. Das könnte wiederum erklären, warum Content-Farmen abgestraft werden. Ganz so schwarz und weiß ist der Panda also nicht. Ist das lang erwartete Update vielleicht sogar nur ein Trick Googles, der die Online-Gemeinde von der Jagd nach dem eigentlichen Algorithmus abbringen soll, wie Karl Kratz in seinem Artikel „Google Panda: Zwischen Säuberung und Augenwischerei“ zu bedenken gibt?

In ein paar Fällen scheint der Panda jedoch wirklich etwas in den SERPs aufgeräumt zu haben. Bisher ist die Zahl der Betroffenen allem Anschein nach aber sehr überschaubar. Wie sich das Update aber auf Dauer auswirken wird, muss sich wahrscheinlich noch zeigen. Schließlich hat Google in letzter Zeit keine Scheu bei steten Nachbesserungen gezeigt, was an dem großen und den kleinen PageRank-Updates zu sehen ist. Außerdem zog das Panda-Update im englischsprachigen Raum ebenfalls wie bereits erwähnt weitere Anpassungen nach sich. Also bleibt festzuhalten, dass menschliche Leser guten Content möchten und Google den Lesern dieses bieten will. Das sollten wir Website-Betreiber beherzigen und uns danach richten. Aber wäre das Fazit zum Panda dann nicht: Alles bleibt beim Alten? Zumindest gilt das für alle die Websites, die bereits im Vorfeld um hochwertigen Content bemüht und auf ein qualitativ gutes Linkbuilding bedacht waren.

Einen eher kuscheligen statt aggressiven Panda wünschen euch

Die Panda-Trainees 🙂

 

Bewerte unsere Artikel

Hat dir der Artikel gefallen? Sag es uns und bewerte ihn mit den Hütchen.
0
 
2.3/7 (14 Bewertungen)
Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 17. August 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
37 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
Hinterlasse Deinen Kommentar!

Ergänzungen oder Fragen? Diesen Artikel kommentieren: