Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 31

SEO-Trainee.de

Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 31

Geschrieben von
Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 31
Share on Facebook24Share on Google+4Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Wahrscheinlich gibt es keine andere Branche, in der sich ein Wochenrückblick so sehr lohnt wie in unserem Online Marketing. Probleme genügend Stoff für ein solches Recap zu finden, gibt es nämlich nie. Die Herausforderung liegt eher darin, die relevantesten und spannendsten Themen aufzuspüren. Unser besonderes Interesse erregten diese Woche ein Artikel über SEO aus der Sicht von Webentwicklern, Berichte über Erfolge und Verbesserungspotenziale bei Google+, leidenschaftliche (Lobby-) Arbeit im Silicon Valley u.v.m.

Von SEO und der guten alten Usability

Wie sehr die einzelnen Disziplinen des Online-Geschäftes doch manchmal auseinanderliegen, verdeutlicht ein heiß diskutierter Artikel auf ranking-check.de. Der Autor Nico Graff berichtet aus seiner Entwickler-Zeit und zeigt dabei auf, dass für viele SEOs immer noch ein Unterschied zwischen der Optimierung für Google auf der einen Seite und für den User auf der anderen Seite besteht. Die herkömmlichen Entwickler sehen sich als klassische Vertreter der Usability und fühlen sich dann von SEOs bevormundet, die kurzfristige, eher „user-unfreundliche“ Maßnahmen, anstreben. Dieses birgt nicht nur ein großes Konfliktpotenzial im Unternehmen, sondern verhindert auch, dass alle an einem Strang ziehen. Fazit: Die Lösung ist hier der goldene Mittelfeld, welcher schlussendlich zu dem wichtigsten, allumfassenden Ziel führt: eine hohe gewinnbringende Conversion Rate.

Und damit sind wir auch schon beim nächsten Thema. Dass genau diese Conversion Rate auch mit Hilfe von geschickt eingesetzten Personenbildern erreicht werden kann, beschreibt Sandra Niehaus auf wilsonweb.com. Bilder von freundlich lächelnden Menschen lösen bei uns in der Regel Wohlbehagen und ein Gefühl von Nähe aus. Leider impliziert ihre Einbindung jedoch auch die Gefahr, dass sie alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen und somit vom „Call to Action“ ablenken sowie, dass der Seitenbesucher sich einfach nicht mit der auf dem Bild dargestellten Person identifizieren kann. Was also tun? Um den ersten potenziellen Schwachpunkt auszuhebeln, wird geraten, die Augen entweder komplett weggucken oder dorthin schauen zu lassen, wo sich der legendäre Aktions-Button befindet. Auch sei es eine Lösung, die Gesichter direkt in die Produktbeschreibung oder den Call to Action einzubinden. Für die zweite Problematik schlägt Sandra als Alternative Gruppenfotos, prominente Testimonials oder Cartoon-Bilder vor.

Verbreitung und Erfolge von Google+

Und was tut sich im Social-Media-Bereich? Man könnte sagen: Google+ geht ab wie Schmidts Katze. Dieser Verdacht drängt sich zumindest auf, wenn man die aktuellen Entwicklungszahlen betrachtet. Mit bereits 25 Mio. Nutzern wird Google+ momentan als das am schnellsten wachsende Netzwerk bezeichnet. Eine Analyse von Sistrix demonstriert den rasanten Anstieg an Erwähnungen namhafter Seiten über Google+. Sehr interessant ist auch die Verteilung der eingebundenen Social-Media-Buttons auf hauptsächlich deutschsprachigen Domains. Der „+1“-Button ist mittlerweile auf 8,4% aller getesteten Seiten zu finden. Damit rankt der Newcomer hinter dem FB-Like-Button (12,8%) auf Platz zwei und hat gekonnt den Twitter-Icon (6,1%) abgehängt.

Natürlich ist aber auch noch nicht alles Gold, was glänzt. In seinem Selbstversuch, eine Woche lang auf alle Social Networks außer Google+ zu verzichten, deckt André Alpar eine Reihe an bisher noch vorhandenen Mankos auf: Dazu gehört z.B. das Fehlen von Events, die nicht vorhandene Seriosität für Geschäftskontakte und die Schwierigkeit, bestimmte Leute aus dem News-Stream auszuschließen. Zum Glück besteht da die Möglichkeit, an der Verbesserung des Netzwerkes aktiv mitzuwirken. Der Milliardenkonzern sucht immer noch Betatester, um „neuen Schwung in die Entwicklung“ seines Projektes zu bringen. Interessierte können sich mit ihrer Email-Adresse bei dem “Google+ Platform Preview” registrieren.

Leidenschaft und Lobbyarbeit bei Google

Was das Kerngeschäft, die Suchmaschine, anbelangt, so überraschte diese Woche kein geringerer als Rand Fishkin mit einer ungewöhnlichen Vermutung: Nach eingehender Betrachtung der SERPs kam er zu dem Schluss, dass Google an der einen oder anderen Stelle Artikel höher rankt, welche mit einem gewissen Grad an Leidenschaft und Authentizität geschrieben wurden. Es sind also nicht immer die seo-optimierten Beiträge, welche weit oben in den Rankings landen, sondern unter Umständen auch Werke, die lediglich optisch gut aufbereitet, in einem schönen Schreibstil und mit vielen Bildern versehen sind. Natürlich sind diese Vermutungen noch gar nicht bewiesen und es ist auch fraglich, wie Google solche Kriterien überhaupt messbar in den Algorithmus eingliedern kann, aber durch die Kommentare wird deutlich, dass der Experte von Seomoz nicht alleine mit seiner Vorahnung dasteht.

Nun ja, bewiesen leidenschaftlich dabei ist Google zumindest was die Lobby-Arbeit anbelangt. Nachdem seit 2009 ein Lobbybüro in Berlin eingerichtet ist und erst kürzlich die Finanzierung eines 4,5 Millionen Euro schweren Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft an der Humboldt-Universität angekündigt wurde, ließ der Internetriese nun verlauten, Anfang 2012 ebenfalls eine Stelle für „Jugendschutz und Medienkompetenz“ in Deutschland aufzubauen. Ähnliche Entwicklungen lassen sich in anderen Teilen Europas und auch in den USA beobachten. Ein so engagierter Konzern braucht natürlich auch leidenschaftliche Mitarbeiter. Da passt die sehr amüsante Bewerbung von Matthew Epstein doch gut ins Bild ;-):

 

Vermischtes

Hier nun noch ein paar Kurzmeldungen, die definitiv nicht unerwähnt bleiben dürfen:

  • Twitter verabschiedet sich jetzt endgültig von seiner alten Version und führt eine Art „Kindersicherung“ für Links und Medien ein. Mit einem dezenten Hinweis à la „possibly sensitive“ möchte der Microblogging-Dienst in Zukunft vor Inhalten warnen, die nicht für die Augen Minderjähriger bestimmt sind.
  • Jetzt kommt es Schlag auf Schlag! Kaum zu glauben, aber wahr. Es gab wieder ein kleines PR-Update. Wenn man das Echo aus der Online Marketing-Szene auswertet, scheint es sich um eine eher kleine Anpassung zu handeln. Aber die momentane Frequenz, mit der Google den PageRank verändert, ist in jedem Fall erstaunlich.
  • Bing wandert weiterhin auf den Spuren von Google und möchte nun auch in Deutschland mit „Bing Streetside“ eine Alternative zu „Google Streetview“ etablieren. Der späte Start muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn Bing kann dadurch aus den Fehlern von Google (vgl. Datenschutzdebatte) lernen. Hausbesitzer können noch bis zum 30. September 2011 eine verpixelte Darstellung ihres Eigenheims anfordern. Autokennzeichen und andere sensible Daten werden „selbstverständlich“ unkenntlich gemacht.
  • Yahoo! ist Bing! Im Rahmen der Search Alliance wurden die algorithmischen Suchergebnisse am 3. August von Yahoo! auf Bing umgestellt.

Ein paar Ankündigungen in eigener Sache

Spannende Events sollt ihr mit SEO-Trainee.de nicht verpassen. Deswegen hier noch einmal der Appell, dem Ruf von Sonne und Strand zu folgen und sich am 1. September im Rahmen der Affiliate Summer Lounge im angesagten Hamburger Beachclub HCBC einzufinden. Um 15 Uhr geht es los. Euch erwarten Cocktails, drei Speed-Networking-Runden, eine Tombola, Interviews mit den Sponsoren u.v.m. Ein weiterer Anreiz: Mindestens einer von uns wird auch da sein. 😉

Wem das alles zu sommerlich ist, der kann sich schon mal auf den Oktober freuen. Wie bereits im letzten Wochenrückblick angekündigt, verlosen wir nämlich einen 50% Rabattcode für die Affiliate Marketing Conference. Informationen zur Teilnahme, die noch bis zum 10.08.2011 möglich ist, gibt es hier. Der Gewinner wird dann im nächsten Wochenrückblick bekanntgegeben.

Noch nicht genug Lesestoff um gut gesättigt in den Feierabend zu gehen? Wie wäre es dann mit unseren drei erfolgreichsten Artikeln im Juli? Diese sind:

Ein schönes Wochenende!

Eure Kerstin und die SEO-Trainees

Head of international SEO
Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch … Ich lebe und arbeite in einem Sammelsurium an Sprachen. Das Spannendste ist dabei, jeden Tag aufs Neue im internationalen Team die kleinen aber feinen Unterschiede zu entdecken. Das gilt sowohl für die Kultur als auch die SEO-Branche des jeweiligen Landes. Nach meinem Traineeship bei der wirkungsvoll GmbH habe ich 2012 den internationalen Bereich unserer Agentur aufgebaut. Was hätte es Passenderes für mich geben können? Durch mein vorhergehendes Studium des Tourismusmanagements begeistern mich fremde Länder und Sprachen seit jeher. Das nun mit meiner anderen Leidenschaft, dem SEO, verbinden zu können, ist mehr als perfekt.
Dieser Artikel wurde am Freitag, den 05. August 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
6 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
Hinterlasse Deinen Kommentar!
  • El sagt:

    Ich versteh die ganze Diskussion zwischen usabiltiy und SEO nicht und es nervt mich auch langsam echt. Solange man usability-technisch alles hübsch für den User macht, ist auch meist für die SuMas alles tip top.
    Gibt es ein Beispiel für sinnvolles SEO das nicht gut für den User ist??? (geh natürlich von whitehat aus)

    • Kerstin sagt:

      Hallo El,

      ich kann deinen Unmut über die ganze Diskussion gut nachvollziehen. Die ideale Lösung ist natürlich, wenn SEO und Usability sich nicht widersprechen. Was im SEO-Bereich sinnvoll ist, hängt natürlich davon ab, wie man als Unternehmen „sinnvoll“ deklariert. Für die Rankings eines Online-Shops ist es ja z.B. von hoher Bedeutung, wenn auf den jeweiligen Seiten keywordoptimierte Texte stehen. Diese bieten den Seitenbesuchern nicht unbedingt immer einen Mehrwert und stören (wenn prominent platziert) manchmal sogar noch beim Kaufabschluss. Hier müsste wahrscheinlich ein Kompromiss gefunden werden.

      Viele Grüße

  • Christoph sagt:

    Ich würde einem Developer nicht wirklich an die Karre fahren, so lange er hintenrum alles sauber aufsetzt. Es sei denn, er glaubt, dass ewige flash-Anwendungen das ultimative Usability-Erlebnis seien.

    Bin ich eigentlich der einzige, der nur „DEN goldenen MittelWEG“ kennt?!

    Mit leeren Phrasen kenne ich mich aus! 🙂

    • Kerstin sagt:

      Hallo Christoph,

      ich hoffe sehr stark, dass du nicht der einzige bist, der den goldenen Mittelweg kennt. 😉

      Beste Grüße

  • engel sagt:

    (keine Kritik, nur eine Sichtweise, aus Interesse am Thema)

    Entwickler haben da genauso ihre Probleme wie „Seos“. Ich würde die Gleichsetzung Entwickler = Usabilty-Garantie nicht unterschreiben.
    Ist aber eigentlich auch logisch: man möchte etwas verbessern, etwas neuer machen, usw. Das dann nicht alles im Stein der Weisen Verwendung finden kann, ist selbstredend. Und dann dabei noch an weiterführende SEO-Grundlagen denken?

    Bei vielen SEOs sehe ich in diesem Zusammenhang mehr ein Verständnis- bzw. Erfahrungsproblem. Derzeit würde ich viele SEOs fast als reine Linkbuilder mit etwas Onpage-Akrobatik bezeichnen, die der komplexen Aufgabe von ganzheitlichem SEO, das vor allem den User, und damit die Usability, weitere Aspekte von ergänzendem Content und ergänzenden Maßnahmen, usw. sehr wenig wissen.
    Aber auch das ist wiederum natürlich: selbst „herkömmliches SEO“ ist sehr zeitfressend. Sich neben der Optimierung von Kundenprojekten, dem Pushen eigener Projekte auch noch mit weiteren Bereichen zu beschäftigen, um Impulse daraus erfolgreich in ganzheitlichem SEO zu implementieren, ist fast nicht zu schaffen…

    Daher sollten die Bereiche von einem „Sehenden“, der nicht den Tunnelblicken der entsprechenden Bereiche folgt, sondern daraus ein Bild formt, dass in die Landschaft passt, verzahnt werden.

    Wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre anschaut, die aufzeigt, dass immer aufwendiger gearbeitet werden muss, wird dies Alles notwendig sein, um zukünftig (weiterhin) erfolgreich arbeiten zu können. -> Das „Ganze“ tritt in den Vordergrund, einzelne Bereiche für sich selbst gesehen mehr in den Hintergrund. Beipiel: heute kann ich eine recht „schlechte, unnötige Seite“ mit entsprechendem, aber eigentlich nicht all zu hohem Aufwand (logi: Aufwand iss Key-abhängig) in guten, kommerziellen Feldern mit den Kauptkeys und stärkeren Longtails in die Top 10 bringen. Das wird m.E. in 1-3 Jahren in dieser Art nicht mehr möglich sein. Bedeutet: der einzelne Bereich „gutes SEO“ wird das Defizit „schlechte/unnötige Seite“ nicht mehr ausgleichen können. Somit wird die Kette „Projekt“ dann nur noch so stark wie ihr schwächstes Glied…

    • Kerstin sagt:

      Ja, absolut. Auch die SEOs müssen sich auf die Entwickler zubewegen und technische Skills entwickeln. Derjenige, der die Projekte generell überwacht, sollte auch in der Lage sein, beide Sichtweisen und Zielsetzungen (sollten sie verschieden sein) miteinander zu verzahnen. SEO und das Online Marketing generell wird sicherlich in Zukunft immer “ganzheitlicher”. Dass wir in Teilen davon aber noch entfernt sind, zeigt der Artikel und die entsprechenden Kommentare auf ranking-check.de.

      Viele Grüße

Ergänzungen oder Fragen? Diesen Artikel kommentieren: