Die Google Instant Search und ihre Bedeutung für SEO

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Google Instant Search und SEO

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Nun ist also raus, was die beiden animierten Doodles der letzten zwei Tage vorbereitet haben. Denn gestern veröffentlichte Google auf einer Pressekonferenz das neue „Google Instant“ und somit eine Live-Suchfunktion für die Nutzer. Diese Veröffentlichung sorgte in der SEO-Szene sofort für Unruhe und Diskussionen. So hat seo-united.de bereits eine Umfrage gestartet, die versucht die Meinung der Szene zu erfassen. Natürlich wollen auch wir SEO-Trainees uns an dieser Diskussion beteiligen und versuchen die aktuelle Lage darzustellen. Dabei sollte eines schon vorweg genommen werden. An der grundsätzlichen Arbeit eines SEOs ändert sich kaum etwas, zwar wird es hier und dort sicher zu Anpassungen kommen, aber die meisten Regeln, sowohl im On- wie auch im Off-Page Bereich, bleiben bestehen.

Google Instant
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Bisher ist Instant weitestgehend nur für Nutzer verfügbar, die ein Google-Konto besitzen und bei diesem angemeldet  sind. Unabhängig von einer Anmeldung ist es bisher nur unter google.com sowie .uk und .ru verfügbar. Weitere Länder werden aber in den kommenden Wochen folgen, darunter auch Deutschland, Frankreich und Italien.

Google Instant zeigt anders als bisher die Ergebnislisten auf Basis von AJAX dynamisch an. Bereits während der Eingabe des Suchbegriffs werden also Suchergebnisse angeboten, so dass eine vollständige Eingabe des Suchbegriffes nicht mehr nötig ist. Ähnlich wie bei Google Suggest bietet Google den Nutzern bereits mögliche Lösungen an, bevor diese die volle Anfrage formuliert haben. Die angezeigten Ergebnislisten bieten dabei alle standardmäßigen enthaltenen Elemente wie Adwords oder Universal Search an, werden aber deutlich schneller präsentiert. Google reagiert mit dieser Entwicklung nach eigenen Angaben auf die Feststellung, dass die Nutzer schneller lesen als tippen. So soll es durch Anwendung von Google Instant möglich sein, pro Suche 2 bis 5 Sekunden schneller an die gewünschten Ergebnisse zu gelangen als bisher.

Die Bedeutung für SEO

Dass diese Entwicklung auch auf die SEO-Welt unmittelbaren Einfluss hat, steht bereits fest, offen ist dabei allerdings, welche konkreten Auswirkungen dies haben könnte. Daher werden, je nach Bildschirmgröße und Auflösung, nur noch zwischen zwei und fünf Suchergebnisse im organischen Index angezeigt, was sich deutlich auf die Wahrnehmbarkeit auswirkt und  sicher auch direkten Einfluss auf die Arbeit der SEOs haben wird. So werden nun nicht mehr die SERPs der ersten Seite, sondern in den meisten Fällen nur noch die ersten drei Ergebnisse für den Traffic von relevanter Bedeutung sein.

Bereits heute ist festzustellen, dass die Mehrheit der Nutzer auf das erste Ergebnis klicken. Dieser Trend dürfte sich, durch die geringe Anzahl sichtbarer Ergebnisse, weiter verstärken. Besonders stark wird der Traffic von den Ergebnissen drei bis sechs, die bisher häufig noch gut zu sehen waren, abwandern. Die Verteilung des restlichen Traffics auf weiter hinten liegende Ergebnisse dürfte sich kaum verringern, da auch Google Instant den erfahrenen Usern eine genauere Betrachtung ermöglicht.

Dadurch dürfte einerseits die Optimierung deutlich an Einfluss gewinnen, da diese wenigen Positionen besonders bei Schlüssel-Keywords wohl kaum noch natürlich zu erreichen sein werden. Andererseits wird es für zahllose kleinere Anbieter nun nur noch schwer möglich sein, in gute sichtbare Bereiche zu gelangen, da hier häufig die übermächtigen Anbieter präsent sein werden.

Ändert sich das Suchverhalten?

Wie sich das Suchverhalten durch die neuen Möglichkeiten ändern wird, ist in so kurzer Zeit natürlich noch nicht zu beurteilen. Einige Vermutungen lassen sich aber schon jetzt äußern. So ist es sicherlich eindeutig, dass es besonders die durch Suggest gefundenen Vorschläge sind, die besonders  hart umkämpft sein werden. Noch mehr Nutzer werden nicht mehr eigene Keywords eingeben, sondern die Vorgaben nutzen. Es wird auch zunehmend nutzloser, auf Rechtschreib- oder Tippfehler zu optimieren, die auf diese Weise nicht entstehen können. Hierbei handelt es sich zwar um eine Entwicklung, die bereits mit Suggest begonnen hat, doch sinken die Chancen weiter, wenn die Keywords nun überhaupt nicht mehr voll ausgeschrieben werden müssen.

Google Instant Gartenmöbel 1
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Interessanter ist ebenfalls eine Betrachtung der Long Tail Keywords. Hier scheint noch nicht klar zu sein, welche Entwicklung sich abzeichnet. Die eine Seite argumentiert, dass durch die früh angebotenen Alternativen die längeren Kombinationen kaum noch gesucht werden und somit an Bedeutung verlieren. Die andere Seite geht davon aus, dass sie an Bedeutung gewinnen, da die Nutzer zunehmend den Verästelungen der Suggest-Vorschläge folgen. Dies würde heißen, dass die Nutzer solange weiter tippen, bis ein für sie nützliches Ergebnis erreicht wird. Hier ist sicherlich festzuhalten, dass dies vorrangig für die Eingabe von kleinen Nischen-Keywords gilt. Diese werden in der Suche nämlich wegen des geringen Volumens erst sehr spät gezeigt. Hier stellt sich also die Frage, was der Nutzer sucht: Umso spezieller die Suche, umso eher ist es weiterhin nötig alle Keywords einzugeben.

Google Instant Gartenmöbel 2
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Will der Nutzer als Beispiel Gartenmöbel kaufen, so müsste er zumindest bis „gart“ tippen. Bereits dann könnte er die gewünschten Shops finden. Ein so frühes Auffinden der gesuchten Ergebnisse erfordert nun nicht mehr die Eingabe von weiteren Begriffen. Daher werden Long Tail Keywords, deren Konkurrenz bereits bei den einfachen Begriffen wie „Gartenmöbel“ zu finden sind, nun deutlich an Relevanz verlieren. Kombinationen wie „Gartenmöbel kaufen“ dürften in einem solchen Fall kaum noch für die Optimierung interessant sein. Sollte er aber andererseits einen passenden Test für Gartenmöbel suchen, ist er gezwungen bis „gartenmöbel tes“ zu tippen, um die passenden Ergebnisse zu erhalten. Daraus lässt sich ableiten, dass Long Tail Keywords in keinem Fall völlig verschwinden werden.

Auswirkungen auf Adwords

Auch für die auf Google geschaltete Werbung führt das Unternehmen nun leichte Änderungen ein. So werden in erster Linie die Impressions nun nach drei Kriterien gewertet:

  • Der Nutzer klickt auf eine Werbung (CPC)
  • Der Nutzer bestätigt durch klicken oder Enter das angebotene Keyword
  • Die Ergebnisse werden dem Nutzer für mehr als drei Sekunden angezeigt

Neben dieser Änderung bei der Abrechnung dürfte sich das neue System auch noch auf andere Weise auswirken. So ist es für Adwords-Kunden sicherlich positiv, dass der angezeigte Bereich der organischen Suche deutlich gesunken ist und somit die Bildschirmpräsenz der Anzeigen steigt.  Doch auch Google selbst ist sich hier nicht sicher, ob sich die Anzahl der Impressions erhöhen oder absinken wird. Dabei wird allerdings erwartet, dass der entsprechend generierte Traffic einen deutlich höheren Anteil der angepeilten Zielgruppe enthält. Zu empfehlen ist sicherlich eine genaue Beobachtung dieser Entwicklung, um die eigenen Kampagnen entsprechend anzupassen.

Der Jugendschutzfilter

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Interessant ist auch, dass in Google Instant auch ein Jugendschutzfilter integriert wurde, so dass bei bestimmten Suchanfragen keine Vorschläge gezeigt werden und es nötig ist, den vollständigen Suchvorgang zu vollziehen. Dies gilt natürlich insbesondere für sexuelle und anstößige Seiten, die nicht jedem User aufgezwungen werden sollen, unabhängig wie hoch das Suchvolumen liegt. In unseren Tests konnten wir aber feststellen, dass auch andere Keywords wie beispielsweise „Paris Hilton“ nicht durch Instant live bearbeitet wurden. Über eine genaue Erklärung, warum dieser Begriff ausgeschlossen ist, kann sicherlich spekuliert werden, denn eine Liste der entsprechenden Begriffe ist unseres Wissens nach nicht öffentlich verfügbar.

Fazit

Zum Schluss kann also im Kern nur festgestellt werden, dass Google Instant sicher einen großen Schritt darstellt. Diese scheint auch für den Nutzer durchaus positiv zu sein, da er schneller zu den Ergebnissen geleitet wird. Dem gegenüber steht aber die Vermutung, dass Google bisher häufig wegen seiner aufgeräumten Struktur gelobt wurde, welche nun unruhiger werden dürfte. Ob dies Nutzer abschrecken wird, ist noch nicht klar, zumal es selbstverständlich möglich ist, diese Funktion abzuschalten. Sollte Google Instant von den Nutzern angenommen werden, ist es Google in jedem Fall möglich, noch genauere Erkenntnisse über das Suchverhalten der Nutzer zu erlangen, und sicher wird man dort diese Daten auch zu nutzen wissen.

Für das professionelle Online-Marketing stellt Google Instant sicher eine Herausforderung dar. Welche Auswirkungen es aber hat und welche Strategien damit am sinnvollsten werden, kann sich erst in Zukunft zeigen. Wir warten gespannt auf die ersten Versuchsballone, die aus der SEO-Szene aufsteigen werden. Natürlich interessiert uns auch, welche Vermutungen und Erkenntnisse ihr in diesen ersten Stunden bereits gewinnen konntet. Also teilt sie uns gerne in den Kommentaren mit.

Zum Abschluss empfehlen wir euch noch einige weitere Artikel zum Thema, die uns recht gut gefallen haben:

Artikel des SEOnauten

Artikel über andere „Instant Search“ Versuche

Artikel auf dem tagSeoBlog

Heiß diskutierte Artikel bei Björn Sievers

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Dieser Artikel wurde am Donnerstag, den 09. September 2010 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
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