Gastartikel: Strategien zum kurzfristigen Erreichen von Sichtbarkeit in den SERPs

SEO-Trainee.de

Gastartikel: Strategien zum kurzfristigen Erreichen von Sichtbarkeit in den SERPs

Geschrieben von
Gastartikel: Strategien zum kurzfristigen Erreichen von Sichtbarkeit in den SERPs
Share on Facebook25Share on Google+30Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Wenn man in den Suchmaschinenergebnissen von Google möglichst schnell möglichst weit nach oben will, dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Mir persönlich fällt immer dann, wenn es „ganz schnell“ gehen soll, spontan der Bereich „Black Hat“ ein. Weil Black-Hat-SEO aber ganz furchtbar böse und von Google nicht erwünscht ist, verwerfe ich den Gedanken auch immer ebenso so schnell wieder und überlege, wie man denn sonst einen „SERP-Turbo“ initiieren kann, damit man schnell Reichweite und Sichtbarkeit von Google bekommt.

Im Rahmen dieses Gastartikels habe ich 4 Strategien herausgepickt, die ich näher erläutern will. Mit Sicherheit gibt es noch mehr als diese 4 Strategien, aber schließlich soll es ja eben ein Gastartikel werden und kein Gastbuch. Insofern will ich versuchen, die Strategien nachvollziehbar zu erläutern und den Mehrwert herauszuarbeiten.

Strategie #1: „Social Media“

Mit Facebook, Twitter, Google Plus und Co. kann man eine richtig große Menge von Onlinern ansprechen – wenn man die richtigen Inhalte hat. Und da sind wir auch schon beim Knackpunkt! Ohne richtige (und vor allem gute) Inhalte werden sich so gut wie alle Strategien (außer dieses Black-Hat-Ding) im Sande verlaufen. Content ist der Dreh- und Angelpunkt. Ohne guten Content erreicht man keine Aufmerksamkeit, schlechter Content wird nicht freiwillig verbreitet. Folge: Man kann sich auch von der Sichtbarkeit in den SERPs verabschieden.

© ivanpw/flickr.com

Social Media eignet sich gut, weil Social Media den Verstärker schon eingebaut hat. Das hängt natürlich davon ab, wie gut man selbst vernetzt ist (dieser Grad kann logischerweise schwanken). Grundsätzlich jedoch ist es durch Social Media Marketing möglich, Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu erreichen. Nicht nur Google wertet alle denkbaren sozialen Signale aus. Neuerdings natürlich am liebsten +1-Auszeichnungen und geteilte Inhalte aus Google Plus, aber auch Tweets, Likes und andere Faktoren spielen durchaus eine Rolle. Schafft man es also, durch ausreichend guten Content bestimmte Inhalte in den Fokus möglichst vieler Nutzer zu bringen, dann hagelt es entsprechend soziale Signale. Diese Signale sind oft in der Masse (und auch in der Qualität) nicht zwingend weniger wert als ein herkömmlicher Link.

Der Einsatz von Social Media lohnt sich also maßgeblich, wenn man die richtige Munition hat und weiß, an welchen Schrauben zu drehen ist. Indirekt werden solche Inhalte (also die Munition) übrigens auch mit ganz normalen Links ausgezeichnet, weil mögliche Blog- oder Website-Betreiber via Social Media auf den Content aufmerksam geworden sind und ihn im Rahmen eines Artikels freiwillig (!) verlinken (das nennt man dann „Social Linkbuilding“).

Strategie #2: „Virales Marketing“

Virales Marketing ist meines Erachtens ein bisschen in Vergessenheit geraten und das zu Unrecht, wie ich finde. Die virale Verbreitung von Inhalten ist schließlich das, was unter anderem auch dem Bereich Social Media zu Grunde liegt. Nur ist das traditionelle virale Marketing etwas weniger komplex. Und wenn ich mich mit diesem Thema befasse, dann oft und gern mit YouTube!

Was viele Leute vielleicht nicht wissen: YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt (praktisch, dass YouTube Google gehört). Viele Internetnutzer besuchen Google gar nicht mehr, sondern nehmen gleich YouTube als erste Informationsquelle. Das macht Sinn, weil bei YouTube mittlerweile so gut wie jedes Thema mit einem Tutorial im wahrsten Sinne des Wortes „inszeniert“ wurde. Aber wie nutzt man YouTube, um seine Inhalte in den SERPs schnell zu boosten?

Auch hier ist eine Zutat unglaublich wichtig: Guter Inhalt! Es ist oft phänomenal, wie schnell sich gute Videos innerhalb und außerhalb von YouTube verbreiten. Handelt es sich um gute Inhalte, dann steigt ähnlich wie beim Thema Social Media die Wahrscheinlichkeit, dass diese Inhalte so sehr verbreitet werden, dass sie am Ende auch wieder verlinkt werden. Aber auch schon der reine Erfolg bei YouTube kann einem Video helfen, in der Universal Search bei Google hervorragend zu ranken.

Die Video-Suche nutzen die wenigsten, der Universal Search kann man sich aber so gut wie gar nicht entziehen. Ein gutes Video mit entsprechender Verbreitung und vielen Interaktionen bei YouTube hat gute Chancen, für passende Keywords ganz oben mitzuspielen. Das sorgt natürlich für Aufmerksamkeit und demzufolge auch für Sichtbarkeit. Allerdings sollte man hier gewarnt sein – Videos sind oft lang-, manchmal aber auch sehr kurzlebig. Will man sich etwas länger „oben“ etablieren, dann sollte man vielleicht nicht nur auf ein Video setzen, sondern um dieses Produkt herum einen „viralen Inkubator“ errichten, der z. B. durch eine passende Website dafür sorgt, dass das Video oder sein Thema auch außerhalb von YouTube eine entsprechende Community aufbauen kann.

Strategie #3: „Predictive SEO“

Kennen wir die Zukunft? Nicht wirklich. Aber wir kennen die Daten bevorstehender Veranstaltungen, wie z. B. das Datum der kommenden olympischen Sommerspiele: 27.7.2012. „Predictive SEOs“ wissen also, dass sie ab heute theoretisch noch knapp 9 Monate Zeit haben, um für „Olympia London“, „Olympische Spiele“ oder „Olympiade London“ auf Platz 1 bei Google zu kommen. Wer das hinbekommt, wird sich in den 3 Wochen, die die Olympiade dauert, auf jeden Fall einen richtig guten Server hinstellen müssen.

„Vorhersagende SEO“ ist also eine sehr gute Möglichkeit, kurzfristig die SERPs zu dominieren, wenn man es schafft, rechtzeitig zu kommenden Events gut zu ranken. Die nächsten Fußball-Weltmeisterschaften in Brasilien oder Katar wären ähnliche Beispiele (sofern man von der FIFA nicht zu Tode verklagt wird). Aber es geht auch im kleineren Rahmen. So gibt es in der deutsche SEO-Szene z. B. einen sehr geschätzten Kollegen, der irgendwie immer einen Tag vorher weiß, welches Doodle bei Google am kommenden Morgen ausgerollt wird.

Und weil er fast immer die Nase vorn hat und schneller ist als die Konkurrenz, rankt er entsprechend gut. Die Folge ist massenhafter Traffic – das meist zwar nur am Tage des Doodles, aber warum auch nicht? Schließlich geht es in diesem Gastartikel ja nicht zwingend nur darum, schnell nach oben zu kommen und dort auch zu bleiben.

Ebenso gut kann man mit „Predictive SEO“ dieses Prinzip mehrfach wiederholen. Der Traffic wird einem sicher sein und mittel- bis langfristig gesehen bekommt eine Website, die immer schnell ganz vorn mit dabei ist und das aktuelle Doodle als erste bespricht, auf jeden Fall auch wieder Links (gleiches gilt für Likes, Tweets, +1, etc.). Schnell sein kann sich also lohnen.

Zu wissen, wann etwas passiert, auch. Und obwohl wir die Zukunft natürlich nicht kennen (wie auch, sie existiert schließlich noch nicht), können wir uns anhand von festgelegten Daten orientieren. Denn geplante Ereignisse werden in 99,9% aller Fälle durchgeführt – warum sich daran also nicht orientieren?

Das schnelle Reagieren beim Thema „Predictive SEO“ bringt mich übrigens zur…

Strategie #4: „Freshness“

Ja, war ja klar, dass er jetzt auf das Thema zu sprechen kommt. Denken das jetzt einige von euch? Nun, ich kann es euch nicht verdenken, aber: „Freshness“ ist in der Tat ein Trend und das nicht erst, seit Google es sich auf seine Fahnen geschrieben hat (also nicht erst seit neulich). „Freshness“ oder, besser gesagt, „Aktualität“ war doch schon immer eines der ganz großen Themen. Schon lange vor dem Internet. Immer schon galt der Spruch, dass das, was gestern in der Zeitung stand, heute keine S** mehr interessiert (warum wohl liegt die aktuelle „BILD“ des Tages am Abend immer zerknüllt in der U-Bahn?). Und warum sollte das im Internet anders sein?

Wer also „fresh“ ist, der kann und wird bei Google punkten. Das kann bei Google News anfangen und sich im Zweifel auch wieder in der Universal Search bemerkbar machen. Ein erster Platz zu einem aktuellen News-Thema in der Universal Search kann pro Tag tausende neuer Besucher bringen. Zwar ist es hier besonders problematisch, diese Leute an eine Website zu binden, aber: Wer möchte nicht mal 10, 20 oder 30.000 Leute extra an einem Tag auf seiner Website haben?

Voraussetzung für die Nutzung dieser Strategie ist natürlich auch wieder… Content! Kann man leider nicht oft genug sagen. Dinge, die schon gesagt wurden, interessieren im schnellen News-Bereich nach einem Tag niemanden mehr. Man muss also schnell und „fresh“ sein. Social Media und virales Marketing können natürlich helfen. Auch wenn man z. B. einen Tipp bekommt, eine heiße Quelle hat und so als allererster berichten kann, ist das Gold wert und eigentlich durch nichts zu ersetzen.

Fazit

Alle vier Strategien drehen sich also grundsätzlich um den einzigartigen, frischen, aktuellen und teilenswerten Inhalt einer Website. Ich werde in diesem Gastartikel bewusst auf den Spruch mit dem „King“ verzichten, nur so viel: Wer es nicht schafft, Internetnutzer als potenzielle Mulitplikatoren zu aktivieren, der wird es im Bereich SEO in Zukunft schwerer haben. Grundsätzlich geht es darum, den Nutzer ganz nach oben auf die erste Stufe des Podests zu stellen. Der Internetnutzer will nämlich unterhalten, informiert, bespaßt, erstaunt, an die Hand genommen und schockiert werden (alles natürlich im Rahmen, versteht sich). Wer den Internetnutzer für sich und seine Inhalte begeistern kann und es versteht, passend auf sich aufmerksam zu machen, der wird auch in Zukunft punkten können – egal, ob es um kurz-, mittel- oder langfristige Ziele in Sachen Sichtbarkeit in den SERPs geht.

Über Björn Tantau

Björn Tantau lebt in Hamburg und ist Spezialist für die Bereiche SEO, Linkaufbau und Social Media Marketing mit Fokus auf Facebook und Google Plus. Schon seit 2001 widmet sich Björn Tantau dem Online Marketing und gründete 2006 die Agentur Tameco. Er schreibt in unregelmäßigen Abständen für Fachmagazine („WebsiteBoosting“, „WebSelling“, etc.), bloggt selbst über SEO, Linkaufbau und Social Media Marketing und ist auf Events, Messen und Veranstaltungen („SEO Campixx“, „Social Media Economy Days“, „SEOkomm“, etc.) als Speaker aktiv.

 

Bewerte unsere Artikel

Hat dir der Artikel gefallen? Sag es uns und bewerte ihn mit den Hütchen.
0
 
7.0/7 (3 Bewertungen)
Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 09. November 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
16 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
Hinterlasse Deinen Kommentar!
  • Ray sagt:

    Der Gastartikel als „ernsthaftes“ Mittel auch des Linkaufbaus wurde in Deutschland lange ignoriert. Lieber kaufte man für viel Geld sogenannte Sponsored Posts, deren Lesen man getrost sein lassen durfte, obwohl wirklich interessante Artikel von Fachleuten geschrieben auf gut rankenden Blogs sogar preiswerter zu haben gewesen wären. Das Problem ist das fehlende Know-how in PR-Fragen, die hierzulande Tradition hat. In den USA sieht die Lage anders aus, sodass die Google-Leute sich heute, im Sommer 2014, sogar genötigt sahen, darauf hinzuweisen, zuviel Linkaufbau mittels Gastartikeln sei gar nicht gut. Und schnell wieder zurück ruderten, denn wenn qualitative Gastbeiträge keine guten Beispiele von hochwertiger Vernetzung im Internet sind, welche sind es dann?

  • Ein wirklich sehr informativer und vorallem hilfreicher Beitrag. Hier kann man als neu SEO viel lernen! Danke sehr!

  • Inga sagt:

    Nicht bei allen Webseiten ist es möglich, „fresh content“ zu generieren. Wer nicht gerade in der Newsbranche tätig ist, oder wie du schreibst, sich auf demnächst anstehende Themen konzentriert, dürfte ein Problem haben. Ich denke, auch gute Infoseiten ohne Verfallsdatum (die natürlich auch eine gewisse Aktualität und keine veralteten Infos bereitstellen sollte), sollte ebenfalls eine Chance auf gute Platzierungen haben.

  • Max sagt:

    Danke, Björn für diesen schönen und informativen Artikel.
    Besonders Strategie #3 gefällt mir als Idee.
    Das mit der Freshness finde ich hat Google aber noch nicht so drauf, denn zumindest in meinen SERPs tauchen immer wieder uralte Artikel ganz oben in der Liste auf. 🙂
    Gruß, Max

  • Stephan sagt:

    Besonders YouTube ist eine richtig gute Besucherquelle. Mit den richtigen Keywords kann man ein Video sogar in der Google-Suchmaschine hervorragend nach vorne bringen.
    Sehr gute beispielhafte Zusammenfassung jedenfalls.

Ergänzungen oder Fragen? Diesen Artikel kommentieren: