SEO und Journalismus - eine Bestandsaufnahme

SEO Trainee

SEO und Journalismus – eine Bestandsaufnahme

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SEO und Journalismus - eine Bestandsaufnahme
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Immer wieder kommt die Diskussion auf, inwieweit sich Journalismus und SEO gegenseitig sowohl positiv als auch negativ beeinflussen und wie sie generell zueinander stehen. Sind das immer noch zwei alte Feinde, die auf unterschiedlichen Pfeilern stehen, oder haben sie sich mittlerweile angenähert und sind vielleicht sogar soetwas wie Freunde geworden? Ihr merkt, es ist Zeit das Thema mal wieder in Angriff zu nehmen.

Bestandsaufnahme

Als es das Internet noch nicht in der heutigen Präsenz gab, gab es zur Informationsbeschaffung die so genannten alten Medien wie Radio, Fernsehen und Zeitungen. Wenn Informationen gesucht wurden, wusste man, dass die Medien darüber Auskunft geben würden. Der Pressekodex hatte oberste Priorität bei der Berichterstattung. Dazu zählen unter anderem die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Darüber hinaus dürfen keine unlauteren Methoden zur Informationsbeschaffung angewandt werden. Mit der stetigen Entwicklung des Internet und seiner Entwicklung hin zu der am meisten genutzten Informationsquelle wurde dieser Kodex auf eine harte Probe gestellt. Nicht mehr nur gelernte und studierte Journalisten konnten Nachrichten in die Welt tragen, sondern jeder, der einen Internetzugang hatte. Die Konsequenz ist eine schier unüberschaubare Masse an Nachrichten, deren Wahrheitsgehalt und vor allem Qualität oft in Frage gestellt wird. Vor allem für Zeitungsredakteure wurde dies zu einem Problem. Ein geschriebener Text ist nun mit der Publikation nicht abgeschlossen, sondern er muss weiter betreut werden. Zum einen wird von Seiten der Leser eine Interaktion gefordert und zum anderen müssen die Artikel viel weiter verbreitet werden. Das ist jedoch nicht nur Fluch, sondern auch Segen. Die Journalisten haben viel mehr Möglichkeiten potenzielle Leser zu erreichen, indem der Artikel im Netz einfach zu finden ist. Dies ist der Punkt, an dem über eine gute SEO-Arbeit intensiv nachgedacht werden muss. Man kann sogar so weit gehen und sagen, dass erfolgreiche Journalisten gar keine andere Möglichkeit haben als in den Suchmaschinen so präsent wie möglich zu sein. Nur mit einer guten Platzierung in den SERPs werden Lesern die Online-Artikel schmackhaft gemacht. Viele Journalisten haben diese Möglichkeiten bereits für sich entdeckt, aber gerade die alte Garde tut sich schwer, diese Entwicklungen zu akzeptieren. Immer noch sehr präsent ist eine Debatte, die im Jahr 2008 anfing und deren Echo bis heute widerhallt. Der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung warf anderen Printmedien, allen voran der Welt, die einen recht hohen Prozentsatz an Traffic aus Suchmaschinen ziehen, vor, dass sie manipulieren und mit Tricks arbeiten würden. Mit diesen Arbeitsmethoden, die den Pressekodex verletzten, käme es zu journalistischer Wettbewerbsverzerrung. Diese Debatte ist eine gute Einleitung für die beiden Positionen, die sich gegenüberstehen: Journalismus und SEO.

Die beiden Standpunkte

Viele Journalisten werfen SEOs vor, keinen ansprechenden Content zu produzieren. Ansprechender Content meint in diesem Zusammenhang nicht nur einen Text mit Keywords zu verstopfen, sondern einen schönen Lesefluss und ein Gespür für einen ansprechenden Text zu haben. Journalistische Texte sind kleine Meisterwerke, die die vielen Möglichkeiten einer Sprache nutzen und die Leser fesseln können. SEOs ginge es einzig um eine hohe Platzierung, aber nicht um eine gute Qualität. Mit minderwertigem Content würde so die mühevolle Arbeit von Journalisten zunichte gemacht werden. Zusätzlich stoßen sich einige Journalisten daran durch Links in ihren Texten auf andere Texte zu verweisen. Die mit dem Text verdienten Lorbeeren würden an andere „Konkurrenzjournalisten“ abgegeben werden.

Die SEOs wollen diese Vorwürfe natürlich nicht einfach auf sich sitzen lassen. Sie argumentieren, dass sie ein hohes Ranking nicht für sich, sondern gerade für den Leser erreichen wollen. Natürlich haben SEOs in der Regel keine fundierte Journalistenausbildung und der produzierte Content unterscheidet sich oft deutlich von einem journalistischen Text. Gute Texte sind sehr wichtig, aber sie müssen auch gefunden werden.

Ein Weg zueinander?

Im Prinzip ist es einleuchtend, dass eine Kombination aus der guten Schreibe des Journalisten und den Möglichkeiten, die gute SEO-Arbeit bietet, die beste und vor allem eine für alle befriedigende Lösung wäre. Letztendlich wollen Journalisten und SEOs das gleiche: den Bekanntheitsgrad erhöhen. Der Journalist muss sich um seine Texte kümmern und sie aktiv anbieten und der SEO muss sie ansprechend schreiben. Der Journalist hat nichts von dem schönsten Text, wenn er keine oder nur wenige Leser erreicht. Der SEO muss lernen die Inhalte ansprechend zu vermitteln und  bereits vorhandene Leser mit einem ansprechenden Stil zu halten. Beide Seiten können ihren Erfolg maximieren, wenn sie interdisziplinär arbeiten.

Es muss jedoch fairerweise angemerkt werden, dass beide Disziplinen im Laufe der Zeit bereits große Schritte aufeinander zugegangen sind. Vor allem die SEOs haben viel dazugelernt. So ist der Schreibstil der meisten SEOs gar nicht mehr so hölzern, wie ihm oft vorgeworfen wird. Google hat seine Suchalgorithmen immer weiter verfeinert und präzisiert, was dazu führte, dass auch die SEO-Arbeit immer feiner und eleganter geworden ist. Die Zeiten des Keyword-Stuffing sind vorbei. Längst ist Google in der Lage solche Texte zu erkennen, die mit Keywords vollgestopft sind und keinen wirklichen Mehrwert bieten, und dementsprechend zu bewerten. Es ist nicht mehr möglich, mit einem beliebigen Content eine hohe Platzierung zu erreichen. Das Textgefühl der SEOs musste sich bereits ändern.

Was können Journalisten tun?

Eine Spezialität guter Journalisten sind ansprechende Titel, die dem Leser Lust darauf machen, den Artikel zu lesen. Sie tun allerdings gut daran das Keyword bzw. die Keywordkombination in den Titel und das auch noch möglichst weit vorne mit einzubauen. Auch die H1-Überschrift sollte das Keyword enthalten. Eine ausführlich ausgefüllte Description hilft ebenfalls. Dadurch bekommt der Leser einen Vorgeschmack darauf, was ihn in dem Artikel erwartet und er kann abschätzen, ob das die Informationen sind, die er zu finden gehofft hat. Eine gute und vor allem ausführliche Description erregt die Aufmerksamkeit des Lesers und verbessert die Klickrate deutlich. Eine saubere, übersichtliche URL ist ebenfalls sehr ansprechend und mit einigen wenigen Handgriffen umgesetzt. Im Fließtext selber sollten die Keywords nicht wahllos eingebaut werden. Allerdings hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, diese Keywords relativ früh einzubringen. Als Richtwert für den ganzen Text gilt: Keywords natürlich einbauen und den Text nicht konstruiert wirken lassen. Auch Keywordvariationen können zur Auflockerung eines Textes verwendet werden. Oft werden die Artikel mit passenden Bildern angereichert. Auch hierbei empfiehlt es sich, das Keyword in den Dateinamen des Bildes und in den Alt-Tag einzufügen. Wer diese Dinge im Hinterkopf behält und sie entsprechend geschickt umsetzt, wird von den Suchmaschinen belohnt werden. Da Links von den Suchmaschinen als Empfehlungen angesehen werden, lohnt es sich, auch in diesen Bereich Arbeit zu investieren. Artikel sollen nicht nur nach außen verlinkt werden, sondern auch innerhalb einer Domain. Es gibt bestimmt einen Artikel, der Zusatzinformationen bieten kann, oder eine heiße Diskussion im Forum, die weiter sensibilisiert. Am besten wird direkt aus dem Text heraus verlinkt, an der Stelle, an der ein anderer Artikel recht genau passt. Bei der Auswahl der Keywords müssen sich Journalisten bewusst machen, dass die Suchenden in der Regel keine ausgefallenen, lyrischen Worte oder Wortkombinationen eingeben, sondern dass eher klare, recht schlichte Begriffe gesucht werden. Der Artikel sollte für den Leser geschrieben werden und (zumindest meistens) nicht für die Vitrine. Es muss ein Bewusstsein dafür entstehen, dass ihre Artikel nicht automatisch von allen Interessenten gefunden werden. Dafür ist die Artikelanzahl im Netz einfach zu groß. Optimierte Artikel müssen nicht schlechter werden und kratzen an der Journalistenehre, sondern sie werden sichtbarer und können mehr Leser erfreuen.

Was können SEOs tun?

SEOs können von Journalisten vor allem das Schreiben lernen. Dazu gehört sowohl eine klare Organisation des Textes als auch eine ansprechende Leserfreundlichkeit. Journalisten arbeiten nach der Strukturformel Geschichte-Daten-Schlussfolgerung-Parabel. Daran können sich SEOs orientieren um einen klaren Text hervorzubringen. Für den Leser ist nachvollziehbar, was in dem Text passiert. Er wird durch flüssige, anspruchsvolle Texte bei der Stange gehalten. Was SEOs auch öfter machen könnten, wären Variationen von Keywords. So kommt man nicht irgendwann in die Situation, dass der Text stockt und ständige Wiederholungen darin vorkommen. Es muss Abwechslung da sein, die den Leser anspricht. Auch kann es SEOs helfen, ab und zu einen Blick in den Pressekodex zu werfen und generelle Grundsätze des Journalismus zu beherzigen.

Die Zusammenkunft

Wenn beide Seiten die angeführten Ratschläge berücksichtigen, kann eine sehr fruchtbare Verbindung entstehen, die für beide Seiten klare Vorteile hat. Einige Beispiele bei denen es gut funktioniert, gibt es ja. Wichtig ist aber auch, dass sensibel miteinander umgegangen wird. Es funktioniert nicht, wenn jeder krampfhaft versucht seine Interessen durchzusetzen und sich für die sinnvollere Disziplin hält. Ich muss vor allem als SEO den Journalisten die Arbeit schmackhaft machen und ihnen die vielen Vorteile deutlich machen. Das funktioniert nicht mit dem Holzhammer, sondern eher mit anschaulichen Beispielen oder auch mit bereits durchgeführten kleinen Experimenten auf der eigenen Seite. SEO muss von Grund auf erklärt werden. Was ist das überhaupt? Was kann erreicht werden? Was macht die Konkurrenz? Wie arbeiten die? Die Grundabneigung, die in der Regel aus Unwissenheit resultiert, muss überwunden werden. Mit Toleranz und Feingefühl werden aus guten Journalisten ein wenig SEOs und aus SEOs ein wenig Journalisten. Das Ergebnis ist ein richtig guter, präsenter Auftritt, der die Konkurrenz blass aussehen lässt!

 

Bis dahin schöne Grüße von den SEO-Trainees!

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 27. Juli 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
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