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SEO lernen – Vom 404-Mogli zum SEO-Tarzan

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SEO lernen – Vom 404-Mogli zum SEO-Tarzan
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Der typische 404-MogliDen heutigen SEO-Campixx-Vortrag von Patrick Klingberg möchte ich zum Anlass nehmen, in meinem letzten SEO-Trainee-Artikel das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und folgende Frage zu beantworten: Wie lässt sich SEO-Wissen vermitteln?

Als ich im Mai letzten Jahres als SEO-Trainee der wirkungsvoll GmbH startete, hatte ich von SEO noch keine Ahnung. Mittlerweile weiß ich alles über SEO und kann mit Fug und Recht behaupten: Ich bin der beste SEO Deutschlands – zwinker-zwinker. Doch welchen Anteil daran hat – neben der mir angeborenen Scharfsinnigkeit – das Traineeship der wirkungsvoll GmbH und wie können Firmen mithelfen, dass sich ihr 404-Mogli zum SEO-Tarzan aufschwingt?

Wie SEO am besten zu vermitteln ist, hängt natürlich wesentlich davon ab, wie viel Vorwissen der Lernende mitbringt, was die Firma, die ihm das beibringen will, mit ihm vorhat und welche Infrastruktur ihr zur Verfügung steht, um das SEO-Wissen auch praktisch zu vermitteln. Ist von Anfang an z.B. das Ziel, in einem großen Inhouse-SEO-Team den Posten desjenigen zu besetzen, der ein Auge auf die interne Verlinkung haben soll, muss nicht zwingend auch Spezialistentum im Bereich internationales SEO vermittelt werden. Jemand mit eher geisteswissenschaftlichem Hintergrund – ein Großteil der SEO-Trainees von wirkungsvoll inkl. mir – bedarf natürlich viel mehr Unterstützung was die technischen SEO-Basics anbelangt als unser SEO-Trainee Marina, die zuvor bereits ein Informatikstudium absolviert hat. Und eine Agentur wie z.B. die wirkungsvoll GmbH, die sich dem Linkaufbau ihrer Kunden verschrieben hat, kann vielleicht in der Theorie die SEO-Beratung lehren, bietet aber in der Praxis eher weniger Möglichkeiten, dieses Wissen auch anzuwenden.

Wie ein möglichst breiter Überblick zum Thema SEO innerhalb eines Jahres aufgebaut werden kann, möchte ich am Beispiel unseres Traineeships verraten.

Die Theorie

Selbst erworbenes Erfahrungswissen ist bei SEO mehr noch als in vielen anderen Branchen entscheidend. Dennoch: Ohne eine theoretische „Grundierung“ lassen sich die spannendsten Erfahrungen gar nicht erst als SEO-relevant erkennen geschweige denn bewerten. Gute SEO-Blogs wie SEO-United.de, der tagseoblog, SEOmoz oder der Blog von RankingCheck sollten die Pflichtlektüre für jeden sein, der sich mit SEO zu beschäftigen beginnt. Dasselbe gilt für das Online-Magazin suchradar, was zudem das Thema SEA behandelt. Hier erfährt man neben Aktuellem aus der SEO-Welt jede Menge Grundlagen, gerade wenn man in den Archiven stöbert. Doch auch analog gibt es Lesenswertes: Über Mario Fischers Website Boosting 2.0 mag man zum Teil zu Recht meckern. Nicht jedem liegt dessen Stil und vermutlich ist allein mit dem dort propagierten White-Hat-SEO im wirklichen Leben kein Blumentopf zu gewinnen. Aber: Gerade für den Einstieg ist die barrierefreie Herangehensweise Fischers, der wohlüberlegte Aufbau sowie die kurzweilige Art, wie er die Grundlagen vorbringt, erstklassig geeignet.

Welchem 404-Mogli schließlich vom ganzen Lesen die Augen brennen, sollte Radio4SEO seine Aufmerksamkeit schenken. Die Podcast-Reihe von und unter anderem auch mit Marco Janck ist eine gute Ergänzung.

Ebenso wichtig wie das Anlesen und Anhören dieser Grundlagen sind sicherlich die Diskussion und die Weitergabe des Gelernten – und das so früh wie möglich. Als SEO-Trainee bei wirkungsvoll hatte ich früh die Möglichkeit, das erworbene Wissen zu teilen und weiterzugeben. Ob mit den SEO-Trainees, anderen Kollegen, Praktikanten, den Redakteuren unserer Inhouse-Redaktion – oder mit unseren Lesern von SEO-Trainee.de. Sich mit anderen auszutauschen, die sich ebenso mit SEO beschäftigen, ob in der Firma oder der Blogosphäre, heißt immer auch, von dem Erfahrungswissen anderer zu profitieren. Diskussionen schärfen eigene Haltungen und helfen, Argumente vertreten zu lernen – Fähigkeiten, die dem Inhouse-SEO gegenüber dem Vorstand ebenso weiterhelfen wie dem Agentur-SEO gegenüber seiner Kunden.

Die Theorievermittlung in der SEO-Trainee-Praxis

Im Alltag als SEO-Trainee bedeutet das: regelmäßige Gesprächsrunden mit den anderen Trainees und Praktikanten über News & Trends in der SEO-Welt; interne wie externe Schulungen z.B. zu den technischen Basics, den SEO-Tools oder der Beurteilung einer Domain nach SEO-Kriterien; die Teilnahme an Workshops wie dem Online Marketing Camp; – und schließlich: Die Zeit, regelmäßig auf SEO-Blogs gute Artikel zu lesen und zu schreiben.

Die SEO-Praxis – SEO lernen heißt SEO machen

Fast jeder Webmaster, dessen Seite bei Google gefunden werden soll, hat seine eigenen Erfahrungen mit SEO gemacht und viele teilen die Schlüsse, die sie aus diesen Erfahrungen ziehen, via Social Media mit anderen. Leider – oder Gott sei Dank – geben die Jungs von Google meistens keine Rückmeldung, ob z.B. eine Ranking-Veränderung tatsächlich an einem bestimmten Backlink gelegen hat, der dazugekommen ist, an einem bestehenden, der an Kraft gewonnen oder verloren hat, an irgendeiner OnPage-Maßnahme, an einer Änderung im Google-Algo, an der Konkurrenz oder, oder, oder. Hier kommt das berühmte SEO-Bauchgefühl ins Spiel: Es resultiert entweder aus jahrelanger Erfahrung – oder eben aus den oft monokausalen, sehr subjektiven und fragwürdigen Schlüssen, die jeder aus den eigenen SEO-Erfahrungen zieht. Das Resultat: Nicht nur in Webmaster-Foren – von denen man gerade als Anfänger wegen des gefährlichen Halbwissens, welches einem dort häufig geboten wird, tunlichst die Finger lassen sollte – sondern auch unter gestandenen alten SEO-Hasen gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Umso wichtiger ist deshalb, so schnell wie mögliche eigene Erfahrungen zu machen. SEO lernen heißt vor allem, die Rankings und deren Veränderungen zu bewerten lernen. Je früher man darum als Neuling in die SEO-Praxis einsteigt um eigene Erfahrungen zu machen, desto besser.

SEO-Praxis bei den SEO-Trainees

Als Trainees bei der wirkungsvoll GmbH haben wir das Glück, neben dem Alltag einer OffPage-SEO-Agentur, die zudem erfolgreiche Portale betreibt, auch tiefe Einblicke in die Arbeit anderer Agenturen zu bekommen. So gehört es etwa schon früh zu den Aufgaben der SEO-Trainees, die SEO-Consultants einer beratend tätigen Partneragentur z.B. mit OnPage- oder Konkurrenz-Analysen zu unterstützen. Ebenso können wir den Entwicklern eines bekannten SEO-Tools über die Schultern schauen und sie, etwa als Tester neuer Tool-Module, tatkräftig unterstützen. Als Trainee an andere Firmen verliehen zu werden hat darüber hinaus noch einen anderen positiven Effekt: Kontakte knüpfen. Das „Networking“ ist gerade in der Online-Marketing-Branche wichtig. Das gilt selbstverständlich ganz besonders in einer OffPage-SEO-Agentur, aber ist z.B. auch für den weiteren beruflichen Lebensweg nicht unwichtig. Ein gutes Beispiel hierfür ist unsere ehemalige, hochverehrte Trainee-Kollegin Susanne, die mittlerweile bei der artaxo AG als SEO-Consultant sehr gute Arbeit macht, wie ich höre.

Ein frühes Einbinden in das SEO-Tagesgeschäft hat meiner Meinung nach insgesamt den besten Lerneffekt – sofern nicht nur diejenigen Aufgaben weitergegeben werden, über deren Niveau sich selbst Schüler-Praktikanten zu Recht ärgern würden.Verfügen Trainees dann über ein wenig Erfahrung, sollten sich eigene kleine Projekte oder auch Urlaubsvertretungen anschließen. Ein besonders spannendes Projekt meiner Trainee-Zeit war ohne Frage ein interner SEO-Contest, bei dem jeder innerhalb von vier Monaten eine eigene Domain aufbauen und mit ihr zu einem bestimmten Begriff möglichst gut ranken musste. Auch wenn ich mich hier letztlich meiner Kollegin Marina geschlagen geben musste, war der Contest doch eine gelungene Möglichkeit, verschiedene SEO-Hebel auszutesten und viele praktische Erfahrungen zu sammeln. Der Vorteil solcher „Spaß-Conteste“: Die Bandbreite dessen, was an SEO-Maßnahmen alles ausprobiert werden kann, darf bei einem solchen Contest sicherlich größer sein als bei der Betreuung einer Kunden-Domain.

SEO-Trainee a.D.: Mein Fazit

Unwissenheit überwunden: SEO-TarzanDie Zeit als SEO-Trainee hat sich für mich gelohnt – und zwar nicht nur, weil ich im Anschluss jüngst in einen überaus spannenden Job bei wirkungsvoll übernommen wurde. Patrick, der das ambitionierte Traineeship entwickelt hat und betreut, macht vieles richtig: Dieser Blog ist zu einer spannenden Plattform gereift, auf dem die Trainees das Gelernte teilen und diskutieren können. Die Kombination der Vermittlung von theoretischen Grundlagen über die verschiedenen oben beschriebenen Wege und die frühe Einbindung ins SEO-Tagesgeschäft ist meiner Meinung nach der beste Weg, aus SEO-Neulingen brauchbare SEOs zu machen.

In Hamburg sagt man Tschüss! Vielen Dank noch an alle SEO-Trainee-Leser fürs Lesen und Kommentieren meiner Artikel – und jetzt muss ich mich schnell wieder auf Patricks Campixx-Workshop konzentrieren!

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Dieser Artikel wurde am Samstag, den 12. März 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
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