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Mobiles SEO: Auch unterwegs ganz vorne mit dabei!

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Mobiles SEO: Auch unterwegs ganz vorne mit dabei!

Am vergangenen Montag wurden die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zur mobilen Nutzung des Internets veröffentlicht, die im Auftrag der BITKOM erstellt wurde. Gleichzeitig zeigte sich bei den Revolutionen in Nordafrika oder der Tsunamikatastrophe in Japan, dass die mobilen Geräte gegenüber den traditionelleren Medien und Kommunikationskanälen Vorteile bieten und für die Menschen immer unersetzbarer werden. Grund genug für SEO-Trainee, auch einmal auf die Möglichkeiten und Bedingungen des mobilen Netzes zu schauen – und das natürlich durch unsere spezielle SEO-Brille.

Die aktuelle BITKOM-Studie zeigt, dass mittlerweile 18 Prozent der Befragten mit ihrem Handy im Internet surfen. Im Vergleich zu den zehn Prozent, die noch im letzten Jahr diese Antwort gaben, sehen wir also einen enormen Anstieg der mobilen Nutzung des Internets. Es ist zu vermuten, dass auch die Anzahl der Suchanfragen von mobilen Endgeräten aus in ähnlich starkem Maß gestiegen sein dürfte. Ob wir damit schon die maximale Nutzung erreicht haben, darf wohl sehr bezweifelt werden. Auf diese veränderten Bedingungen sollten Webseitenbetreiber und SEOs sich einstellen und auch wenn beim mobilen SEO nicht alles anders ist, sollten doch einige Dinge bedacht werden.

©Olga Meier Sander/pixelio

©Olga Meier Sande/pixelio

Dabei spielen in erster Linie die Smartphones eine zentrale Rolle, denn hier lässt sich ein ganz anderes Nutzerverhalten feststellen, als wir es von den herkömmlichen PCs kennen. Natürlich zählen auch Laptops und die verschiedenen Tablets zu den Möglichkeiten, das Internet mobil zu nutzen. Allerdings bieten sich die größeren Bildschirme dieser Geräte auch für die normale Darstellung von Seiten an. Ihre Besitzer nutzen die Geräte daher meist für ein normales Surfen auf den bereits bestehenden nicht mobilen Seiten, womit die Unterschiede dieser mobilen Nutzung nur noch marginal sind. Im Vergleich dazu sind aber selbst die größten Smartphonedisplays sehr klein. Deshalb wird hier meist gezielter nach Informationen gesucht, die in dem jeweiligen Moment benötigt werden. Ein echtes Surfvergnügen will sich oft nicht einstellen.

Mobil Suchen heißt anders Suchen

In erster Linie sind diese Informationen mit einem lokalen Bezug versehen. Es wird zum Beispiel nach einer konkreten Webseite gesucht, dies könnte die Seite eines Restaurants in der Nähe sein, die nächstgelegene Autovermietung oder auch ein Kino. Natürlich können auch alle Informationen interessant sein, die sich in diesem Themenfeld bewegen, also die jeweilige Speisekarte oder aber das aktuelle Kinoprogramm. Die mobile Suche ist hier sehr eng verwoben mit der lokalen Suche. Anfragen mit deutschlandweiter Reichweite kommen aber weiterhin vor. Doch auch hier wird nach gezielten Informationen und nicht nach vollständigen Einführungen zu einem Thema gesucht. Die Nutzer wollen also eher schnell die letzten Fußballergebnisse abrufen als eine Erklärung des kompletten Regelwerks der FIFA.

Studienergebniss von Mobile-SEO zu Webseitennutzung

©Studie von Mobile SEO

Doch nicht nur das „Wie“ unterscheidet sich, auch beim „Wann“ gibt es starke Unterschiede. So fand eine Studie von GroundTruth 2010 heraus, dass die mobile Nutzung den Tag über stetig ansteigt, um ihren Nutzungshöhepunkt um 21 Uhr zu erreichen. Damit weicht die mobile Nutzung zeitlich von der ausgewogeneren Nutzung des „normalen“ Internets ab. Und auch wenn die Studie auf dem amerikanischen Markt basiert, so wurde sie doch bereits von mobile-seo für den deutschen Markt überprüft und lieferte dabei vergleichbare Ergebnisse.

Doch nicht alles ist anders, denn auch auf dem mobilen Markt ist Google mit seinen gezielten Angeboten Marktführer. Die besondere Stellung des mobilen Marktes wird dabei am Einsatz eines eigenen Crawlers für mobile Webseiten klar. Wer nun glaubt: “Gut, ich brauche eine Webseite mit mobilen Inhalten, aber im Grunde ist doch in den SERPs alles gleich”, sollte schon an einem kleinen Beispiel merken, dass Google auch hier in die Suchergebnisse eingreift. So wird seit November 2010 bei der Suche nach bestimmten Notrufnummern, wie zum Beispiel der Giftnotrufzentrale, deren Nummer sofort angezeigt und ist auch direkt aus den SERPs wählbar.

So wird eine Seite mobil

Die große Frage ist also, wie man mit den veränderten Rahmenbedingungen umgeht und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Zentral ist sicherlich, dass man auf jeden Fall eine mobile Version der eigenen Seite erstellen sollte. Denn die normalen Webseiten sind meist nicht wirklich für die Nutzung per Smartphone geeignet. Natürlich ist dies für viele große Seiten schon gängig, doch haben noch lange nicht alle Seiten das Potential einer mobilen Version erkannt. Unter welcher Domain man diese am besten ablegt, ist allerdings nicht wirklich geklärt. Im Raum stehen verschiedene Lösungen wie domain.mobi, domain.de/mobile oder auch m.domain.de. Google scheint dabei der letzten Variante den Vorzug zu geben und nutzt sie selbst, doch ein echter Test steht noch aus wie auch Kathrin Siemokat schreibt.

©Stefan Ddorf/pixelio

©Stefan Ddorf/pixelio

Beim Erstellen dieser Seite ist dann in erster Linie das kleinere Display zu bedenken. Denn der mangelnde Raum sollte auch weniger Text und Bilder zur Folge haben, damit der Nutzer die Informationen schneller findet. Manchmal kann die mobile Version aber auch eine Umstrukturierung des ganzen Designs erfordern, die deutlich horizontaler orientiert sein sollte. Die gesamte Seite sollte also wesentlich kompakter gebaut werden. Für SEOs ist es interessant, die Landingpages wesentlich konkreter auf bestimmte Anfragen auszurichten und hier schnell die gesuchten Informationen bereitzustellen.

Da Google vor wenigen Wochen nun auch im mobilen Bereich die Instant Preview eingeführt hat, erhält auch das Design eine größere Bedeutung. Denn eine gezielt für die mobile Suche optimierte Seite erzeugt hier sicherlich höhere Klickraten. Die Seite sollte dabei bewusst in xhtml mp (=mobile profile) programmiert werden, um sofort das passende Format zur Grundlage zu nehmen. Hier hilft ein Blick auf die W3C Richtlinien, um eine Seite für alle genutzten Browser passend zu formatieren. Mittlerweile hat sich die Zeichencodierung in UTF-8 eingespielt und diese sollte daher ebenfalls genutzt werden.

Ein paar Tricks können helfen

Wer sich an diese Regeln hält, sollte in der Lage sein, gut dargestellte mobile Seiten zu bieten, deren Usability hoch ist, was weiterhin ein Qualitätskriterium für Google ist. Da gerade mobile Nutzer besonders ungeduldig sind und die Datenübertragung auch mit moderner Technik noch nicht überragend ist, sollte man bemüht sein, eine gute Page Speed zu bieten. Als Richtwert für den Umfang nennt hier Tameco ungefähr 20 KB, auch wenn einige Byte mehr sicherlich kein Problem darstellen. Wer nicht über die nötigen technischen Fähigkeiten verfügt, sollte sich evtl. diesen Artikel auf mobile-seo anschauen, in dem einige Plugins für WordPress vorgestellt werden, die dem Webseitenbetreiber helfen, seine Seite mit wenigen Schritten für die mobile Nutzung zu optimieren.

Die mobile Suche ist lokal

Um es Google und anderen Suchmaschinen noch einfacher zu machen, bietet sich das Einrichten einer gezielten Sitemap für die mobilen Inhalte an, die man gezielt auf dem Server platzieren sollte und natürlich auch in den Webmaster Tools hochladen kann. Am stärksten dürfte aber die Bedeutung der Places-Einträge steigen. Hier sollte sich jede Seite, die in der mobilen Suche gefunden werden will, unbedingt mit allen Daten eintragen. Dabei zeigt sich wieder, wie sehr mobile und lokale Suchen einander ähneln.

Google Places LogoBesonders wichtig ist dieser Eintrag aber nicht nur für die normale Suche, vielmehr bietet Google auch eine App an, mit deren Hilfe sich gezielt nach Places-Einträgen suchen lässt. Darüber lassen sich dann Adresse und auch Kundenbewertungen ablesen, wie man es von Places-Einträgen gewohnt ist. Diese kleine App ist gerade für andere Branchenbücher wegen ihrer Aktualität und ständige Verfügbarkeit eine Bedrohung. Sicherlich dürften ihre Nutzerzahlen in Zukunft noch einmal deutlich zunehmen.

Wer bereits über eine mobile Seite verfügt, sollte diese möglichst getrennt von der restlichen Seite behandeln und deswegen auch speziell tracken, wie sich die Nutzer verhalten. Hier bietet der Artikel von T3N eine gute Möglichkeit, noch einmal nachzulesen, wie man dieses Tracking ganz einfach mit Google Analytics durchführen kann. Auch können wir das PDF von tameco zum Thema mobile-SEO empfehlen, das auch noch einmal alle wichtigen Punkte anspricht. Ein besonderer zusätzlicher Hinweis und Dank gilt Pelle Boese, der mit seiner Agentur gjuice auf den Bereich Mobil SEO spezialisiert ist und der unserer Kollegen Marina auch den Besuch der Campixx ermöglicht hat.

Gerne könnt ihr aber auch eure Erfahrungen in den Kommentaren hinterlassen und von guten Strategien berichten.

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Dieser Artikel enthält folgende Tags und wurde am Mittwoch, den 23. März 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
8 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Joachim sagt:

    Schöner Artikel – wieder mal. Hört sich ja schwer danach an so früh wie möglich auf den mobilen-seo-zug auf zuspringen, denn wenn man sich die Verkaufszahlen für Smartphones so anguckt wird das ja eher mehr werden als weniger.

  • jath sagt:

    Zunächst mal: interessanter Artikel! Was mir jedoch aus SEO Sicht in punkto mobile Web nie ganz klar war/ist, inwiefern die Duplicate Content Problematik eine Rolle spielt bzw. Gewicht trägt. Wenn, wie beispielsweise hier empfohlen, eine Subdomain a-la m.domain.de verwendet wird, dann hilft das (Google) zwar die Seite eindeutig als mobile Domain einzustufen, schafft darüber hinaus jedoch eindeutig duplizierten Content.. oder? Eine andere Möglichkeit stellen da beispielsweise die diversen WordPress Plugins dar, die letztendlich nichts anderes machen, als entsprechend des User Agent Strings ein anderes CSS auszulesen. Hier liegt der Inhalt also einzigartig auf einer Domain vor und wird letztenendes nur anders “formatiert”.
    Die Frage ist also: was ist gewichtiger: DC Problematik, oder die Möglichkeit eine einzigartige mobile Domäne zu schaffen? Hier kommen wir natürlich wieder stark in den (fast schon philosophischen) Bereich, ob das mobile Web ein anderes ist, als das stationäre. Aber das ist ein anderes Thema.

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