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Kreativitätstechniken ─ Wunderwaffen für die Online-Branche

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Kreativitätstechniken ─ Wunderwaffen für die Online-Branche
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Kennt wahrscheinlich jeder, der einen Blog betreibt und regelmäßig neue Artikel veröffentlichen will. Irgendwann gehen einem die Ideen aus, worüber man schreiben könnte. Oder der Kunde hätte gerne ein neues Design für seine Website. Oder die zündende Idee für die Blogparade will sich einfach nicht einschleichen. (Oder die Firmenfeier will geplant werden und soll natürlich so großartig werden, dass noch in zehn Jahren alle von DER EINEN Feier sprechen ;-)).
Werbespot, Werbejingle, Radioeinspieler, Plakat, Poster, Artikel, Einrichtung, Geschenkverpackung, Webdesign, Sport ─ Kreativität ist überall. Manchen fällt sie einfach zu, andere sitzen stundenlang am Schreibtisch, um am Ende doch wieder bei einer eher konservativen Lösung anzukommen. Wünscht man sich da nicht mal ein paar Fäden an die Hand, wie man wenigstens ein paar kleine Akzente setzen kann, wenn die üblichen Denkmuster versagen? Nicht umsonst gibt es 176 Treffer, bei Amazon zu  Büchern zum Thema Kreativitätstechniken. Grund genug für die SEO-Trainees sich einmal genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Wie kann man Kreativitätstechniken in die alltägliche SEO-Arbeit integrieren und die Blockaden im Kopf lösen, die die eigene produktive Arbeit behindern? Wir wollen versuchen, in diesem Artikel ein paar Kreativitätstechniken zu verraten, die für neuen Input und den Blick über den Tellerrand sorgen können. Natürlich gibt es unzählige solcher Techniken. Würden wir alle aufzählen, hätten wir Mittwochsartikel bis zum Ende des Jahres. Aus diesem Grund haben wir uns auf diejenigen beschränkt, die sich gut in den klassischen (SEO-)Arbeitstag integrieren lassen und für alle Beteiligten schnell verständlich sind. Weitere Ergänzungen und Gedanken rund um Kreativität gibt es in einem sehr interessanten Artikel von Martin Mißfeldt, der sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, was Kreativität überhaupt ist.

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Brainstorming

“Using the brain to storm a problem” war der Hintergedanke bei der Entwicklung dieses Konzepts, mit dem vermutlich jeder schon Kontakt hatte. Wie geht man vor? Es gibt vier Regeln (Nein, die oberste Regel ist nicht, wer am lautesten schreit!), nach denen Brainstorming funktioniert.

 1. Die Phase der Ideenfindung ist strikt von der der Ideenbewertung getrennt.

 2. Höre den anderen zu und entwickle ihre Ideen weiter.

 3. Produziere möglichst viele Ideen; Masse statt Klasse.

 4. Äußere ALLE Ideen, die dir in den Sinn kommen – auch wenn sie alles andere als ausgereift sind.

Brainstorming lebt von „verrückten“, auf den ersten Blick sehr abwegigen Ideen, mit denen in der Gruppe von idealerweise fünf bis sieben Personen ein Fundament gebaut wird/gebaut werden kann. Zusätzlich produktiv ist eine Zusammensetzung aus Fachkräften und Laien um unerkanntes Potenzial freizusetzen. Der Moderator achtet auf die Einhaltung der Regeln, einen zeitlichen Rahmen (in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten) und einen engen Kontakt zum Problem. Der Protokollant hält die wichtigsten/interessantesten Ergebnisse fest. Am besten geht man vor, indem jeder seine Ideen direkt äußert. (Es wird von einer Gruppe zivilisierter Erwachsener ausgegangen … ) Sind nach einer gewissen Zeit alle Ideen gesammelt, setzt sich eine kleinere Gruppe von Experten nochmal gesondert zusammen und prüft die Vorschläge auf ihre tatsächliche Durchführbarkeit. Gerade durch „verrückte“ Assoziationen und ihre Kombination entstehen oft sehr gute Ansätze mit großem Potenzial.

FlipFlop-Technik

Die FlipFlop-Technik ist eine der wenigen Kreativitätstechniken, die man auch individuell für sich anwenden kann und für die man nicht zwingend die Gedanken einer Gruppe braucht. Auf einem Blatt Papier werden drei Spalten aufgemalt. Grundlage ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Ein Beispiel wäre: Was muss ich tun, damit mein Traffic weniger wird? In die eine der äußeren Spalten werden alle die Ideen eingetragen, die eine Lösung zu der umgekehrten Frage wären. In unserem Beispiel in etwa: Keine Artikel mehr schreiben und die Seite mit AdSense vollstopfen. In der Mitte werden die Faktoren bewertet nach „Ist“, also mache ich das tatsächlich schon, und „Soll“, also sollte ich diese Dinge tun, damit ich mein Negativziel erreiche? Je nachdem ob ich tatsächlich eher weniger Artikel schreibe, sollte da ein „Ist“ stehen. Habe ich viel AdSense auf meiner Seite, steht dahinter ebenfalls ein „Ist“. Was sollte ich tun, damit mein Blog schlechter rankt? Kaum Linkbuilding! Dahinter steht ein „Soll“. Ist diese Bewertung fertig, schreibe ich das Gegenteil der linken Spalte in die rechte. Also: Viele Artikel schreiben, kaum AdSense und angemessenes Linkbuilding. Das sind jetzt meine Vorgehensweisen für mein tatsächliches Ziel. Recht simpel und effektiv!

Was will ich erreichen? Weniger Traffic durch langweilige Artikel! (Tatsächliches Ziel: Mehr Traffic durch spannende Artikel!)

Schlecht strukturierte Artikel, langweilige Themen, gar keine neuen Artikel
Ist
Gut aufgebaute Artikel, spannende Themen, überhaupt neue Artikel
Viel AdSense
Ist
Kaum AdSense
Kaum  Linkbuilding
Soll
Viel Linkbuilding

Warum setzte ich mich nicht gleich mit dem richtigen Problem auseinander, sondern drehe es um? Oft ist es so, dass ich für das eigentliche Problem blockiert bin und zu keiner Lösung komme. Durch den Umkehrungsprozess muss ich neue Gedanken gehen, die mich von dem eigentlichen Problem ablenken und frischen Wind durch die Synapsen fegen.

Mindmapping 

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Mindmapping ist so beliebt und bekannt, dass es sogar eine eigene Software dafür gibt. Denkbar einfach ist die Methode. Mindmapping basiert auf der gezielten Ansprache beider Gehirnhälften, was die geistige Leistungsfähigkeit deutlich erhöht. Auf einem Blatt Papier wird in der Mitte ein Bild oder eine Skizze platziert, von der für jeden Unterpunkt eine Linie mit Schlüsselpunkten ausgeht. Von diesen Hauptlinien zweigen sich weitere Linien ab, die die Assoziationen und Gedanken zu dem jeweiligen Hauptpunkt darstellen. So entsteht am Ende ein Geflecht von Assoziationen und Überlegungen, die als Lösungsansätze benutzt werden. Durch die Verwendung unterschiedlicher Farben können die unterschiedlichen Punkte markiert werden und mittels Pfeilen können Verbindungen zwischen einzelnen Punkten deutlich gemacht werden. Diese Technik kann auch einzeln angewendet werden, empfiehlt sich aber eher für eine Gruppe. Am besten gibt es einen Moderator, der die einzelnen Punkte auf die Map überträgt und entstehende Zusammenhänge kennzeichnet.

 

Walt-Disney-Methode

Die Disney-Methode basiert tatsächlich auf den Arbeitstechniken von Walter Elias Disney. Basis ist das Zusammenspiel von drei unterschiedlichen Rollen: dem Träumer (Visionär, Ideenlieferant), dem Realisten (Macher) und dem Kritiker (Qualitäts-Manager). Es beginnt in der Träumerecke, in der, ähnlich wie beim Brainstorming, wilde Gedanken und Assoziationen gesammelt werden. Sind einige Ergebnisse zusammengekommen, werden sie an die Realisten übermittelt, die die Ideen unter folgenden Gesichtspunkten prüfen:

Was muss getan oder gesagt werden?

Was wird für die Umsetzung benötigt (Material, Menschen, Wissen, Techniken etc.)?

Welche Grundlagen sind schon vorhanden?

Kann der Ansatz getestet werden?

Sind die Fragen geklärt, werden die Ergebnisse den Kritikern übermittelt, die sie wiederum unter diesen Fragestellungen beleuchten:

Was könnte verbessert werden?

Was sind die Chancen und Risiken?

Was wurde übersehen?

Wie denke ich über den Vorschlag?

Dieser Vorgang kann so lange wiederholt werden, bis alle Fragen geklärt sind.

Die 635-Methode

635 steht für 6 Personen (optional auch mehr oder weniger), 3 Ideen und 5 Minuten. Jeder Teilnehmer bekommt ein Formular mit 18 Kästchen: sechs vertikal und drei horizontal. Die Zettel werden nummeriert und die Problemdefinition wird eingetragen. Jetzt trägt jeder der Teilnehmer seine ersten drei Ideen, auch weniger würden ausreichen, in die drei Kästchen der obersten Reihe ein. Dafür gibt es fünf Minuten Zeit. Nach der abgelaufenen Zeit wird der Zettel an den rechten Nachbarn weitergegeben und der Vorgang wird in der nächsten Zeile wiederholt. Es können neue Ideen eingetragen, oder bereits bestehende ergänzt oder variiert werden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis alle Zeilen gefüllt sind. Dann machen die Zettel wieder die Runde und jeder Teilnehmer bestimmt für jedes Blatt seine drei Favoriten. Hat jeder 18 Kreuze gesetzt, werden alle Ideen mit vier und mehr Kreuzen rausgesucht und gehen in den Bewertungsprozess. Dabei werden die Ideen, ähnlich wie bei der Disney-Methode, auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft.

Diese Techniken lassen sich relativ problemlos in den Arbeitsalltag integrieren und auf verschiedene Arten von Problemen anwenden. Um den jeweiligen Prozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sollten die Teilnehmer die Aufgaben natürlich ernst nehmen und sich darauf einlassen.

Wie bereits gesagt, gibt es unzählige solcher Methoden, die wir hier nicht alle aufzählen können. Deshalb wollen wir von euch wissen: Was sind eure beliebtesten Kreativitätstechniken? Wie kommt ihr auf neue Online-Marketing-Ideen und was gibt euch neuen Input? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Zum Schluss noch ein kleines Beispiel dafür, wie mit Kreativität Großartiges erreicht werden kann ;-).

Denise und die SEO-Trainees

 

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 16. November 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
10 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Corado sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich mit so einem Konzept wie der Flip Flop Technik wirklich garnichts anfangen kann. Die 635 hingegen gefällt mir recht gut. Die sollten wir bei uns im Team mal ausprobieren.
    Leider besteht in den meisten Firmen kaum Zeit, um kreativ zu sein. Dadurch werden seltener Ideen neu entwickelt, sondern alte Ideen anderer kopiert und abgeändert. Man muss sich da nur mal Content vieler häufig veröffentlichender Blogs ansehen, da wird dann kopiert und leicht abgeändert. 🙁

    Schön, dass es bei den SEO-Trainees anders läuft! 😀

    • Denise sagt:

      Hallo Corado,

      danke für das Lob :-). Das Problem mit der Zeit ist natürlich ein Faktor, den auch die beste Technik nur bedingt beeinflussen kann. Da stimme ich dir zu.

      Beste Grüße
      Denise

  • Auch von mir Lob für den Artikel, ich persönlich bin ein Liebhaber der Mind-Maps, weil man bei ihnen auch sofort ein Gefühl von Struktur bekommt und anhand der Map direkt in die Konkreten Umsetzungsprozesse starten kann. Alternativ kann man auf bereits bestehenden Organigramen oder Plänen, die oft eine ähnliche Form haben aufsetzen.

    Und natürlich hat Corado Recht, die Zeit zwingt einen oft zu Standard-Strategien, damit überhaupt etwas passiert.

  • Georg sagt:

    Von mir gibts auch Lob für den tollen Artikel! Besonders der Hinweis und die Möglichkeit des „einbauens“ in den Alltag empfiehlt sich sehr 🙂 THX!

  • Hendrik sagt:

    Hi,
    tolle Idee dieser Blogbeitrag.
    Mindmapping und Brainstorming sind mittlerweile tatsächlich bei mir schon etabliert. Aber die 635-Methode hört sich vielversprechend. Wird ausprobiert…

  • Denise sagt:

    Auch euch, Alex, Georg und Hendrik, vielen Dank für das Lob!
    Vielleicht probiert ihr ja die eine oder andere Methode aus und lasst uns an eurem Fazit teilhaben :-).

    Beste Grüße
    Denise

  • Melanie sagt:

    Hi Denise,
    von mir gibts natürlich auch Lob! Und das nicht zu wenig! 🙂 Wie Hendrik auch schon sagte, die 635 Methode finde ich ebenfalls sehr sehr interessant. Probiere ich auch mal aus! 🙂

    Weiter so!

  • […] Wunderwaffen für die Online-Branche […]

  • Oliver sagt:

    Die Umkehrmethode, so, wie du sie hier dargestellt hast, finde ich ziemlich konfus. An und für sich ist das schon ein guter Ansatz, einfach mal die Sache umzudrehen, nur bei deiner Erläuterung kann ich nicht so ganz folgen – sorry! 😉

    Brainstorming und Mindmaps sind ja lang bekannt, aber die 635er-Methode ist mir neu und scheint aber gleichzeitig einfach wie effektiv zu sein. Sehr interessant, das müsste man wirklich mal ausprobieren. Danke für diesen Denkasntoß! 🙂

  • Hehe – also diese Thematiken kenne ich nur zu gut – vor allem wenn es manchmal darum geht neue Themen zu bekommen und vor allem wenn irgendwelche Kunden sagen, sie möchten gerne etwas anderes. Toller Denkanstoß von dir – mach so weiter!

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