Tauschen statt kaufen: in 4 Schritten zum Linktausch

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Gastartikel: Tauschen statt kaufen – 4 Schritte zum erfolgreichen Linktausch

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Gastartikel: Tauschen statt kaufen – 4 Schritte zum erfolgreichen Linktausch
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Jeder, der sich einmal mit dem Thema Linkbuilding beschäftigt hat, weiß, dass effektiver Linkaufbau sehr zeitintensiv und mitunter auch etwas mühsam sein kann. Daher übt man sich in dieser Disziplin bestenfalls in Geduld und versucht, mit Fleiß und Cleverness möglichst kostengünstig starke Backlinks aufzubauen. Eine Möglichkeit, die sich hier neben vielen weiteren anbietet, ist der Linktausch. Die Vorteile beim Tauschen von Links sind jedem Linkbuilder bekannt. Linktausch ist – abgesehen von eingesetzter Arbeitszeit und Kosten für das Betreiben eigener Seiten – in der Regel kostenlos und – wenn richtig angewendet – aus Sicht der Suchmaschinen praktisch nicht nachzuvollziehen.

1. Bedarf definieren und geeignete Webseiten auswählen

Ist die Entscheidung gefallen, Backlinks über das Tauschen von Links mit anderen Webmastern aufzubauen, sollte man sich zunächst zwei Fragen stellen:

Für welche Seiten, Themen, Keywords werden aktuell Backlinks benötigt?

Es ist sinnvoll, zunächst den eigenen Bedarf zu definieren. Dabei ist es wichtig, die Themen zu definieren, die für die eigenen Projekte wichtig sind und auf welchen Keywords und ggf. auf welchen Seiten momentan der Fokus liegt. Im Ergebnis ergeben sich daraus idealerweise Listen mit einer bestimmten Anzahl an Seiten, Themen und Keywords. Excel-Freunde können die Listen auch direkt in einem Sheet anlegen, was sich insbesondere bei größeren Projekten anbietet, da dadurch eine beliebige Filterung möglich ist. Die Bestimmung des eigenen Bedarfs (am Anfang und kontinuierlich) ist wichtig, da man dadurch später (bei Schritt 2 und 3) besonders gezielt und effizient agieren kann und nicht erst lange recherchieren muss.

Welche Seiten können und sollen zum Tausch eingesetzt werden?

Für einige Webmaster könnte der Einsatz der eigene(n) Seite(n), also der Seiten für die auch Backlinks aufgebaut werden sollen, für den Tausch in Frage kommen. Hier sollten massenhafte reziproke Verlinkungen (Seite A auf Seite B und Seite B auf Seite A) vermieden werden. Aber dazu mehr bei Schritt 3. Für Agenturen ist hingegen klar, dass Links auf Kundenwebseiten nicht als Tauschobjekt herhalten können. Agenturen und Webmaster, die nicht ihre „Schätze“ für den Linktausch einsetzen wollen, müssen also andere, neue Seiten aufbauen oder alte reaktivieren. Der einfachste und billigste Weg führt über Free-Blogs. Diese werden allerdings nur selten beim Tausch akzeptiert, weshalb es sich anbietet, Seiten auf einer eigenen Domain zu bestimmten Themen aufzusetzen. Dabei kann auch ein Blick auf Expired-Domains sinnvoll sein, da diese häufig schon über ein gewisses Alter und über Backlinks verfügen. Kosten für das Hosting und die Domains fallen so oder so an. Bei der Themenwahl (Domainname, Content) ist es zudem wichtig, sich nicht am eigenen Bedarf zu orientieren, sondern an dem, was der Markt nachfragt. Wenn potentielle Linktauschpartner bspw. besonderes Interesse an Links zum Thema Versicherungen haben, wird eine Themenseite zum Thema Bio-Apfelsaft selten bis nie tauschwillige Partner überzeugen. Wenn zu einem Thema mehrere Seiten aufgesetzt werden sollen, würde die Verteilung dieser Seiten auf unterschiedliche Hoster (andere IPs und C-Class-Netzwerke) Sinn ergeben. Damit ließe sich, wenn es später an den Tausch in diesem Themengebiet geht, punkten.

2. Linktauschpartner finden und kontaktieren

Es gibt verschiedene Strategien und Wege, über die der Kontaktaufbau zu anderen Webmastern und an Linktausch interessierten Personen möglich ist.

Google und die Google-Blogsuche

Bei der Suche nach Webseiten und Blogs, die sich mit einem bestimmten Thema befassen, kann eine einfache Suche mit geeigneten Keywords über Google oder über die Blogsuche zum Erfolg führen. Sind interessante Seiten und Blogs ausfindig gemacht, genügt ein Blick in das Impressum der Seite, um eine Mailadresse oder ein Kontaktformular zu finden. Man sollte hier keinesfalls nur Adressen einsammeln und dann Massenmails versenden. Eine themenbezogene, persönliche Ansprache mit einer freundlichen Nachfrage, ob generell Interesse am Tauschen von Links besteht, ist die vielversprechendste Variante, um andere Webmaster zu kontaktieren.

Soziale Netzwerke, Foren und Communities

Auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, in Foren oder auch in Communities wie Xing oder LinkedIn ist eine gezielte Suche nach Gruppen und Personen möglich, die ebenfalls daran interessiert sind, Links zu tauschen. Welches Netzwerk oder welche Community im Einzelfall besonders geeignet ist, hängt auch davon ab, für welches Land oder welche Sprache Backlinks gesucht werden. In Deutschland ist Xing sicher eine gute Anlaufstelle, um andere Linkbuilder zu treffen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Aber auch ein Blick auf Facebook und Twitter kann nicht schaden und unter Umständen sogar wertvolle Kontakte bescheren. Man sollte sich auch hier Zeit nehmen und auf die andere Person eingehen. Ist auf Xing ersichtlich, dass Person X unter „Ich biete“ in seinem Profil „Linktausch“ aufführt und diese Person bei einem Reiseportal arbeitet, dann ist es möglich, eine eigene Themenseite zum Thema „Reisen“ als gezieltes Linktausch-Angebot anzubieten. Je gezielter das Vorgehen ist, desto vielversprechender und effizienter sind die eigenen Linktausch-Bemühungen.

Die Konkurrenz

Natürlich geht keiner der eigenen Konkurrenten auf einen Linktausch ein – das wäre ja auch zu leicht. Doch lohnt es sich, zumindest deren Backlinks nach interessanten und themenrelevanten Linkquellen zu durchforsten und dann gezielt auf die jeweiligen Webseitenbetreiber zuzugehen. Dass sich unter den angeschriebenen Webmastern auch Partner der Konkurrenz befinden, die wahrscheinlich nicht gewillt sind, einen Link herzugeben, oder es sich schlicht um Satellitenseiten der Konkurrenz handelt, muss berücksichtigt werden. Einen Versuch ist es dennoch wert. Daher gilt auch oder gerade hier für die Kontaktanbahnung, dass auf standardisierte Texte und Massenmails verzichtet wird und der Fokus auf einer seriösen, persönlichen Ansprache liegt.

3. Links tauschen

Welche Kriterien ein guter Link bzw. eine Seite, von der der Link kommt, erfüllen muss, ist unter SEOs und Linkbuildern hinlänglich bekannt und soll hier nicht weiter besprochen werden. Vielmehr soll gezeigt werden, was es zu beachten gilt und was tunlichst zu vermeiden ist.

Grundsätzlich muss jedem, der Links tauscht oder erwägt, welche zu tauschen, klar sein, dass er nur das bekommt, was er selbst zu bieten hat. Wer bspw. nur einen Link unter „Empfehlungen“ neben einigen anderen Links auf einem Free-Blog anbietet, der wird im Gegenzug höchstwahrscheinlich auch nur einen entsprechend minderwertigen Link angeboten bekommen. Auch wird der Kontakt nicht all seine Trümpfe preisgeben, wenn für ihn nichts Ansprechendes in Aussicht steht.

Nichtsdestotrotz herrscht nicht bei jedem Tausch ein absolutes Gleichgewicht. Man sollte daher das Tauschangebot immer genau prüfen und schauen, ob sich der Tausch wirklich lohnt, wenn das eigene Angebot höherwertig erscheint. Geeignete Stellschrauben sind die Anzahl der Links, die gesetzt werden (z.B. 1 gegen 2), eine bessere interne Verlinkung des Contents, auf dem der Link erscheint oder direkt ein Link auf der Startseite.

Unter welchen Bedingungen ein Tausch abzulehnen ist:

  1. die angebotene Domain, Seite, Unterseite befindet sich nicht im Index (frisch, irrelevant o. abgestraft)
  2. es besteht ein krasses Missverhältnis zwischen den Tauschobjekten (z.B. Contentlink auf Startseite mit PR5 gegen Footerlink auf Free-Blog mit PR0)

Beim Linkbuilding und auch beim Linktausch wird der PageRank häufig noch als Bewertungskriterium verwendet. Wer sich nicht auf diesen verlassen will, der kann auch Sichtbarkeitswerte zur Bewertung und zum Vergleich heranziehen.

Von Linkfarmen, Linksammlungen und Linklisten sollte man beim Tausch generell die Finger lassen. Auch Angebote für Links in Footern neben dutzenden anderen Links oder Site-Wide-Links in einem Menü oder ähnlichem sollte man dankend ablehnen und den Linktauschpartner nach Alternativen fragen.

4. Linktausch dokumentieren und kontrollieren

Schon während der Kontaktanbahnung und auch nach erfolgtem Tausch ist es wichtig, dass man weiß:

  • wen man kontaktiert hat,
  • mit wem man getauscht hat,
  • welche Seiten und Themen derjenige sucht und anbieten kann.

Nur wenn alle Fragen beantworten sind, ist man mittel- bis langfristig in der Lage, seriös und effektiv zu arbeiten und alle sich bietenden Chancen für einen erfolgreichen Linktausch zu nutzen. Eine Dokumentation der Informationen zu den gewonnenen Kontakten ist daher sehr wichtig und nicht zu vernachlässigen.

Neben Fakten zum Tauschpartner sind natürlich die Informationen zum Tausch selbst von zentraler Bedeutung. Man sollte daher wissen:

  • welche Links man wann und auf welchen eigenen Seiten gesetzt hat,
  • welche Links man wann und auf welchen fremden Seiten bekommen hat.

Zusätzlich ist es nach erfolgtem Tausch wichtig zu wissen, ob alle erhaltenen Links noch aktiv sind. Für die gesamte Dokumentation und Kontrolle der eigenen Linktausch-Aktivitäten gibt es Tools, die helfen, den manuellen Aufwand möglichst gering zu halten.

Über mich

Mein Name ist Gerrit van Look und ich bin SEO-Consultant bei der dmc 030 GmbH, einer Tochtergesellschaft der dmc digital media center GmbH aus Stuttgart. Wenn ich nicht gerade arbeite, dann twitter ich zu SEO- und Online-Themen oder blogge (ab demnächst) zusammen mit meinen Kollegen unter kawumba.de.

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, den 25. Mai 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
9 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Alex sagt:

    guter Beitrag, vor allem der 4.Pkt: dokumentieren und kontrollieren, uns sind schon öfter Links abhanden gekommen (muss nicht immer mutwillig sein).
    Wo ich die Meinung nicht teilen kann ist bei der Konkurrenz: auch die Konkurrenz tauscht untereinander, man sollte sich da nicht täuschen lassen!!
    Beste Grüße
    Alex

  • Jan sagt:

    Dank für die guten Tipps. Als junges Unternehmen muss man sich ja doch mit solchen Themen auseinandersetzen.

  • @Gerrit du schreibst darüber das es Tools gibt, die den Aufwand reduzieren. Könntest du vielleicht in den nächsten oder übernächsten Artikel das ein oder andere Tool hierzu vorstellen? Vielleicht ist sogar ein Tool dabei, was ich noch nicht kenne. xD

    Dies ist für mich wahrscheinlich am interessantesten. Ich glaube dies geht den ein oder anderen hier im Blog genauso. Auf jeden Fall ein echt schöner Beitrag der die Grundkenntnisse des SEO auf einen Nenner bringt.

    • Anton sagt:

      @Nico Schubert: Für die Dokumentation und Kontrolle von Links würde ich mal nach „linkbird“ googeln, und für das Finden von themenrelevanten Blogs nach „Fast Blog Finder“. Tools können getestet werden, sind aber nicht kostenlos. Anschaffung beider Tools lohnt sich bei hohem Linkbuilding-Aufkommen.

  • Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 21 | SEO Trainee - Ab hier geht´s nach oben sagt:

    […] und loslegen! Ein weiteres freudiges Ereignis für uns war der interessante Gastartikel zum Thema Linktausch von Gerrit van Look, den wir diese Woche veröffentlicht […]

  • Andreas sagt:

    Nette Erklärung, für Neulinge gut nachvollziehbar. Aber wer tauscht noch mit Freeblogs 😉

  • Alessandro sagt:

    Linktausch ist in letzter Zeit besonders mühsam … Was man ständig an Tauschangeboten für Schott Seiten bekommt, legt denn keiener mehr Wert auf Qualität -.-

    Wer Interessa an Linktausch-Partnerschaft hat, der kann sich bei mir melden, unser Blog-Netzwerk umfasst bereits 100+ Themengebiete.

  • smarte sagt:

    Ja das ist verdammt schwer mit dem Linktausch, vorallem wenn man themenrelevante sucht und benötigt.
    Dann kommt noch hinzu das es wirklich sehr lange dauert.

  • Andreas sagt:

    Linktausch ist nicht mehr einfach, ich hoffe das diese Tipps mir dabei helfen, danke dafür.

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