Google Disavow Tool – fünf Fakten | SEO-Trainee.de

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Fünf Fakten zum Google Disavow Tool

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Fünf Fakten zum Google Disavow Tool
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Wer negative, ungültige oder schädliche Links melden möchte, die auf die eigene Website verweisen, kann das mit einigen einfachen Schritten mithilfe des Google Disavow Tools tun. Wir verraten euch wichtige Fakten und Tipps über dieses Werkzeug und zeigen, was ihr unbedingt beachten solltet.

Was ist das Disavow Tool?

Das Google Disavow Tool ist ein von Google in den Webmaster Tools bereitgestellter Dienst. Das Tool ermöglicht es Webmastern, schädliche Links zu melden und somit für ungültig zu erklären.

schädliche links

Schlechte Links können tödlich sein!

Links stellen für Suchmaschinen wie Google und Co. einen Hinweis auf die Relevanz von Websites dar und werden als Empfehlungen für die verlinkte Seite gewertet. Dabei ist dies jedoch nur einer von vielen – bei Google sogar über 200 – Faktoren für die Relevanz und das Ranking in den Suchergebnissen.

Google versucht nach eigenen Angaben immer zu gewährleisten, dass sich Aktionen von Dritten nicht negativ auf die Website auswirken können. In den meisten Fällen gelingt dies auch sehr gut, aber eben nicht immer. Verlinkungen könnten sich dann negativ auswirken, wenn sie gegen die Richtlinien von Google verstoßen. Zeigen schädliche Verlinkungen auf eure Seite, müsst ihr aktiv werden.

Wie benutze ich das Disavow Tool?

Sind potenziell schädliche Links identifiziert, die auf die eigene Website zeigen, oder liegt sogar eine Abstrafung vor, muss man schnell handeln.

Ist eure Seite von einer manuellen Maßnahme betroffen oder habt ihr bei einem Backlink Screening potenziell schädliche Links entdeckt, schaut euch als erstes das Backlinkprofil der Seite sehr genau an. Ob ihr von einer manuellen Maßnahme betroffen seid, könnt ihr in den Webmaster Tools sehen.

Manuelle Maßnahme in den Google Webmaster Tools

Manuelle Maßnahme erkennen

Versucht, so viele schädliche Links wie möglich löschen zu lassen. Erst wenn bei einzelnen Seiten keine Löschung zu erreichen ist, weil sich der Webmaster weigert oder nicht reagiert, ist das Google Disavow Tool das richtige Mittel.

Google Webmaster Tools Links ungültig erklären

Das Google Disavow Tool

Damit nicht löschbare Links zur eigenen Seite für ungültig erklärt werden können, erstellt man zunächst eine Datei, die die URLs der potenziell schädlichen Links enthält. Diese Datei wird anschließend im Google Disavow Tool hochgeladen.

Wenn eure Seite bereits von einer manuellen Maßnahme betroffen ist und ihr schädliche Links gelöscht oder – wenn das Löschen nicht möglich war – im Disavow Tool für ungültig erklärt habt, ist der nächste Schritt, einen sogenannten Reconsideration Request zu stellen. Dabei muss man die vorher beschriebenen Schritte durchgeführt haben, damit der Antrag eine Chance hat. Denn allein in Deutschland werden 1.500 Anträge auf erneute Überprüfung im Monat gestellt. Der Erfolg eures Antrags hängt also unmittelbar von der Qualität ab.

Damit euer Antrag möglichst schnell erfolgreich ist, ist es also wichtig, dass ihr

1. die schädlichen Links identifiziert,

2. versucht, diese zu entfernen und

3. im Notfall auf das Disavow Tool zurückgreift.

Deshalb findet ihr hier noch einige wichtige Fakten, die ihr bei der Benutzung des Disavow Files kennen solltet.

Fakt 1 – Disavow Links sind weiterhin in den Webmaster Tools sichtbar

Vielleicht habt ihr mithilfe des Tools schon unerwünschteLinks-die-auf-die-eigene-Webseite-zeigen-Google-Webmaster-Tools Links gemeldet, aber euch gewundert, dass ihr sie immer noch in den Webmaster Tools unter „Links zu Ihrer Website“ seht. Das ist kein Problem, sondern ganz normal.

Wenn ein Link mit dem Tool als unerwünscht gekennzeichnet wird, fügt Google dem Link beim nächsten Crawl ein unsichtbares Nofollow-Tag hinzu. Zu diesem Prozess gibt es keinen extern sichtbaren Nachweis, eure bearbeiteten Links werden weiterhin in den Webmaster Tools aufgeführt.

Fakt 2 – Beachte die Größenbegrenzung bei den Disavow Files

Die Disavow-Datei von Google hat eine Größenbegrenzung von zwei Megabyte. Das ist allerdings immer noch groß genug und sollte Platz für umgerechnet 1.000 DIN-A4-Seiten voller Text geben. Im Normalfall sollte das ausreichen, um genügend Links in das Tool einzutragen.

Fakt 3 – Das  Webspam-Team liest keine Kommentare in eurem Disavow File

In eurem Disavow File habt ihr die Möglichkeit, Notizen und Kommentare einzufügen. Diese haben aber keinerlei Auswirkungen auf eure Datei und sind auch nicht als Kommunikationsmedium für das Google-Team gedacht. Dieser Platz ist rein für eure eigenen Notizen und Anmerkungen gemacht.

Der gesamte Disavow-Prozess ist automatisiert und kann nicht über manuell eingefügte Tags und Befehle beeinflusst werden. Der Kommentarplatz lohnt sich allerdings gut dafür, um z.B. Anmerkungen zu schreiben, um später besser den Überblick zu behalten.

Beispiel-für-ein-Disavow-File-mit-Kommentaren

Fakt 4 – Disavowed Links können wieder reaktiviert werden

Wer einmal einen unerwünschten Link entwertet (disavowed) hat, braucht keine Angst zu haben, dass diese Verlinkung für immer verloren gegangen ist. Jeder bearbeitete Link kann auch wieder freigegeben (reavowed) werden.roter Pfeil runter, grüner Pfeil hoch

Dazu müsst ihr ihn nur aus dem Disavow File entfernen und dieses danach neu hochladen. Beim nächsten Crawl wird Google ihn wieder automatisch aufnehmen und berücksichtigen.

Ihr solltet euch aber absolut sicher sein, wenn ihr einen Link von der Disavow-Liste entfernt. Wenn ihr das tut und Google diesen „neuen, alten Link“ als ungeeignet, schlecht oder irrelevant einstuft, kann sich das negativ auf eure Website auswirken.

Google nimmt die freigegebenen Links wieder wie einen herkömmlichen neuen Link an, untersucht ihn und stuft ihn entsprechend ein. Falls es eine negative Seite ist, die z.B. viel Spam enthält, fließt das auch wieder entsprechend in die Analyse für das Ranking mit ein.

Fakt 5 – Das Disavow Tool wird nicht gegen die gemeldeten Seiten eingesetzt

Auch wenn sicherlich zahlreiche aus Sicht von Google schwache, irrelevante und fragwürdige Seiten mit dem Disavow Tool dokumentiert und unterdrückt werden, wird dieses Programm nicht als Reporting Tool für Massen-Spam eingesetzt.

Laut Google werden die Daten aus dem Tool nicht ausgewertet, um damit Konsequenzen gegen bestimmte Websites zu ergreifen bzw. um diese im Ranking zu verschlechtern. Damit soll u.a. ein Missbrauch verhindert werden.

Außerdem lässt sich Spam längst nicht mehr einseitig spezifizieren. Auf vielen erfolgreichen und seriösen Websites folgen z.B. auf relevante Postings Spam-Kommentare, wodurch die Seite selbst aber noch lange keine qualitativ schlechte Seite ist. Um folglich falsche Beurteilungen und Missbrauch auszuschließen, hat sich Google zu dieser Vorgehensweise entschlossen.

Fazit – Vorsicht im Umgang mit dem Disavow Tool

mülleimer

Vorsicht: Nicht zu viele Links ins Disavow Tool!

Das Google Disavow Tool ist ein fortgeschrittenes Instrument für Webmaster und sollte entsprechend mit Bedacht eingesetzt werden. Google selbst hat keinen direkten Link aus den Webmaster Tools auf dieses Programm gesetzt, um nicht zum unüberlegten und vorschnellen Einsatz zu animieren, gerade bei Anfängern.

Es ist also sehr wichtig, sich vorab umfassend zu informieren, um den bestmöglichen Effekt mit diesem Werkzeug für eure Website zu erreichen. Vor dem Einsatz des Google Disavow Tools solltet ihr in jedem Fall versuchen, die unerwünschten Verlinkungen selbstständig zu entfernen.

Über die Autorin

Vera ScheueringVera Scheuering arbeitet im Team von OnPage.org – innovative Tools für bessere Webseiten – in den Bereichen Online Marketing und Online Redaktion. OnPage.org bietet eine Software für das Qualitätsmanagement und die Optimierung von Webseiten an. Vera Scheuering beschäftigt sich dort mit aktuellen Themen rund um E-Commerce und schreibt regelmäßig für Fachportale.

 

 

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Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 05. August 2014 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
12 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • andre sagt:

    Hallo Vera,

    guter Artikel, sowas ist immer mal wieder sehr hilfreich. Vor allem wenn man neu in der Branche ist, helfen solche Artikel ungemein. Ich hatte bei den ersten Disavow-Versuchen auch so meine Befürchtungen viel kaputt zu machen.

    Vor allem das man die Links anschließend noch im WMT ohne entsprechende Kennzeichnung sehen konnte hat mir große Sorgen bereitet 😀

    lg

  • Dolver sagt:

    Hallo,

    handelt es sich hier um eigene Tests oder bezieht man sich nur auf die Aussagen von Google?

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  • Bastian sagt:

    Hat das Tool eigentlich schon mal jemand erfolgreich zur Reaktivierung bei manuellen Maßnahmen eingesetzt? Ich habe selbst mal alle(!) meine angezeigten Backlinks per Tool heraus genommen und trotzdem den Hinweis erhalten, das meine Linkstruktur zu spammy wäre :/

  • Werner sagt:

    Danke für den Beitrag.
    Nutzen sollte man es schon bei vereinzelten Links, aber wenn man gegen ein Großspamfeuer ankämpfen sollte dauert es doch Jahre eher man seinen Blog wieder sauber hat, oder?

  • Jan sagt:

    Ich würde mir auch nicht die Mühe mit dem Tool machen. Lieber ordentlich die Spammy Links manuell entfernen, sofern das geht und parallel neue Trustlinks aufbauen. Wenn das alles nix bringt ist das Projekt halt tot.

  • Andre sagt:

    Naja, leider funktioniert zu 75% die Kontaktaufnahme mit den Seitenbetreiber nicht. Zumindestens bei den Linkmöglichkeiten, die zu damaligen Zeiten ein porobates Mittel zur „Optimierung“ eines Projektes waren 😉 Daher hat das Disavow-Tool schon eine gewisse Berechtigung.

  • Udo sagt:

    Das Tool ist die letzte Rettung wenn die eigene Website von Mitbewerbern mit Spam Links beschossen wird. Die kann man nämlich nicht selbst wieder abbauen.

  • Kai sagt:

    Danke für den Artikel! Interessantes Tool, bisher zum Glück noch nicht in der Situation gewesen, wo ich es gebraucht hätte. Aber beruhigend zu wissen, dass es da was gibt!

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