Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 44 | SEO-Trainee

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Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 44

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Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 44
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„Wie viele Staubsauger gibt es in den USA?“ Diese Frage erwartet man wohl eher nicht in einem Vorstellungsgespräch. Wer bei Facebook anfangen will, sollte sich aber auf solche Fragen gefasst machen! Bei uns bekommt ihr keine Fragen gestellt, sondern erhaltet Antworten – und zwar darauf, was in der KW 44 Wichtiges in der SEO- und Online-Marketing-Welt geschehen ist! Neben Google RankBrain haben wir viele spannende Nachrichten und hilfreiche Tipps für euch!

Googles neues Gehirn: Künstliche Intelligenz in den Suchergebnissen durch RankBrain

Unser Buzzword der Woche ist ganz klar: RankBrain. Damit bestätigte Google in dieser Woche den Gebrauch künstlicher Intelligenz für die Generierung eines Teils seiner Suchergebnisse. Eigentlich wenig überraschend, denn RankBrain repräsentiert ein Ergebnis jahrelanger Forschung, die Google in die Entwicklung maschinellen Lernens investiert. Denn darum geht es bei RankBrain: Die Suchmaschine bringt sich selbst bei, wie sie auf bestimmte Suchanfragen reagieren soll, und wird dabei nicht von Menschen unterstützt. Googles künstliche Intelligenz kommt vor allem bei den Suchanfragen zum Einsatz, denen Google zum ersten Mal begegnetund das sind immerhin 15 % der Gesamtsuchanfragen.

google-rankbrain

© searchengineland.com

Erhält die Suchmaske eine Anfrage zum ersten Mal, die sie nicht sofort beantworten kann, wird diese Anfrage an RankBrain weitergeleitet und dort ausgewertet. Dies geschieht mithilfe von mathematischen Vektor-Dimensionen, die die einzelnen Entitäten einer Suchanfrage widerspiegeln sollen. In einem Patent des vergangenen Augusts werden Prozesse wie dieser beschrieben.

Viel überraschender als die Tatsache, dass Google künstliche Intelligenz zur Auswertung von Suchanfragen nutzt, ist hingegen die Bedeutung, die RankBrain unter den Ranking-Faktoren zugeschrieben wird. Als Teil des gesamten Google-Ranking-Algorithmus Hummingbird wird „ein sehr großer Anteil“ der Millionen von täglichen Suchanfragen durch RankBrain beantwortet, wie bloomberg.com berichtet, die sich auf Aussagen von Greg Corrado beziehen, Senior Scientist bei Google. Ein so großer Anteil, dass RankBrain schon nach wenigen Monaten Einsatzzeit als drittstärkstes Signal bei der Suchanfragen-Auswertung genutzt wird.

Nicht erst seit Panda und Penguin wissen wir, dass Googles Algorithmen schnell lernen und sich stetig weiterentwickeln. SEO-Experten gehen sogar soweit und sprechen von zukünftigen Suchmaschinen, deren Algorithmen eine Eigendynamik entwickeln und nicht mal dem engsten Kern der Entwickler vollständig bekannt sind. Mit RankBrain werden diese Diskussionen neu entfacht. Einige Meinungen dazu finden wir auf thesempost.com. Wer jetzt verwirrt ist und wem zwischen RankBrain und künstlicher Intelligenz auch noch der gute alte PageRank im Kopf herumschwirrt, der findet eine übersichtliche Aufklärung bei searchengineland.com. Martin Mißfeldt macht RankBrain außerdem verantwortlich für das Phantom Update im Mai.

„Kein Traffic, kein Umsatz“?? Das reicht nicht so ganz…

Mit einem immer noch hartnäckigen SEO-Mythos räumt in dieser Woche Marcel Schrepel auf seinem Blog auf. Er stellt klar, dass der Kern hinter der Aussage „Kein Traffic, kein Umsatz“ nicht als Erfolsgarant für eine konvertierende Website angesehen werden sollte. Denn dazu gehört mehr.

Natürlich sei es der Logik geschuldet, dass es ohne Traffic keinen Umsatz in Form von Conversion geben kann, denn wer keine Besucher hat, hat normalerweise auch keine Käufer. Jedoch ist Traffic ein rein quantitativer Wert, der lediglich angibt, wie viele Besucher auf eine Website kommen. Hoher Traffic bringt nur dann etwas, wenn die Conversion auch wirklich stattfindet. Conversions können sich je nach Art der Website in Reichweite (z.B. bei News-Portalen), direkten Käufen (z.B. bei Online Shops) oder in Kontaktentwicklungen (z.B. bei Dienstleistungen) widerspiegeln. Bei letzteren beiden wird sofort klar, dass der Traffic auf einer Website allein nicht ausreicht, um dieses Conversion-Ziel zu erreichen.

qualifizierter-vs-unqualifizierter-trafficDer Autor unterscheidet hierbei zwischen qualifiziertem und unqualifiziertem Traffic. Der Traffic von Website A, bei der von 1000 Besuchern 100 konvertieren, ist sehr viel qualifizierter als der von Website B, bei der von 10.000 Besuchern nur 100 konvertieren. Letztere hat zwar mehr Traffic, der aber letztendlich nicht den Umsatz steigert. Gründe dafür können SEO-Aspekte beinhalten, wenn die Besucher durch eine Suchanfrage auf die Website geführt werden und schlichtweg nicht das vorfinden, was sie nach ihrer Suchanfrage erwarten. Es kann aber auch an einem schlechten Angebot oder zu komplizierten Vorgängen auf einer Website liegen, die den Besucher vom Konvertieren abhalten. Ein großer Teil des unqualifizierten Traffics wird außerdem von Bots verursacht. Sicher ist jedoch, dass eine Menge unqualifizierter Traffic die Bounce Rate steigen und die Verweildauer sinken lässt. So können Sichtbarkeitsverluste aufgrund von Traffic entstehen, der einem eigentlich nichts bringt.

Zum Schluss ruft der Autor noch einmal dazu auf, so genannten Dienstleistern nicht alles zu glauben, wenn diese sagen, man müsste sich für mehr Traffic in den Suchmaschinen anmelden. Außerdem gibt es noch einmal ein übersichtliches Fazit. Wer seine Conversion optimieren möchte und sich dazu den One Page Checkout genauer anschauen möchte, sollte in den Artikel von konversionkraft.de reinschauen.

Facebook will Google mit neuen Suchfunktionen Konkurrenz machen

Immer wieder versucht die Konkurrenz, Google als Marktführer in den Suchmaschinen auszustechen.  Zuletzt war es Apple, wo man den Suchmaschinengigant aus seinen mobilen Suchergebnissen raushalten möchte, jetzt geht Facebook in die nächste Runde und bietet mit der neuen Suchfunktion viele nützliche und bisher noch nicht da gewesene Features. Dabei nutzt Facebook seinen großen Vorteil und setzt auch weiterhin alles auf die Personalisierung der Suchergebnisse. Neu in der Suche sind die noch besseren Vorschläge durch Autocomplete, wenn Anfragen in die Suchmaske eingegeben werden, und eine größere Auswahl an Quellen, wenn man nach beliebten Themen oder aktuellen Diskussionen sucht. So soll das Ganze aussehen:

neue-Facebook-suche

© thomashutter.com

Als Basis hat Facebook ungefähr 2 Billionen Posts in seinem Index. Am interessantesten ist wohl aber, dass Facebook ab sofort nach Posts durchsucht werden kann. Sowohl Posts von Freunden als auch öffentliche Posts werden mit in die Suchergebnisse aufgenommen, wobei Facebook eine Relevanzkalkulation für die gestellte Suchanfrage vornimmt. Das ist vor allem für Unternehmen spannend, deren öffentliche Posts den genauen Wortlaut der Suchanfrage enthalten müssen. Aber auch die Interaktion spielt für das Auftauchen der Posts eine Rolle: Je mehr Likes, Shares und Klicks auf den Post, umso besser. Dass die Facebook-Suche aber genauso wenig vor BlackHat-SEO-Maßnahmen geschützt ist wie Googles Suche, stell Björn Tantau fest.

facebookNeben den persönlichen Eigenschaften der Suchergebnisse punktet Facebook gegenüber Google auch bei der Aktualität derselben. Seo-suedwest.de vermutet, dass man bei emotional und durch Aktualität angetriebene Suchanfragen eher bei Facebook suchen würde und Google bei wissenschaftlich-informativen Suchanfragen zu Rate zieht. Facebook könnte aber auch in diesem Feld Boden gut machen, wie Facebook Instant Articles zeigt.

Wie so oft wird die neue Suchfunktion zunächst nur in den USA verfügbar sein. Ob und wann sie auch in Deutschland genutzt werden kann, lässt Facebook nicht durchblicken. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie es anders als die Graph Search aus dem Jahr 2013 bis zu uns schafft. Wer die neue Facebook-Suche aber schon einmal testen möchte, kann sein Netzwerk auf US-Englisch umstellen und die Suche dort nutzen.

Special Interest: SEO- und Weiterleitungen-Guide

Tobias Schwarz stellt uns in dieser Woche auf audisto.com einen umfangreichen Guide zusammen, der alles erklärt, was man zu Weiterleitungen aus SEO-Sicht beachten muss. Dabei wird in einzelnen Kapiteln erläutert, welche Arten von Weiterleitungen existieren, wie man sie implementiert und wann welche Weiterleitung zum Einsatz kommen sollte. Zum Schluss gibt er auch Beispiele für beliebte Fehler mit Redirects, die ihr natürlich nicht machen sollt. Super Artikel!

Vermischtes

  • Unternehmen im Online Marketing: In seinem neuen Blogpost stell Karl Kratz (mal wieder) spannende Learnings aus seiner Arbeit im Online Marketing für uns zusammen. Dabei beobachtet er vor allem zwei Spezies von Unternehmen, die sich als eher „smart“ oder eher „kreativ“ herausstellen lassen, wenn es um ihre Einstellung zum Online Marketing an sich geht. Typische Merkmale und wie sie sich angesichts bestimmter Online-Herausforderungen verhalten, sind besonders für Online-Marketing-Agenturen oder vergleichbare Dienstleister interessant. Sehr empfehlenswert!
  • Neues WP-Plugin Bananacontent: Bei diesem Namen wird man doch neugierig! Mit dem Bananacontent-Plugin kommt neben den bekannten SEO Plugins wie Yoast oder wpSEO ein weiteres starkes Plugin für die suchmaschinenoptimierte Erstellung von Inhalten in WordPress auf den Markt. Dazu gibt es in vier Schritten Hilfestellungen bei der Recherche, der Content-Optimierung, zu Promotionsmöglichkeiten und zum Ranktracking. Das Plugin ist zwar nicht kostenlos und nur in Kombination mit anderen SEO Plugins nützlich, aber laut brogprojekt.de sein Geld wert.

    bananacontent-seo-optimierung

    Ausschnitt aus Bananacontent © blogprojekt.de

  • Drei Textkonzepte zur Conversion: Dass die Conversion nicht nur vom Traffic abhängt, haben wir schon weiter oben gelesen. Auch die Inhalte spielen eine wichtige Rolle, ob ein Besucher zum Käufer wird oder nicht. Eric Kubitz hat dazu einen Gastartikel auf onpage.org veröffentlicht, der drei Textkonzepte vorstellt, die die Conversion verbessern sollen. Dabei geht es vor allem darum, User mit emotional fesselnden Formulierungen zu „hypnotisieren“, den Wissensdurst der User zu stillen und dem Leser Vertrauen zu geben.
  • Happy Birthday GoogleAdwords: Googles Werbeprogramm wird in dieser Woche ganze 15 Jahre alt! Hatte man sich in den Anfängen noch ganz auf die Weiterentwicklung der Technologien konzentriert, startete Google im Jahr 2000 die Möglichkeit für Unternehmen, gegen Bezahlung direkt in den Suchergebnissen zu erscheinen. Allerdings wird bis heute noch immer gekennzeichnet, bei welchen Ergebnisse es sich um bezahlte handelt. Hier ein paar witzige Facts zu AdWords in einer schicken Infografik von frauwenk.de:

15-jahre-adwords-infografik

  • Adcade Epoch HTML5-Editor: Weil Flash nicht mehr so funktioniert wie früher und sich auch Banner-Entwickler neue Alternativen überlegen müssen, wird HTML5 immer mehr zum Thema. Mit Adcade Epoch Editor kommt ein neues Tool auf den Markt, das die Erstellung von HTML5-Inhalten stark vereinfachen soll. Wie und für welche Inhalte das möglich wird, lest ihr hier nach.
  • Baldiges Penguin Update: Auch wenn RankBrain das Highlight dieser Woche war, gibt es noch andere wichtige Google-Algorithmen. Das letzte Penguin Update ist schon eine Weile her, deswegen fragten ungeduldige SEOs einfach mal bei Google nach dem nächsten Rollout des Updates und erhielten eine klare Antwort von Gary Illyes:

  • Netzneutralität abgelehnt: Am Dienstag wurde in Straßburg über die Zukunft von Roaming und Netzneutralität in Europa entschieden. Bei Letzterem geht es um einheitliche Datenübertragungen, dessen Ende mit dem Beschluss besiegelt ist. Kritiker dieser Entscheidung sehen viele Schlupflöcher im verabschiedeten Entwurf. Mehr dazu gibt es hier.
  • Sneaky Redirects abstrafbar: Google hat etwas gegen Weiterleitungen, die mit dem Original-Inhalt nichts zu tun haben und will diese „Sneaky Redirects“ abstrafen. Dies betrifft vor allem Redirects auf mobile Seiten, wenn man z.B für die mobile Version einer Website eine eigene Domain eingerichtet hat. Die Weiterleitungen sind so lange unproblematisch, wie sich die Inhalte der verschiedenen URLs größtenteils decken. Wenn nicht, rückt Google dagegen vor.
  • Impulsvortrag von Michaela Smiley: Wer heute Abend noch nichts vorhat und in Hamburg unterwegs ist, sollte einen Abstecher ins Quartier machen. Dort hält Michaela Smiley einen Impulsvortrag zum Thema Datensicherheit. Sie ist Head of Relationship Marketing bei Mozilla und Speakerin für den Digital Media Women e.V. Im Anschluss ist Netzwerken angesagt. Also, nicht verpassen!

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Jetzt dürften aber wirklich alle Fragen geklärt sein! Mit viel neuem Wissen entlassen wir euch (später) ins Wochenende und wünschen viel Spaß beim Halloween-Gruseln,

Sandra und die SEO Trainees

SEO Trainee
Das Ziel des optimalen Ergebnisses vor Augen, kreativ und innovativ – SEO und ich haben eigentlich viel gemeinsam. Auch wenn ich noch blutige Anfängerin bin, freue ich mich auf neue Herausforderungen in der Welt der Keywords, Usability und OnPage-Optimierung. Von der oft trockenen Theorie heißt es jetzt ab in die Praxis und ins dynamische Feld der SEO, wo ich meine Liebe zum Schreiben einbringen möchte – vor allem hier im Blog!
Dieser Artikel wurde am Freitag, den 30. Oktober 2015 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
9 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Daniel sagt:

    Schon erstaunlich wie viel in einer Woche passiern kann. Aber dafür sind diese Blogs gemacht, um einen zu informieren und auf dem neuesten Stand zu halten.
    Sehr guter Blog. Lese ich immer wieder gerne.

  • Diana sagt:

    Auch von meiner Seite einen lieben Dank für diese hilfreiche Übersicht. Die Woche kurz und knapp zusammengefasst – ich spare damit immer viel Zeit. Themen, die man weiter vertiefen möchte kann man dann ja noch einmal an anderer Stelle extra nachlesen.

  • Sabrina sagt:

    Super Übersicht über die Woche.
    Was einen alles bei FB gefragt werden kann finde ich schon Hammer. Bei einigen Fragen könnte ich nur mit den Axeln zucken 🙂

  • Marc sagt:

    Vor dem Rankbrain sollte man aber Angst bekommen, vor allem wenn es heisst „deren Algorithmen eine Eigendynamik entwickeln und nicht mal dem engsten Kern der Entwickler vollständig bekannt sind“.
    Klar wird der Faktor Mensch immer gerne als Gefahrenquelle Nummer 1 angesheen. Was aber wenn nachher kein Mensch mehr weiss was die Maschine tut ?
    Ich bin da sehr skeptisch…

    • Hallo Marc! Mit dieser Meinung stehst du nicht alleine da, auch viele Experten finden es bedenklich, wenn der Mensch irgendwann nicht mehr weiß, wie die Maschine funktioniert, die er programmiert hat… Andererseits natürlich total spannend zu beobachten, wie sich die Suchmaschinen entwickeln! Es bleibt so oder so spannend! Viele Grüße!

  • Alex sagt:

    Schöne und ausführliche Übersicht der Woche, bin gespannt ob es die FB Suche tatsächlich mal bis zu uns schaffen wird 😉

    LG,

    Alex

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