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Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 26

Was hat die Online-Welt in dieser Woche am meisten beschäftigt? Matt Cutts, Webspam-Chef von Google, hat via Twitter ein mehrwöchiges Update des Suchalgorithmus‘ bestätigt. Außerdem geht’s heute um mobile Websites und um die deutlichere Kennzeichnung von Werbung in den Suchergebnisseiten. Haltet euch auf dem Laufenden, bevor ihr ins Wochenende startet!

Mehrwöchiges Algorithmus-Update bei Google

Bei Google ist mal wieder einiges los. Wie diese Woche auf t3n zu lesen war, hat Matt Cutts ein mehrwöchiges Update des Suchalgorithmus‘ bestätigt. Hintergrund: Es waren mehrere Beschwerden über eine Website eingegangen, die in einem hart umkämpften Bereich sehr gut rankte, obwohl sie ganz offensichtlich massives Linkbuilding betrieben hatte. Innerhalb eines Tages konnte die Website 28.000 (!) neue Links von 1.000 Domains verzeichnen. Auf den Hinweis eines Users bei Twitter antwortete Matt Cutts, dass Google dabei ist, ein mehrwöchiges Update bis in die Woche nach dem 4. Juli auszurollen.

Tweet Matt Cutts

Noch ist unklar, welche Auswirkungen das Update haben wird und welche Seiten am meisten betroffen sind. Es wird vermutet, dass es sich vor allem gegen spammige Websites richtet. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Sollte sich die Vermutung bewahrheiten, können wir uns in den nächsten Wochen auf starke Schwankungen in den SERPs einstellen. Wir dürfen gespannt sein! In den USA sind bereits jetzt auffällige Veränderungen in den SERPs zu erkennen, wie in einem Artikel auf Moz berichtet wird.

Mobile SEO – Nachholbedarf bei vielen Firmen

Quelle: seocosmo.com
Quelle: seocosmo.com

Bereits vor zwei Wochen haben wir in unserem Wochenrückblick berichtet, dass Google schlechte mobile Websites in Zukunft mit einem Ranking-Verlust bestrafen wird. Im Rahmen der SMX Advanced in Seattle hat Matt Cutts bestätigt, dass Webmaster nutzerfreundliche mobile Websites für Smartphone-Nutzer anbieten sollten, um das Risiko eines Ranking-Verlustes zu vermeiden.

Eine Untersuchung der Mobile-Marketing-Agentur Pure Oxygen Labs hat jetzt ergeben, dass bei zahlreichen Unternehmen noch Nachholbedarf besteht. Die Agentur hat 100 einflussreiche Firmen auf ihren mobilen Webauftritt hin untersucht. Das Ergebnis: Nur 6 % der Firmen erfüllen Googles Anforderungen an mobile Websites. Außerdem fand die Studie heraus, dass

  • lediglich 11 % Techniken des Responsive Webdesigns nutzen, um eine nutzerfreundliche mobile Version der Website zur Verfügung zu stellen.
  • nur 56 % dem User für Smartphones formatierte Inhalte zur Verfügung stellen.

Das Thema Mobile scheinen viele Webmaster noch nicht ausreichend auf dem Zettel zu haben. Spätestens die ersten Rankingverluste dürften allerdings zu einem Umdenken führen.

Werbung muss von Suchmaschinen besser kenntlich gemacht werden

In den SERPs ist der Unterschied zwischen bezahlten Anzeigen und organischen Suchergebnissen manchmal auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu erkennen. Die US-amerikanische Federal Trade Commission greift jetzt ein und fordert Google, Microsoft, Yahoo und 21 weitere Internet-Firmen auf, Online-Werbung künftig besser zu kennzeichnen.

Dieser Schritt wird deshalb als notwendig erachtet, weil immer mehr Nutzer über mobile Endgeräte und per Voice Search auf Websites gelangen. Anzeigen sollten auf allen Endgeräten deutlich durch farbliche Hintergründe oder Rahmen als solche erkennbar sein. Zudem sollten Texthinweise Werbung kennzeichnen. Bei durch Voice Search ausgelieferten Ergebnissen soll ein akustisches Signal die Kennzeichnung von bezahlten Anzeigen übernehmen.

Auch in Europa steht die deutlichere Kennzeichnung von Werbung zur Diskussion. Darüber hinaus sieht die EU-Kommission auch die Bevorzugung von Google-Angeboten sehr kritisch. Es bleibt abzuwarten, inwieweit Google & Co. die geforderten Veränderungen umsetzen und wie sich das schlussendlich auf die SERPs auswirken wird.

Online Marketing News Worldwide

Google hat es wirklich nicht einfach. Überall auf der Welt müssen Kämpfe ausgetragen werden. Und am störrischsten sind dabei wahrscheinlich die Europäer. Betrachtet man die Gerichtsentscheidungen dieser Woche in Großbritannien und Frankreich, dann verbucht Google dabei ein klassisches 1:1 …

Street View in UK

In der Auseinandersetzung um sensible Google-Streetview-Daten hat ein Gericht in Großbritannien ein eindeutiges Urteil gefällt: Google hat genau 35 Tage Zeit, um „zufällig“ gesammelte Daten aus ungesicherten Netzwerken wie Passwörter und E-Mail-Adressen wieder zu löschen. Insgesamt handelt es sich dabei um vier CDs mit besagten Benutzerdaten. Sollte sich die Suchmaschine nicht an diese Vereinbarung halten, drohen ihr „ernsthafte Konsequenzen“.

Google Suggest in Frankreich

In Frankreich wiederum konnte Google eine Gerichtsauseinandersetzung gewinnen. Wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, war Google hier wegen seiner teilweise diskriminierenden Google-Suggest-Vorschläge verklagt worden. Der oberste Zivilgerichtshof (La première chambre civile de la Cour de cassation française) hat aber am 19.06. entschieden, dass Google nicht für automatisch generierte Vorschläge zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Vorschlagssuche basiere schließlich auf einem Algorithmus, der wiederum die Nutzersuchanfragen berücksichtige. Eine Ausnahme aber bleibt: Bei ernsthaft diffamierenden Vorschlägen kann Google zu Abänderungen verpflichtet werden.

Vermischtes

  • Gemäß eines Gutachtens des Europäischen Gerichtshofes sind Suchmaschinen nicht für den Inhalt von Webseiten verantwortlich, zu denen sie verlinken. Solange Suchmaschinen ihren Index regelmäßig aktualisieren, sind sie laut Generalanwalt Niilo Jääskinen nicht verpflichtet, Informationen aus dem Suchindex zu entfernen. Sollen Inhalte aus dem Internet gelöscht werden, müssen Betroffene sich demnach direkt an die Seite wenden, die sie veröffentlicht hat. Hintergrund war die Klage eines Spaniers gegen Google, der einen Online-Artikel über seine Insolvenz aus dem Index entfernt wissen wollte. Das endgültige Urteil des Europäischen Gerichthofs steht noch aus.
  • Google News wird in Deutschland zum Opt-in-Service. Das heißt konkret, das Google News nur noch Texte von Verlagen anzeigen wird, die dem ausdrücklich zugestimmt haben. Ursache für diese Änderung ist das Google-News_logoLeistungsschutzrecht, das am 1. August 2013 in Kraft treten wird. Bis zum 21. Juli haben die Verlage Zeit, sich damit einverstanden zu erklären, in den Google News aufzutauchen. Ansonsten werden sie aus dem Dienst gelöscht.
  • Das Google AdWords Keyword Tool wird eingestellt. Nachfolger soll der sogenannte Keyword Planner werden. Dieser soll allerdings einige Nachteile aufweisen, wie t3n berichtet: So soll der Zugriff nur noch über ein aktives AdWords-Konto zugänglich sein und die verfügbaren Statistikdaten werden auf „genau passend“ beschränkt. Außerdem lassen sich mobile Zugriffe nicht mehr herausfiltern. Mal sehen, wie das bei den Usern ankommt …
  • Microsoft bietet eine spezielle Suche für Jugendliche an. In der jugendfreien Version sollen Anzeigen unterdrückt werden. Außerdem sollen die Jugendlichen durch besondere Filter vor nicht jugendfreien Inhalten geschützt werden. Klingt nach einer guten Sache!
  • Was sind eigentlich gute SEO-Texte? Diese Frage beantwortet Julian Dziki diese Woche auf seokratie.de und gibt einige nützliche Tipps an die Hand.
  • Zahlen zur Nutzung von sozialen Netzwerken in Deutschland und anderen Ländern liefert eine Untersuchung von FutureBiz. Demnach sind die Deutschen in den sozialen Medien nicht besonders aktiv. Während ein Viertel der Facebook-Nutzer aus den USA stammt, liegt Deutschland mit 3,3 % lediglich auf Platz 9. Noch weniger nutzen die Deutschen Twitter. Mit 0,9 % Nutzeranteil erreicht Deutschland hier gerade mal Platz 20.
  • Last but not least: Matt Cutts tanzt den Google Dance. Einfach mal reinschauen! 🙂

Ein schönes Wochenende wünschen euch

Amke und die SEO Trainees

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Autor:In

16 Antworten

  1. Die Google Updates sind für viele Fluch und Segen zugleich. In der Online Marketing Welt ist dies in jeder Hinsicht immer mit einem enormen Wandel verbunden.

  2. Hallo, war eigentlich davon augegangen, daß am 04.07.2013 das Google Pagerank Update kommt. Stattdessen gab nur ein Backlink Update. Jetzt sind es schon 150 Tage seit dem letzten Pagerank Update. Mal sehen, wann es nun kommt.

  3. Find ich richtig, dass Werbung besser erkennbar sein muss. Denn schliesslich soll ich als Werbender auch als Werbender behandelt werden. Andernfalls kommt es einer Täuschung des Konsumenten gleich.

  4. Die Schwankungen in den Suchmaschinen und die daraus resultierende Sichtbarkeitsänderung kann man aktuell sehr gut nachverfolgen. Sehe bei meinen eigenen Seiten und bei den Konkurrenzseiten massive Schwankungen gerade. Wie ist es beu euren Projekten?

    1. Hallo Philipp,
      danke für deinen Kommentar. Ich denke, das Problem haben momentan sehr viele Website-Betreiber. Es ist einfach gerade gut was los bei Google.
      Liebe Grüße,
      Amke

  5. Wow, kann man deinen Wochenrückblick abonnieren?

    Kennst du Statistiken zum Traffic, den in etwa die Werbung in den Suchergebnissen abgreift? Mir hat neulich noch jemand erzählt, er wisse nicht, dass die „obersten“ Ergebnisse oft Werbung sind.

    Viele Grüße,
    weiter so!

    1. Danke für deinen Kommentar! Leider habe ich keine Zahlen zum Traffic durch bezahlte Anzeigen gefunden. Wenn ich auf etwas Derartiges stoße, werde ich euch hier auf dem Laufenden halten. Dass es immer noch Leute gibt, die nicht wissen, dass in den Suchergebnissen fast immer auch bezahlte Werbung angezeigt wird, ist für uns „Experten“ meist unverständlich. Aber wahrscheinlich ist die Zahl der „Unwissenden“ immer noch höher, als man denkt …
      Liebe Grüße,
      Amke

  6. Hi,

    danke für den Wochenrüblick. Man findet bei euch immer etwas interessantes was man selber übersehen hat.
    Eine kleine Ergänzung meinerseits zu den „Online Marketing News Worldwide“: Momentan (27.06 – 28.06) findet in Polen der Search Marketing Day 2013 statt. Mit dabei als Speaker sind u.a Dominik Wojcik, Marcus Tober, Maik Metzen, Ralph Tegtmeier und Dan Petrovic.

    Gruß und schönes Wochenende,
    Adam

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