Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 12

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Eine merkwürdige Beziehung, die wir SEOs da haben! Wir können häufig nicht mit ihr, aber eigentlich auch nie ohne sie. Von wem ich da wohl rede? Na, von „der Suchmaschine“ natürlich!

Unsere Arbeit hängt von nichts anderem so ab wie von diesem Medium. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich die wichtigsten Meldungen dieser Woche direkt mit Google, Yahoo! & Co. beschäftigt haben. Für Google bedeutete das Kritik, manchmal auch Lob und eventuell eine Bedrohung durch Alternativen.

Google als Auslöser eines Kollateralschadens?

Google's Collateral Damage ©seobook.com

Fangen wir an mit einem kritischen Exkurs in die Geschichte des Internets. Anfang dieser Woche machte nämlich eine sehr sehenswerte Grafik von seobook.com die Runde. Darin wurde aufgezeigt, wie maßgeblich Google die Entwicklung des Internets beeinflusst hat und dabei z. T. einen „Kollateralschaden“ hervorrief. Grund dahinter ist die nur natürliche Bestrebung aller Webseitenbetreiber, auf jede Abänderung Googles passend zu reagieren. Als Google bspw. den PageRank einführte und damit Links zu einem noch bedeutenderen Bewertungsfaktor machte, fing der Linktausch- und Linkkauf erst richtig an, zu gedeihen. Es bildeten sich Linknetzwerke und Expired Domains wurden fröhlich gehandelt. Ähnlich verhielt es sich mit Googles „Automated Filters“. Nachdem der Suchgigant entschied, seine Qualitätsprüfungen verstärkt automatisiert durchzuführen, lernten die SEOs eben, diesen Algorithmus zu umgehen. Domains, die durch besagte Änderungen im Ranking verloren hatten, waren jetzt auf der Suche nach neuen Wegen. Das nutzten gut bewertete Domains aus, die nun die Möglichkeit sahen, ob ihrer positiven Ausgangslage andere Websites mit Links zu versorgen und damit Geld zu verdienen. Im Ergebnis bedeutete beides einen Qualitätsverlust für das Internet.

Verknüpfungen dieser Art findet man überall in der Historie des WWW. Fakt ist, dass fast jede Maßnahme von Google irgendwie ihre Spuren im Internet hinterlassen hat. Die Frage ist nur, ob man gleich von einem „Kollateralschaden“ sprechen kann.

Kritik und Lob von Danny Sullivan

Auch Danny Sullivan machte sich diese Woche Gedanken über die Arbeitsweise in Mountain View. In seinem Artikel „25 things I hate and love about Google“ überprüfte er seinen bereits vor fünf Jahren geschriebenen Artikel auf noch vorhandene Gültigkeit. Vieles wurde verbessert, doch einiges ist seiner Meinung nach immer noch ein Bug. So nennt er bei den Negativ-Aspekten die Tatsache, dass die Treffer-Anzahl sehr häufig nicht korrekt ist. Wenn man z.B. bei google.com „dvds“ eintippt, bekommt man weniger Sucherergebnisse angezeigt als bei der eigentlichen Einschränkung „dvds –rentals“. Das macht natürlich keinen Sinn und ist ein Hinweis auf einen Fehler im Algorithmus. Weitere Kritikpunkte sind die geringe Varianz beim Eintippen eines Markennamens wie „mcdonalds“, wo der Großteil der Treffer auf der ersten Suchergebnisseite direkt auf verschiedene Subpages der Unternehmensseite führt, anstatt andere konzernunabhängige Seiten anzuteasern, sowie die geringe Bereitschaft des Konzerns, Webmaster-Support zu liefern.

Es ist aber nicht alles mehr schwarz bei Danny Sullivan. Er kann auch einige Positiv-Beispiele nennen, bei denen Google in den letzten Jahren merklich Fortschritte erzielt hat. Dazu gehört u.a. die Bandbreite an sogenannten „Related Searches“. Usern werden jetzt nicht nur unterhalb der Suchergebnisse durch das Feature „Verwandte Suchbegriffe“ Alternativen angeboten, sondern ihnen wird auch durch Google Instant maßgeblich bei der Findung „ihres“ richtigen Suchbegriffes geholfen. Des Weiteren lobt er die schnelle Auffindbarkeit der einzelnen Google Tools (Bilder, Video, News, Shopping etc.) und die Anpassung der Suchergebnisse an den jeweiligen Aufenthaltsort des einzelnen Suchenden.

Google wird zum Verlag

In die Kategorie „gut“, na ja, zumindest „interessant“ fällt auch das neue Magazin, welches Google nun auf den Markt bringen wird. Besagte Zeitschrift trägt den poetischen Namen „Think Quarterly“ und hat zum Motto, jedes viertel Jahr einmal inne zu halten und über das Geschehene zu reflektieren. Es sei ein Platz „um eine Auszeit zu nehmen und zu betrachten, was passiert und worauf es ankommt“. (Google Watch Blog). Was auch immer dieses philosophische Abtriften von einer Stelle, wo wir es nie erwartet hätten, zu bedeuten hat, hochkarätige Autoren konnten bereits gewonnen werden. Wir dürfen also gespannt sein, wie die Qualität und Resonanz darauf sein wird.

Yahoo! und das Direct Search-Projekt

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Ja, was lernen wir aus diesen ganzen Entwicklungen? Google ist gut, aber in vielen Dingen nicht unfehlbar. Schreie nach Alternativen werden immer lauter. Nur wer kann diese bieten? Bing? Yahoo!? Jemand ganz anderes? Yahoo! zumindest hat sich die vergangenen Tage mal von seiner innovativeren Seite gezeigt. In der Bestrebung, ein paar Plätze auf Google gut zu machen, rüstete der Internetpionier seine Suchmaschine nach. Ziel ist es, dem Suchenden verbesserte Antworten auf seine Fragen zu liefern. Erreicht werden soll das durch ein unter der Sucheingabe eingeblendetes Fenster mit dem Titel „Direct Search“. Dort werden in bisher 15 Themengebieten wie Filme, Reisen und Sport die vermeintlich wichtigsten Informationen angezeigt. Gibt der Nutzer zum Beispiel ein Reiseziel ein, werden die Ortszeit, Sehenswürdigkeiten, ein Stadtplanausschnitt, ein Foto sowie Links zu Hotels, Restaurants und Flügen eingeblendet. Zu kritisieren ist jedoch folgendes: Langfristig möchte der Konzern mit dieser Box Geld verdienen. Nach der Beta-Phase soll hier also eine lukrative Werbefläche für Yahoo!-Kunden entstehen und bereits heute werden bei fast jedem Buchstaben des Alphabets zunächst einmal yahoo!-eigene Ergebnisse gezeigt. Testen könnt ihr das Projekt vor seiner eigentlichen Einführung auf www.search.yahoo.com.

Die menschliche Suchmaschine

Schade, es klingt fast so, als könne man keinem mehr 100% trauen. Überall findet man einen Haken. Da sehnt man sich doch nach Empfehlungen von Freunden und Bekannten, die es wirklich ernst meinen. 😉 Über diese zunehmende Bedeutung des sozialen Umfelds bei Suchanfragen haben wir auch schon zahlreich in vorigen Rückblicken berichtet. Denn eines ist sicher: Erfahrungsberichte von Leuten, die wir kennen, werden auf lange Sicht signifikant in den Suchergebnissen auftauchen. Gretus von SEO-united.de hat durch versehentliche Eingabe eines Suchbegriffes bei Twitter jedoch noch eine weitere mögliche Dimension aufgezeigt. Auf sein Gesuch nach „Prozentrechner“ bekam er nämlich zahlreiches, z.T. sehr hilfreiches Feedback aus der Twitter-Gemeinde. Das zeigt, dass menschliche Suchmaschinen manchmal eine wirkliche Alternative zu den automatisierten Diensten sein können. Auch wenn es hiermit vielleicht ein bisschen länger dauert bis man ein Ergebnis erhält, so ist der Vorschlag mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits getestet und daher von guter Qualität. Man erspart sich somit das mühselige Durchklicken der ganzen Suchmaschinen-Ergebnisse.

Es kann festgehalten werden: Um Google werden wir erst einmal nicht herumkommen. Wir müssen uns also mit den positiven und negativen Seiten dieser beziehungsartigen Abhängigkeit arrangieren. Die Hoffnung auf zukünftige Alternativen wurde diese Woche jedoch wieder geweckt.

In diesem Sinne wünschen wir euch ein schönes entspanntes Wochenende!

Eure Kerstin und die SEO-Trainees

Head of international SEO
Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch … Ich lebe und arbeite in einem Sammelsurium an Sprachen. Das Spannendste ist dabei, jeden Tag aufs Neue im internationalen Team die kleinen aber feinen Unterschiede zu entdecken. Das gilt sowohl für die Kultur als auch die SEO-Branche des jeweiligen Landes. Nach meinem Traineeship bei der wirkungsvoll GmbH habe ich 2012 den internationalen Bereich unserer Agentur aufgebaut. Was hätte es Passenderes für mich geben können? Durch mein vorhergehendes Studium des Tourismusmanagements begeistern mich fremde Länder und Sprachen seit jeher. Das nun mit meiner anderen Leidenschaft, dem SEO, verbinden zu können, ist mehr als perfekt.
Dieser Artikel wurde am Freitag, den 25. März 2011 geschrieben. Wir freuen uns auf Deine Meinung, nutz hierfür einfach die Kommentarfunktion.
3 Kommentare bisher • RSS-Feed für Kommentare
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  • Techblogger sagt:

    Ganz verstehe ich die Kritik über das Geld verdienen bei Yahoo nicht – schließlich will ja jeder zumindest indirekt mit den verschiedenen Suchdiensten auch Einnahmen erzielen. Und sogar Google, die ja der Wahrnehmung nach nicht jeden Cent an Werbeeinahmen herauspressen, hat schon mit Werbeanzeigen in Google Suggest experimentiert bevor Instant kam.

    • Kerstin sagt:

      Hallo Techblogger,

      natürlich möchte und muss jede Suchmaschine mit ihren Diensten Geld verdienen. Die Frage ist nur, bis zu welchem Grad dieses betrieben werden sollte. Es ist schwer, gleichzeitig ein Maximum an Einnahmen und ein Maximum an Nutzerfreundlichkeit zu erreichen. Wir dürfen also gespannt sein, wie das Direct Search-Projekt von den Nutzern angenommen wird.

      Viele Grüße
      Kerstin

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